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Azul perdido: der kanarische Vogel

Wie von Picasso gemalt: Winzerfrau Diana
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Der Captain trank seltenen Naturwein von den kanarischen Inseln und denkt über die Liebe nach.
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Valentin kommt näher, ein Tag der Liebe, der auf gleich zwei Valentins zurückzuführen ist, die einst den Märtyrertod erlitten. Der Captain deutet das als zarte Anspielung auf die schöne Sitte der Polyamorie, also die Möglichkeit mehrere Menschen gleichzeitig zu lieben. Aber nicht auf einmal, das nennt man dann Gruppensex.

Ein schöner Anlass, um auf einen sinnlichen Wein überzuleiten und das Rezept für ein bewährtes Liebesgericht, das meine Freundin Cathrin von Seld-Thiel für dich aufschrieb. Cathrin ist Beraterin für alles, was sich um die gute Küche dreht und hier zu erreichen. Der Captain verkostet oft in Hamburg Weine mit Cathrin und beide denken sich dann aus, was man dazu kochen und essen kann.

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Cathrins Küche: Risotto der Liebe

Zurück zum Wein, auch so ein Liebesprojekt, und zwar der Liebe zum Wein, die einen deutschen Weinfanatiker erfasste und später auf die Kanareninsel La Palma verschlug. Dort kommt er nämlich her, der köstliche und wandelbare Naturwein Maresía vom Weingut Azul Perdido (poetisch: verlorenes Blau), das der Speditionskaufmann Rüdiger Ewerth gründete. Lies dir meinen Verkostungsbericht über diesen Wein durch, von dem nur 1.500 Flaschen abgefüllt wurden, er ist ein seltener Vogel: Aufregend-mineralischer Naturwein (oder Orange Wine) von der Kanaren-Insel La Palma, dessen Reben in Vulkanboden stecken und niemals irgendwelche Herbizide berührten. Spontanvergoren und in gebrauchten Barriques ausgebaut. Im Glas mittleres Gelb. In der Nase mürbe Apfelnoten, etwas Mandarine und sonst nichts. Doch dann: Minze, kalte Möhrensuppe, Hummus. Im Mund zunächst mineralisch wie Kieselstein, dann von Minute zu Minute zunehmend cremig-weich und herrlich gelbfruchtig. Mit der Luft immer mehr Schmelz und ein paar Gramm Restzucker. Dieser Wein wird immer opulenter, dass man Angst bekommt. Daher besser ganz schnell wegtrinken.

Seine Vorkenntnisse sammelte Ewerth als Moselwinzer. Da ist man an Steilhänge gewöhnt, was man auf La Palma definitiv brauchen kann. Als der Captain diesen Wein aufmachte, erlebte er, was er nicht ganz oft erlebt, nämlich: was es heißt, wenn sich ein Wein alle paar Minuten verändert. Was für ein urwüchsiges Tier von Wein! Ganz oben siehst du die Ehefrau des Winzers namens Diana, wie sie im Stahltank hockt. Das macht man nicht zum Spaß, sondern, um den Behälter zu reinigen. Die Zubereitung von gutem Naturwein verlangt ja deutlich mehr Sauberkeit als bei jenen Weinen, die man „normal“ nennt.

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Ein Beitrag geteilt von Rüdiger Ewerth (@azul_perdido)

Im Bild hier oben siehst du eine der Parzellen Ewerths. Der Arbeiter im Foto bringt gerade ein natürliches Spritzmittel aus. Ist wahrscheinlich Ziegenmolke. Die und Orangenöl gehören zum Repertoire in Ewerths Weinbergen. Übrigens: Tintenfisch (beziehungsweise irgendwas, das da drin ist) gilt als natürliches Mittel, um Nervosität und schlechte Laune abzubauen. Ein echter Stimmungsmacher. Kann ja nichts mehr schiefgehen, wenn man dieses herrliche Gericht am 14.2. auf dem Teller hat.

 

Datum: 10.2.2021 (Update 11.2.2021)