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Wie lese ich ein spanisches Weinetikett?

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Was zum Teufel heißt Crianza, DOP und Reserva? Um spanische Weine zu verstehen, muss man erstmal die Kategorien kennen.
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Spanien hat den Einsatz von kleinen Holzfässern streng geregelt. Es ist sehr empfehlenswert, sich da auszukennen. Denn im Geschmack sind die Weine unterschiedlicher Lagerzeiten sehr verschieden.

Was auf den Etiketten draufstehen muss, regelt in groben Zügen die EU. Sie hat ein einfaches System geschaffen, wie die Weine einzuordnen sind. Die simpelste Qualität hat der Wein ohne Herkunftsangabe. In Deutschland hieß der früher Tafelwein, inzwischen schlicht Deutscher Wein. Dieses Zeug findet Ihr im Supermarkt ganz unten im Regal, manchmal auch in formschönen Tetrapaks.

Eine Stufe darüber steht der Landwein. Hier darf der Winzer eine Herkunftsangabe aufs Etikett drucken.

Die höchste Kategorie sind die Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung. Das ist wie bei Schwarzwälder Schinken oder Parmesankäse. Für diese Lebensmittel gelten strenge Produktions- und Herkunftsvorschriften.

Wie lese ich ein italienisches Weinetikett?

Nun verwendet bei der Weinherstellung aber jedes Land ein anderes, althergebrachtes System, das sich oft über Generationen entwickelt hat. Deshalb gibt es im EU-Recht so genannte „traditionelle Begriffe“. Die kann der Winzer statt oder zusätzlich zu den in Brüssel erdachten Kategorien aufs Etikett pinseln. So können die Länder ihren alten Systemen treu bleiben und halten sich gleichzeitig an die neuen Gesetze.

Auf spanischen Etiketten stehen die folgenden Qualitätsbezeichnungen: Los geht’s mit dem

  • Vino de Mesa = Tafelwein – viel mehr Information werdet Ihr auf Flaschen dieser Stufe nicht finden, keinen Jahrgang, kein Herkunftsgebiet, keine Rebsorte, da kann alles drin sein. Freiwillig trinke ich dieses Zeug nicht.
  • IGP – die Weine mit geschützter geografischer Angabe heißen im neuen EU-Recht Indicación Geográfica Protegida (IGP), der traditionelle Begriff ist Vino de la Tierra.
  • DOP – die höchste Qualitätsstufe heißt Denominación de Origen Protegida (DOP). Die Spanier haben die aber nochmal unterteilt in die Kategorien Denominación de Origen (DO), Denominación de Origen Calificada (DOCa) und Vinos de Pago (VP), das sind herausragende Einzellagen.

Sehr wichtig für den Geschmack sind bei spanischem Wein die Reifeangaben. Sie sind streng gesetzlich geregelt. Manche Erzeuger gehen aber über die hier angegebenen Mindestanforderungen hinaus. Im Rioja und Ribera del Duero wird ohnehin mehr verlangt.

Die Namen der Stufen lauten:

    • Joven – diese Weine sind jung und frisch, sie werden im Jahr nach der Lese abgefüllt und verkauft. Sie können eine Weile in Eichenfässern gelegen haben, müssen aber nicht.
    • Crianza – Rotweine mit dieser Bezeichnung müssen 24 Monate reifen, davon sechs in kleinen Eichenfässern mit 225 Litern Fassungsvermögen (Barriques). Weißweine und Roséweine liegen 18 Monate in der Flasche, nicht im Fass. Im Rioja und Ribera del Duero müssen die Rotweine ein Jahr im Holz gelegen haben.
    • Reserva – gute Produzenten füllen diese Weine nur in besseren Jahrgängen ab und auch nur von ausgesuchten Lagen. Rotweine reifen 36 Monate, davon 12 in Barriques. Bei Weißweinen und Rosés ist die Zeit kürzer. Sie lagern 18 Monate, davon sechs in kleinen Holzfässern.
    • Gran Reserva – diese Weine gibt es nur von außergewöhnlich guten Jahrgängen. Die Rotweine reifen fünf Jahre, davon 18 Monate in Barriques. Weißweine und Rosés kommen vier Jahre nach der Lese in den Verkauf, sie lagen sechs Monate in Eichenfässern. Im Rioja und Ribera del Duero kommen die Rotweine für zwei Jahre ins Holz, die Weißweine für eins.

Alles klar? Wahrscheinlich nicht. Macht nichts, so tickt die Weinwelt. Lest hier, wie es andere Weinländer halten:

Wie lese ich ein französisches Weinetikett?

Wie lese ich ein deutsches Weinetikett? – Teil 1

Wie lese ich ein deutsches Weinetikett? – Teil 2

 


Datum: 3.2.2018
 

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