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Balthasar Ress: Riesling für China

Mehr als Winzer: Christian Ress
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Der Captain trinkt stoffigen Rheingau-Riesling von einem Winzer, der größer denkt als viele.
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Der Captain kommt aus einer Online-Verkostung mit Gaia Gaja, Tochter des hochberühmten Angelo Gaja, die mit deutschen Weinberichterstattern heute den 2018er-Jahrgang aus Barbaresco und Bolgheri probierte. Man sprach über dies und das und natürlich über DINGS. Ob denn DINGS den Weinmarkt nachhaltig verändere, wollte einer der Teilnehmer wissen. Gaia Gaja sagt ja, die Familie habe sich seit Beginn des ersten Lockdowns auf die Privatkundschaft konzentriert, weil die Gastronomie weltweit als Abnehmer ausgefallen sei.

Und jetzt kommt die gute Nachricht: Gaia meint, wenn die Gastronomie zurückkommt, wird es den Winzern besser gehen als je zuvor – falls sie die zurückliegende Zeit genutzt und andere Märkte ausgebaut haben.

Man kann es auch den VW-Effekt nennen. Wer die Wirtschaftsberichterstattung verfolgt, weiß, dass die Autobauer-Aktie aus Wolfsburg nach oben rauscht. Hauptsächlich weil das Geschäft in China brummt, während der Verkauf im Westen am Boden liegt.

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Gibt es auch deutsche Winzer, die so einen VW-Effekt spüren? Ja, sagt Christian Ress, der in Eltville am Rhein einen kleinen Wein-Konzern lenkt, zu dem nicht nur das Weingut Balthasar Ress gehört, sondern auch die VeritableGruppe (Wein-Großhandel und Weinmessen), in der Ress Mitgesellschafter ist, und die Franchise-Kette wineBank, wo man Weinsammlungen einlagern und mit Freunden austrinken kann. Aus dem Keller von Christian Ress, dessen Familie mal das Gebäude besaß, in dem das berühmte Gourmet-Hotel Kronenschlösschen hoffentlich bald wieder öffnet, kommt auch die universell anwendbare Visitenkarte des Hauses, die man trinken kann.

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Der Wein heißt Riesling trocken „von unserm“ von Balthasar Ress und ist die Gegenspur einer in Flaschen gefüllten Seidenstraße. Mit stoffiger Textur, milder Würzigkeit und warmfruchtigem Charakter dockt dieser leistbare Riesling direkt an die panasiatische Küche mit ihrer von Umami geprägten Geschmackskultur an. Und Asien ist auch der Rettungsring von Ress, der sagt: „Das aktuelle chinesische Wirtschaftswachstum von 18% spiegelt sich haargenau in unseren Exportzahlen wider.“

Mit der Schwiegertochter seines chinesischen Importeurs probiert Ress Käfer-Gelee:

Der Captain nimmt noch einen Schluck „von unserm“ und freut sich richtig, dass es Menschen gibt, die optimistisch in die Zukunft blicken: Im Glas mittleres Gelb. In der Nase würzige Noten von Apfelkompott mit Zimtstange. Dann Aprikose und Zitronenabrieb. Im Mund konzentriert, zartbitter und stoffig bei milder Säure. Nochmal sehr viel dichte Apfel-Aromatik, Birne, Orangenschale, Salz, schwarzer Pfeffer und ganz wenig feine Süße. Würziger und warmfruchtiger Rheingau-Riesling mit wenig Alkohol (11,5% Vol.) und großer Anschlussfähigkeit zu asiatischen Speisen.

Der Weinkonsum in China ist leicht rückläufig, aber die Einfuhr von Wein steigt kontinuierlich. Eine interessante Chance für deutsche Winzer, die manche erfolgreich nutzen. Aber: Die fünf wichtigsten Wein-Importeure sind Frankreich, Australien, Spanien, Chile und Italien. Viele ausländische Konzerne leisteten in den letzten 30 Jahren Aufbauhilfe, natürlich nicht aus selbstlosen Motiven. Sie wollten teilhaben an einem der letzten Wachstumsmärkte im Weinsektor. Die schwerreiche Familie Torres aus Spanien mischt mit, ebenso die Domaines Barons de Rothschild und natürlich der LVMH-Konzern von Bernard Arnault. Die Weingutskette Changyu kooperiert mit dem österreichischen Weinentwickler →Lenz Moser, der aus einer bekannten Weinbaufamilie kommt.

 

Datum: 25.4.2021
 

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