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Zieher: das Comeback der Sekt-Schale

Professionelle Party-Geherin: Hendrikje Kopp
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Der Captain trifft eine Champagner-Freundin, die aus dem Reich der Prominenten berichtet - und testet mit ihr einen altmodischen Glastyp in neuer Interpretation.
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Das Ende des Jahres rast auf uns zu. Eigentlich müssten diese Tage eine Zeit der Geselligkeit mit vielen heiteren Begegnungen sein. Wird wohl nix wegen Dings. Dann muss man sich eben die gute Laune herbeischreiben, mit Headlines und Thesen wie dieser: DAS COMEBACK DER SEKT-SCHALE.

Ganz wichtiges Thema, wenn man Dings, Brexit und Gebührenstreit mit den Vollversorgten der ÖR-Rundfunkanstalten beiseite wischt. Die Renaissance der guten alten Sekt-Schale ist ein Thema, das der Captain schon lange vor sich herschiebt. Da ist es nun. Punkt.

Viel mehr Substanzielles lässt sich dazu auch nicht sagen, ohne in den Verdacht zu geraten, heimlicher Redenschreiber von Frank-Walter Steinmeier zu sein. Weshalb der Captain einen Kunstgriff der Medienproduktion anwendet und einen interessanten Menschen, präziser: eine Frau in den Vordergrund rückt, die Nachdenkliches in den Themenkreis Sekt-Schale-Champagner-Geselligkeit und Zerstreuung einwürfelt und über ihren beruflichen Alltag spricht, der einen wichtigen Beitrag zur emotionalen Grundversorgung leistet, ohne dass der Griff in die Taschen wehrloser Bürger erfolgt: Hendrikje Kopp, Chefreporterin und erfahrene People-Journalistin, die seit vielen Jahren in ähnlichen Positionen für RTL, Bildzeitung und nunmehr bei GALA das Leben der (manchmal) Reichen, (oft) Schönen und (immer) Berühmten begleitet und dabei meistens ein Glas Champagner in den Händen hält, pardon: hielt, denn das natürliche Habitat der Prominenz und ihrer Beobachter ist umständehalber trocken gelegt. Wegen Dings.

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Der Captain testete mit seiner geschätzten Freundin Hendrikje auf der Terrasse der vorübergehend leider geschlossenen Paris Bar den eleganten Kelch VISION Nostalgic von Zieher.

Und quatschte (als die Arbeit erledigt war) über dies und das und Dings und wie sich Dings auf den ganz speziellen Berufsstand der Prominenten-Reporter auswirkt.

Zunächst jedoch zum Kelch: Zart wirkendes, aber solides Trinkglas für Cocktails, Schaumweine und Desserts im Retro-Stil. Munter perlt der Schäumer an die breite Oberfläche und bietet ein lustiges Schauspiel. In der Hand gute Balance. Nicht zu filigran, sodass man Angst vor Glasbruch haben müsste. Beim Kippen am Mund fällt auf, dass der Fuß optimal gewichtet ist und das kontrollierte Einsteuern des Kelchs wunderbar unterstützt. Falls die Kohlensäure zu rasch aus dem Getränk entweicht, hat das nichts mit dem (wichtig: total sauberen) Glas zu tun, sondern mit der Qualität des Schaumweins. Kohlensäure in flaschenvergorenen Schäumern baut sich jahrelang auf und ist auch nach dem Öffnen der Flasche lange haltbar. Billige Sprudler enthalten technisches CO2, das in das Getränk gepresst wird und ebenso schnell entweicht, wie es hinzugefügt wurde.

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Hendrikje, wie schafft man es körperlich, wenn das Partyparkett dein Arbeitsplatz ist, wo der Alkohol in Strömen fließt? Tatsächlich trinke ich mit Hingabe und Genuss ausschließlich Champagner. Ich vertrage einfach nichts anderes, keinen Sekt und keinen Crémant. Aber konsequent nur ein Glas pro Abend. Danach greife ich zu Wasser. Privat ist das natürlich anders. Bei der GALA-Weihnachtsfeier, zu der alle Kollegen via Bildschirm zusammengeschaltet wurden, war es eine ganze Flasche Ruinart. Der Weg ins Bett war gottseidank nicht weit.

