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lichti & astroh: A Star Is Born

Weinzeremoniell mit Freya Lichti.
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Der Captain probierte eine dunkelwürzig-konzentrierte und elegante Delikatesse aus der Pfalz und fragt sich, ob hier ein neuer Winzerstern aufgeht.
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Der Captain hat wieder eine herausragende Wein-Entdeckung zu vermelden. Das kommt nicht jeden Tag vor. Heute jedoch schon, weil er einen neuen und köstlich-delikaten Rotwein aus Deutschland im Glas hat. Davon gibt es nicht sooo viele, obwohl die Jubelperser der Weinwirtschaft das gerne behaupten.

Anders als jene lässt sich der Captain eher selten zu Lobeshymnen über deutsche Weine in der Farbe Rot hinreißen. Über das blutjunge Weingut lichti & astroh sagt er im Brustton der Überzeugung trotzdem: a star is born! Und der Beweis schwimmt als begeistert machender Rotwein in seinem Glas herum: laudanum cuvée rot.

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So heißt die rote Köstlichkeit mit etwas seltsamem Namen, die vom Winzerpaar Freya Lichti und Alexander Strohschneider aus den Rebsorten Merlot und Cabernet Dorsa zubereitet wurde. Die Hersteller selbst nehmen ihr eigenes Getränk gar nicht so begeistert auf wie der Captain, sondern meckern an ihrem ersten Jahrgang rum. Alexander: Da ist noch mehr möglich.

Tja, so etwas hört man fast nie von Winzern, die in der Regel nur die Sprache des Lobs verstehen – übrigens die Geschäftsgrundlage der gängigen Weinführer, die Winzern das bieten, was sie wollen: etwas Nettes über sich selber lesen.

Sterben die Weinführer?

Und so schmeckt der piekfeine laudanum cuvée rot: Die Trauben dieser spontanvergorenen und unfiltriert abgefüllten Mischung aus viel Merlot (80%) und wenig Cabernet Dorsa (20%) wuchsen in der bekannten Lage Laumersheimer Kirschgarten (oben Lößlehm, unten Kalkgestein), woher berühmte Winzer ihr Material holen und hohe Preise für ihre Weine erzielen: Philipp Kuhn und Knipser. Charakteristisch für diesen Weinberg sind Getränke mit viel Volumen und eleganter Tiefe. Im Glas sattes Rubinrot und trüb. In der Nase hochkonzentriert-rotbeerig nach Himbeere, Roter Johannisbeere, etwas Linzer Torte und mit zartem Schmelz. Im Mund pfeffrig, etwas erdig, dunkelwürzig nach gerösteten Kräutern und koreanischer Seetang-Suppe, dabei druckvoll, weich und wunderbar ausbalanciert. Ich schmecke viel Beerenkonzentrat, zugleich Frische und das bei mächtigen 14,5% Vol. Alkohol, der gar nicht auffällt. Das ist großes deutsches Rotweinkino und eine tolle Entdeckung. Ich ahne, wie dieser noch relativ junge Wein schmeckt, wenn er vornehm gereift ist. Genau wissen tut man das allerdings nie.

Die Rebsorte Cabernet Dorsa ist eine Kreuzung zwischen Blaufränkisch und Dornfelder, die 1971 gezüchtet, aber erst 2004 eingetragen wurde. Reinsortige Cabernet-Dorsa-Weine (gibt es ganz selten) zeigen eine deutliche Cabernet-Sauvignon-Note mit spürbaren Tanninen, Noten von grüner Paprika und deutlichen Kirscharomen. In Deutschland wächst die Sorte auf knapp 250 Hektar.

Freya und Alexander lernten sich in den Weinbergen von Bürklin Wolf kennen, ein Weingut und Monument der deutschen Rieslingkultur mit atemberaubenden Tropfen, die ihresgleichen suchen. Dort waren beide im sogenannten Außenbetrieb tätig. So nennt man in Weingütern den Arbeitsplatz unter freiem Himmel. Von den Elementen umtost und immer ganz nah bei den Rebstöcken. Der Captain lernte lichti & astroh über die Initiative VinVenture kennen, wo man Winzer beim Start in die Selbstständigkeit unterstützt.

Bürklin Wolf ist ein Pionierbetrieb des naturnahen Anbaus und dieses Prinzip haben lichti & astroh (alles wird konsequent klein geschrieben, was ein bisschen old school ist) mit in die Selbstständigkeit genommen:

Tortelli à la Bürklin-Wolf

Wie kommt man eigentlich auf den Namen laudanum? Immerhin handelt es sich um ein opiumhältiges Getränk. Freya Lichti (im Bild oben bei der Aufnahme in die Weinbruderschaft Chevaliers du tastevin im Château de Clos de Vougeot), die einen Teil der elterlichen Rebflächen in ihren neuen Betrieb überführte: Weil unsere Cuvée wie ein Beruhigungsmittel wirkt. Man merkt ihr die 14,5% Vol. gar nicht an. So geht man ironisch damit um, dass man ein Suchtmittel verkauft.

 

Datum: 20.1.2021 (Update 21.1.2021)
 

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