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Wie lese ich ein deutsches Weinetikett? Teil 1

Mehr muss man eigentlich nicht wissen, oder?
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Wer unbekannten Wein kauft, geht immer ein kleines Risiko ein. Gut, wenn man die oft komplizierten Etiketten ein bisschen versteht.
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In einer kleinen Serie erklärt unser Weintester Patrick Hemminger die verschiedenen Etiketten der Weinwelt. Den Anfang machen deutsche Weine.

Hier geht’s übrigens zum zweiten Teil dieses Artikels:

Wie lese ich ein deutsches Weinetikett? – Teil 2

Das Wichtigste beim deutschen Wein klebt hinten. Das Rückenetikett ist rechtlich gesehen das, welches zählt.

Was dort steht, ist gesetzlich vorgeschrieben. Vorne drauf darf der Winzer im Prinzip machen, was er will. Das ist seine Spielwiese, seine Werbefläche. Wenn der Wein kein Rückenetikett hat, müssen alle Angaben vorne mit drauf. Und das sind einige.

Die Menge des Weins muss angegeben sein und der Alkoholgehalt. Das Herkunftsland steht drauf, der Erzeuger (also der Winzer) und manchmal ein Abfüller.

Nicht jeder Winzer hat eine Abfüllanlage und nicht jeder Erzeuger verarbeitet nur eigene Trauben. Manche kaufen zu.

Dann muss noch eine Loskenzeichnung drauf, auch Losnummer genannt. Damit kann jede Flasche eindeutig identifiziert werden. Sie beginnt immer mit dem Buchstaben L, dann folgen Zahlen und/oder Buchstaben.

Qualitätsweine haben statt der Losnummer eine amtliche Prüfungsnummer (AP). Diese Weine wurden im Labor kontrolliert und von Fachleuten verkostet. Auch gut zu wissen: Die letzten beiden Ziffern bezeichnen das Jahr, in dem der Wein in die Flasche gefüllt wurde.

Dazu kommt noch die Angabe von Allergenen (z.B. Sulfite) und dann wird’s ein bisschen komplizierter. Es fehlt nämlich noch die Qualitätsstufe des Weins.

In Deutschland lauten die Qualitätsstufen Deutscher Wein (früher Tafelwein genannt), Landwein, Qualitätswein und Qualitätswein mit Prädikat.

Über Tafelwein (=Deutscher Wein), der oft im Tetrapack ausgeliefert wird, breiten wir gnädig den Mantel des Schweigens aus. Auch Landwein macht eher selten Freude, wobei es natürlich Ausnahmen gibt.

Qualitätswein wird auf der Flasche oft mit den Buchstaben QbA abgekürzt. Die Prädikate sind: Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein.

In welche Klasse ein Wein eingeteilt wird, hängt vom so genannten Mostgewicht ab.

Je reifer die Trauben werden, je später sie geerntet werden, desto mehr Zucker enthalten sie und desto höher ist das Mostgewicht.

In Deutschland wird das in Grad Oechsle gemessen. Der Most eines Kabinett-Weins hat etwa 150 Gramm Zucker pro Liter, das ergibt 9,5 Volumenprozent Alkohol. Eine Auslese mit ca. 220 Gramm hat später 13 Volumenprozent Alk.

Alle anderen Angaben auf dem Etikett sind freiwillig. Zum Beispiel der Jahrgang. Auch die Rebsorte(n) muss der Winzer nicht aufs Etikett drucken. Aber selbst wenn etwa Cabernet Sauvignon draufsteht, dürfen bis zu 15% von einer anderen Rebsorte in die Flasche.

Der Süßegrad ist ebenso eine freiwillige Angabe und ein bisschen knifflig. Es hat sich weitgehend durchgesetzt, dass bei Weißweinen „trocken“ draufsteht wenn er trocken ist und gar nichts, wenn er süß ist. Das sorgt für Verwirrung.

Bei Rotweinen ist es andersherum. Trocken schreibt kaum einer. Lieblich, feinherb oder halbtrocken weisen auf erhöhten Zuckergehalt hin.

Und hier geht’s zu den anderen Artikeln:

Wie lese ich ein deutsches Weinetikett? – Teil 2

Wie lese ich ein spanisches Weinetikett?

Wie lese ich ein französisches Weinetikett?

Wie lese ich ein italienisches Weinetikett?

 


Datum: 10.2.2018
 

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