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Was macht man als Prominenten-Beobachter, wenn es keine Partys mehr gibt? Der Arbeitsalltag hat sich völlig verändert. Seit März bin ich auf keinem einzigen Event gewesen. Kein fröhliches Anstoßen und kein Small Talk, der immer eine wichtige Quelle war. Wenn man sich am Computer trifft, spricht man nur über Wichtiges. Keine gute Zeit für gedankenlos ausgeplauderte Nebensächlichkeiten, die als wichtige Indizien für Storys über Verliebtsein, Trennung und andere Sensationen dienen. Der professionelle Small Talk als wichtige Klatschquelle ist versiegt.

Wie kommt ihr damit klar? Wir mussten neue Wege finden. Es hat funktioniert. Die GALA ist genauso voll wie vorher, die Qualität der Geschichten ist gleich geblieben. Es wird weiter verliebt, getrennt und gedreht. Aber man merkt, dass auf beiden Seiten des Geschehens eine große Sehnsucht da ist. Neulich traf ich beim Fahren durch Berlin die großartige Schauspielerin Bibiana Beglau und wir unterhielten uns durchs Autofenster. Zum Schluss waren wir uns einig, dass wir uns so gerne wieder treffen würden, um mit Champagner anzustoßen.

Wie geht es dem Berufsstand der Klatschreporter insgesamt? Ich glaube, schwierige Zeiten sind immer gut für jene, die Zerstreuung bieten. Unsere Abo-Zahlen steigen. Die Menschen wollen wissen, was die Prominenten denken und tun, welche Modetrends und welcher Lifestyle angesagt ist. Freude an schönen Dingen, Geselligkeit und Austausch sind wichtige Teile des Lebens.

Apropos Lifestyle, irgendwas muss in den Zieher-Kelch ja hinein und deshalb holt der Captain jetzt einen seiner liebsten Champagner raus. Es ist der grandiose Champagne L’Étoile de Berru, den Sommelier André Macionga (auch ein Freund des Captain, der Captain hat tolle Freunde!) gemeinsam mit den Leuten vom Champagnerhaus Adam-Mereaux kreierte.

Herrliches Zeug: Dieser Jahrgangs-Champagner, dessen Grundweine aus der Lese 2010 gekeltert wurden, enthält 3 Gramm Dosagezucker (pro Liter) und ist somit extra brut. Sommelier André Macionga (einer der Macher) erklärt, warum das merkwürdigerweise TROCKENER schmeckt als mit einem Gramm Zucker: Bei gar keinem oder zu wenig Zucker kann es sein, dass die Textur des Getränks nicht unterstützt wird und der Ausdruck leidet. KANN, nicht MUSS. Das ist manchmal auch der Grund, warum Schäumer mit einem Gramm Dosagezucker süßer schmecken als solche mit 3 Gramm, sagt Macionga. Im Glas mittleres Gelb, fast unsichtbare Perlage. In der Nase frisch aufgeschnittenes Roggenbrot mit Butter, Hummus, Orangenschale. Mit mehr Luft gelber Apfel, Birne, Aprikose, milder Blauschimmelkäse, Brioche. Im Mund unerwartet lebendiges Perlenspiel. Ich schmecke Limette, Grapefruit, etwas Ascorbinsäure, kalten Bratapfel mit erdigen Noten, Spurenelemente von Kakaopulver und zartbitteren Schmelz. Aufregender, erfrischender und enorm vollmundiger Speisetisch-Champagner von der dunklen Seite. Einer, der viel kann.

 

Datum: 26.12.2020 (Update 18.1.2021)