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Bond-Martini: warum geschüttelt, nicht gerührt?

Sean Connery (1930-2020)
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Der Captain trauert um einen großen Schotten und ergründet das große Rätsel: Was unterscheidet geschüttelten von gerührtem Wodka-Martini?
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Sean Connery ist tot. Und der Captain ist betrübt, denn er hat diesem Mann viele Stunden Filmgenuss zu verdanken. In die Kinogeschichte ging der Schotte wohl als berühmtester Geheimagent der Welt ein – mit notorischen Trinkgewohnheiten: Champagner, Bordeaux und Wodka-Martini. Letzteren stets „geschüttelt, nicht gerührt“.

So richtig verstand der Captain den Sinn dieser Vorliebe nie und geht aus traurigem Anlass der Sache heute auf den Grund. Warum bestellt einer seinen Drink lieber geschüttelt als gerührt, wo doch das Ergebnis dasselbe ist? Nicht ganz, erklärt der sympathische Cocktail-Profi Reinhard Pohorec aus Wien dem Captain am Telefon. Ich zitiere, denn Reinhard spricht druckreif:

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„Der Unterschied ist textueller Natur. Schütteln bringt Luft in den Cocktail und macht ihn weicher. Beim Rühren bleibt der Drink kompakter. Schütteln hat aber noch einen weiteren Effekt. Das Getränk wird viel schneller eiskalt, man muss bei der Zubereitung rasch fertig sein und den Drink durch ein Sieb abgießen, damit er nicht verwässert.“

Reinhard Pohorec glaubt, Hintergrund der Marotte ist ein literarischer Kniff, mit dem James-Bond-Erfinder und Romanautor Ian Fleming seiner Figur eine Aura der kühlen Perfektion verleihen wollte. Es gibt aber noch eine andere Theorie. Wie einige reichlich verschrobene James-Bond-Forscher von der medizinischen Fachzeitschrift BMJ herausgefunden haben wollen, litt Bond an starkem Tremor (Zittern), einem Symptom von Alkoholsucht, und konnte bei der eigenhändigen Zubereitung seines Martini gar nicht rühren. Schütteln war die Alternative.

Die Spaßvögel von BMJ analysierten sämtliche Bond-Romane und quantifizierten den Alkoholkonsum ihres Protagonisten. Demnach gab es im Leben des Top-Spions nur wenige nüchterne Tage. Hauptsächlich solche, in denen 007 sich in Gefangenschaft befand. Das Ergebnis zeigt diese Grafik mit dem Titel „Der Mann mit der goldenen Leber“. Die BMJ-Leute berechneten auch die wahrscheinliche Lebensdauer eines Mannes mit ähnlichen Trinkgewohnheiten und kamen auf ein Sterbealter von 56. Genauso alt wurde übrigens auch der starke Raucher und Trinker Ian Fleming. Was für ein Zufall. Sean Connery lebte offenbar gesünder.

Wer sich ansehen will, auf welch originelle Weise immer wieder derselbe Spruch in allen James-Bond-Filmen aufgesagt wird, klickt hier:

Der Captain springt vom unkomplizierten Filmgenuss zum unkomplizierten Weingenuss und hat heute gleich drei Weine auf dem Verkostungstisch stehen. Alle sind beim gleichen Online-Händler gelistet. Die Bestellung für zu Hause kann somit in einem bequemen Schwung erledigt werden, ohne lästiges Anmelden in drei verschiedenen Shops.

Ich beginne mit der saftigen Weißwein-Cuvée Der Salm aus den Rebsorten Riesling, Weißburgunder, Grauburgunder und Scheurebe vom Pionier der Onlineverkostungen Weingut Prinz Salm an der Nahe. Dieser historische Verdienst muss einfach mal gewürdigt werden. Wann bei den Salms das nächste Mal in digitaler Runde gebechert wird, steht hier. In der Nase gelbfruchtige Wärme. Ich rieche Birne, gelben Apfel, Pomelo, grüne Banane, ein Hauch Limettenschale. Im Mund ebenso vollfruchtig und verschmolzen, dass man gar nicht mehr unterscheiden kann, welche das sind. Es ist, als hätte man eine neue Züchtung im Mund. Und die ist außen gelb, innen fleischig, vollreif und dezent süß. Das ist konsequent auf Spaß getrimmter Weingenuss und nicht zu verurteilen. Wer diesen Wein macht, will viele Menschen zufriedenstellen und das ist gut so.

Zweiter Wein ist der Grüne Veltliner namens Platter vom Demeter-Weingut Fidesser im österreichischen Weinviertel. Ein sanfter, anpassungsfähiger und biodynamisch erzeugter Wein für die Begleitung von milden Speisen. Im Glas mittleres Gelb. In der Nase ganz leichte Malznoten, Grapefruit, kandierte Orangenzeste, ein Hauch Feuerzeug. Im Mund ist sofort das sortentypische Pfefferl zu spüren. Dann weiße Frucht, aber sehr dezent, Gala-Apfel und feine Bitternoten. Ein guter Demeter-Wein, der zu Speisen mit Zwischentönen passt: Weißer Fisch, Schweinefilet, Cremesuppe.

Der dritte Wein kommt aus Südtirol von der Kellerei/ Cantina Kaltern und heißt ganz schlicht Weißburgunder. Er ist ebenso für den Esstisch gemacht und durchaus für würzige (besser: SEHR würzige) Speisen geeignet. Der schafft sogar Kümmelbraten, so würzig schmeckt er und macht damit fast schon einem gut geschüttelten Wodka-Martini mit einem Schuss kräutrigem Wermut Konkurrenz. Im Glas sattes Gelb. In der Nase Orange total, dann Grapefruitschale, Sonnenblumenkerne. Im Mund saftig und pikant. Ich schmecke weißen Pfeffer, Birne, gelben Apfel. Dabei konsequent würzig nach Anis und Rauke.

Wermut ist ein mit Gewürzen und Kräutern aromatisierter und aufgespriteter Wein mit einem vorgeschriebenen Alkoholgehalt zwischen 14,5 und 21,9 Volumenprozent Alkohol und unterschiedlich hohem Zuckergehalt. Seinen Namen verdankt der Wermut dem Wermutkraut (Artemisia absinthium), das durch seine bitteren Aromastoffe den Geschmack deutlich prägt. Wermut wird als Aperitif getrunken, ist Bestandteil vieler Cocktails und wird auch zur Verfeinerung von Speisen genutzt.

Wie gut im Bett ist der James-Bond-Bordeaux?

 

Datum: 1.11.2020 (Update 2.11.2020)
 

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