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Mineralisch

aus der Weinverkostungslyrik. Mit mineralisch wird ein bestimmter meist sehr positiv besetzter Geschmackseindruck bezeichnet. In vielen Verkostungsnotizen finden sich Vokabeln wie Schiefer- oder Feuersteinmineralik und nicht wenige Weinenthusiasten sind sicher, aus dem Wein den Boden und das umgebende Gestein seiner Herkunft herauszuschmecken. Die Idee dahinter ist, dass die tief im Boden wurzelnde Rebe mit dem Wasser auch im Boden gelöste Mineralien bis in die Traube transportiert und diese dann im fertigen Wein noch schmeckbar sind. Der chemische Nachweis, dass diese Mineralien in wahrnehmbarer Menge im Wein vorhanden wären, ist allerdings noch nicht gelungen. Auch sind die meisten Mineralien für sich genommen geschmacklos. Lediglich Salze der im Wein enthaltenen Säuren existieren in nennenswerter Menge und sind sensorisch erkennbar. Dennoch ist unumstritten, dass es neben fruchtigen, balsamischen, rauchigen, süßen und alkoholischen Noten noch weitere Aromen im Wein gibt, die eher kühl und erdig anmuten. Und die darf man durchaus mineralisch nennen und die großen Diskussionen in der Weinwelt um dieses Thema mit einem zart nach nassem Schiefer duftenden Riesling im Glas verfolgen.