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Lagrein, der dunkle Saft Südtirols

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Kräftig, vollmundig aber gar nicht schwer. Der Captain mag Lagrein besonders zum Essen.
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Als der Herrgott Südtirol erschuf, muss er einen besonders guten Tag gehabt haben. Die bleichen Felstürme des Rosengarten, die Drei Zinnen im Hochpustertal, die weiten, sattgrünen Almen, die kristallklaren Bergseen, die märchenhaften Wälder.

Wegen dieser Naturschönheiten und dem mediterran geprägten Klima wurde Südtirol schon früh ein beliebtes Urlaubsziel. Der Massentourismus entdeckte diesen Flecken Erde. Und er soff bedenkenlos jeden Wein, den man ihnen vorsetzte.

Doch sowohl im Tourismus als auch beim Wein hat sich in den vergangenen 20 Jahren enorm viel geändert.

Südtirol ist cool, Südtirol ist angesagt. Auch bei jungen Leuten.

Die Menschen im Land haben Gefallen daran gefunden, ihr verstaubtes Image abzulegen und Vertrautes mit frischen Ideen zu verknüpfen.

Beim Wein bedeutet das: Tschüss Massenproduktion, hallo Qualität!

Eine der Personen, die diese Entwicklung ganz besonders vorangetrieben haben, ist Elena Walch. Mit 55 Hektar ist ihr Weingut eines der größten Südtirols.

Als die in Mailand aufgewachsene Architektin in den 1980er Jahren einen Südtiroler heiratete, der ihr gleich viel Verantwortung im Betrieb übergab, waren einige vor Ort skeptisch. Was ging da vor in Tramin (Hauptsitz) und auf Castel Ringberg (bei Kaltern)?

Kopfschütteln. Erst recht, als Walch kompromisslos auf Qualität setzte und moderne Methoden des Weinbaus einführte.

Julia Walch, Tochter der Legende.

Ich ließ mir von Julia erklären, was es mit einem typischen Wein aus Südtirol auf sich hat, den sie mir geschickt hat. Es ist der rote Lagrein aus der gleichnamigen und autochthonen (ursprünglichen) Rebsorte.

Julia Walch: „Unser Lagrein ist ein interessanter, kräftiger Wein. Er ist in jedem Fall ein Tropfen, den man zum Essen trinkt. Rein von der Stilistik her hat er etwas von einem Syrah. In der Nase ist er dann eher beim Cabernet-Sauvignon, im Mund erinnert er an Spätburgunder. Dieser Wein hat vier bis fünf Monate lang in alten Holzfässern gereift, davor im Stahltank gegoren. Er ist relativ weich für einen Lagrein. Weine aus dieser Rebsorte können ja auch sehr kratzig sein. Wir versuchen, diesen Wein sehr gut abzurunden und elegant zu gestalten.“

Na dann schauen wir mal, Frau Walch.

Im Glas sieht man dem Wein seine Jugend an. Das Rubinrot hat deutlich violette Reflexe. In der Nase spielen verschiedene dunkle Beeren miteinander: Brombeere, ein wenig Heidelbeere und eine Note von Schwarzer Johannisbeere – sehr frisch, sehr jugendlich, sehr animierend.

Im Mund ist es, als beißt man in eine Handvoll von diesen Beeren. Der Wein ist unglaublich saftig, die Tannine schleichen seidenweich über die Zunge.

Am Ende des nicht übermäßig langen Abgangs bleibt eine leichte Bitternote stehen, die bestens zu kräftigen, dunklen Fleischgerichten passt. Auch nett sind die geringen 13 Volumenprozent Alkohol.

Womit wir auch schon beim Essenstipp sind: Kalbsnieren in Rotwein.

 


Datum: 13.2.2018