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Wie gut ist der James Bond-Bordeaux im Bett?

Im Keller von Château Angélus.
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Der Captain trinkt einen noblen Wein, der Filmgeschichte schrieb.

Zum nutzlosen Wissen, das der Captain im Laufe seines bisherigen Lebens sammelte, gehört, dass die Filmproduzenten-Familie Broccoli, die sich durch die Erfindung der James Bond-Filmreihe große Verdienste erwarb, tatsächlich vom Entdecker des Reizgemüses Broccoli abstammen, der am Hofe Caterina de Medicis tätig war, die den Franzosen beibrachte, wie man mit der Gabel isst.

Mit Gemüse kann man leider nicht viel Moos machen. So wurden Broccolis Nachfahren Filmproduzenten in Hollywood.

Der Captain hatte das Vergnügen, einen Tag nach dem teuersten Champagner der Welt einen der teuersten Rotweine verkosten zu dürfen.

Es war der Château Angélus aus St. Émilion/ Bordeaux.

Ich weiß natürlich, dass nur wenige Leser über das notwendige Ersparte verfügen, um solche Weine zu probieren. Ich weiß aber auch, dass die Fahrtests des neuen Bentley zu den meistgelesenen Geschichten des Internet gehören. Man wird ja wohl noch träumen dürfen.

Vor einigen Jahren war Angélus noch nicht so teuer. Doch dann legte der Starönologe Michel Rolland für einige Zeit Hand an Angélus. Robert Parker folgte mit hervorragenden Bewertungen. Fertig war das neue Spitzenweingut.

Und dann kam Bond. Das erhöhte die Preise um ein weiteres Drittel.

Das ist geniales Marketing. Denn der Angélus ist ja „nur“ ein Grand-Cru der B-Klassifikation. Und zählt heute zu den teuersten Weinen im Bordelais.

Der Angélus wird aus Merlot, Cabernet Franc und ein ganz klein wenig Cabernet Sauvignon cuvéetiert. Das ist im St. Émilion, wo man seit Ewigkeiten der Rebsorte Merlot den Vorzug gibt, nichts Besonderes.

Was aber macht den Angélus so anders?

Unter Kennern war das Haus Angélus, das der Familie De Boüard de Laforest gehört, schon eine Nummer, bevor Bond seine sinnlichen Lippen mit dem roten Saft benetzte.

Angélus war einer der ersten Weine, die die zweite Revolution des Bordeaux (die erste Revolution war die Klassifizierung von 1855) transportierten.

Die zweite Revolution war die Umsetzung der önologischen Geistesblitze des Qualitätsfanatikers Émile Peynaud Mitte der 1970er-Jahre. Peynaud proklamierte, was für Spitzenwinzer heute üblich ist: Ertragsbeschränkung, Handlese, Handselektion, temperaturkontrollierte Gärung, malolaktische Gärung etc.

Weinsammler rühmen die kraftvolle Eleganz und Geschmeidigkeit des Angélus in Kombination mit einer gewissen Animalik.

Doch seit jener Filmszene in „Casino Royale“, landet der Engel auch auf Zungen, die mit noblen Wein ansonsten kaum in Berührung kommen:

Übrigens, die Flasche, welche die beiden Schönen da aufmachten, ist aus dem Jahrgang 1982.

Wie man hört, hat das Weingut eine Menge an die Filmfirma bezahlt, um so prominent platziert zu werden. Ein Teil davon in flüssigen Naturalien, was die Produzentenfamilie Broccoli heute noch freuen dürfte.

Im alten Jahrhundert war Angélus noch nicht so teuer. Dann wurde der Starönologe Michel Rolland engagiert und legte für einige Zeit Hand an. Der mächtige Weinkritiker Robert Parker folgte mit hervorragenden Bewertungen. Und dann kam Bond. Das alles erhöhte die Preise.

In der Nase kräutrige und metallische Noten. Sehr konzentriert. Eine Wucht!

Dann Bratensaft, Kirsche, Heidelbeere und Stall. Und auch ein bisschen Bettzeug nach einer wilden Liebesnacht. Das passt ja ganz gut zum James Bond-Image.

Im Mund dunkel, rassig und voller Druck.

Beeren, eingelegte Pflaumen, wieder Bratensaft, Orangenzeste, ein paar Blätter frischer Rucola, im Abgang etwas Kräuterbitter. Ein konzentrierter, spannungsreicher und sehr männlicher Wein. Ich würde ihn erst nach 10 Jahren Lagerung aufmachen. Nicht vorher.

Kurz, das ist ein Wein, der was hermacht. Sowohl als Geschenk als auch als Überraschung für ein romantisches Diner à deux. Ihr könnt euch ja das Video oben nochmal ansehen und ein paar Textzeilen auswendig lernen. Ich finde, diese Konversation ist wirklich sehr sexy.

 


Datum: 14.4.2018
 

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