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Weinpaket: die Brenneisen-Therapie

Wie geht's dem Wein, Dirk Brenneisen?
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Der geniale Winzer Dirk Brenneisen hört seinen Weinen mit dem Stethoskop beim Vergären zu. Seine Frau (Kinder-Chirurgin) betreut ihren eigenen Weinberg. Beide machen Weine, die den Captain sprachlos machen. Hol dir das neue Weinpaket des Captain.
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Nach der Kindheit, als tatendurstig in die Zukunft blickender junger Mann, war Dirk Brenneisen von der Überzeugung erfüllt, niemals mehr mit Rebstöcken in Berührung zu kommen. Nie. Wieder. Mehr. Schnauze voll. Heute füllt er in seinem kleinen Betrieb in Südbaden Weine von andächtig machender Klarheit und Intensität ab, die Insider zu schätzen wissen. Der Captain ermöglicht den unkomplizierten Kauf dieser Köstlichkeiten und hilft damit einem kleinen Betrieb durch die Krise.

In seiner ganzen Jugend am elterlichen Bauernhof wurde er in die Reben geschickt, um dort Arbeiten zu verrichten, während die anderen Jungs Fußball spielten oder im Freibad rumlungerten und den Bikini-Mädchen zuguckten. Heute ist der 7-Hektar-Winzer Dirk Brenneisen einer der heißesten Insider-Tipps von Südbaden und seine Weine regional begehrt, darüber hinaus jedoch kaum bekannt. Das will der Captain ändern, denn diese Weine haben große Beachtung verdient. Sie sind umfassend mineralisch-kräutrig (Grauburgunder), rassig-nussig (Chardonnay), strahlend-dicht und saftig (Pinot Noir) und kosten nicht mal viel. Nur Brenneisens atemberaubender Gutedel Chätch aus dem Barrique kommt auf 25 Euro und ist wahrscheinlich der teuerste Wein aus dieser als Zechweintraube übel beleumdeten Rebsorte, den der Captain je trank. Ein echtes Erlebnis.

Dieser Tropfen und fünf weitere Brenneisen-Weine bilden das neue Weinpaket des Captain, das du für 117 Euro inkl. Mwst. und versandkostenfrei innerhalb Deutschlands bestellen kannst. Es ist eine atemberaubende Packung Trinkvergnügen. Hier geht’s zum Einkauf – klick aufs Bild:


Die Weine des zurückhaltend auftretenden Brenneisen sind bester badischer underground, das sieht man schon an den Etiketten. Ihr Macher ist ein stoisch Unbeirrbarer wie die Techno-Djs in Berlin am Beginn der 1990er-Jahre, die zu illegalen Partys lockten. Kein Wunder, dass Brenneisen mit seiner Methode bei der Weinbehörde aneckt (wie manch andere Winzer der Anbauregion auch) und ihm sogar der Gebrauch des Wortes „Barrique“ untersagt wurde. Seither schreibt er: im Eichenholzgebinde ausgebaut. Neuerdings wurde ihm auch das von der Lebensmittelüberwachungsbehörde verboten. Jetzt wird er wohl das Bild von einem Holzfass aufs Etikett malen, das wäre erlaubt. So ist Deutschland.

Brenneisen ist ausgebildeter Werkzeugmacher. Den Weg zurück zum Weinbau fand er, als das Vaterland rief und er sich für den Zivildienst entschied. Dirk kam in ein Behindertenheim mit angeschlossenem Weingut. Na super, dachte er und nahm die Prüfung auf sich. Doch die Arbeit mit diesen Menschen im Weinberg veränderte ihn. Zum ersten Mal fand er im Umgang mit Trauben Erfüllung. Das war mein Weg zurück zum Wein.

Dirk ließ sich in einem Weingut zum Gesellen ausbilden, im Jahr 2000 begann das Abenteuer der Selbstständigkeit als Vollerwerbs-Winzer auf dem elterlichen Hof. Es ist nach wie vor ein Mischbetrieb: Ackerbau, Obst, Wein. Die Zucht von Rindern ist geplant, ein alter Traum. Er sagt: Wenn man sieht, wenn so ein Tier auf der Weide steht und grast und später isst man dieses Fleisch, schmeckt es umso besser, weil man weiß, was für ein schönes Leben die hatten. Anfangs war das Weinmachen ein Herantasten, die Herstellung von Spitzenweinen kein Thema. Ich war 28, mein Gefühl für Wein wenig ausgeprägt. Erst mit wachsender Erfahrung fand ich zu meiner Stilistik. Es klingt fast ein wenig rührig, wie Brenneisen mit einfachen Worten sagt, was andere Winzer in pompöse Grundsatzreden kleiden: Die Weine, wo fast nichts gemacht wurde, gefielen mir immer am besten.

Dirks Rebstöcke stehen im sogenannten Markgräflerland, dem äußersten Südwesten, wo Deutschland an die Schweiz und Frankreich grenzt. Die Böden bestehen entweder aus kargem, weichen Sediment (Molassefels) mit viel Sand oder aus Chätsch. Das ist alemannisch und bezeichnet schwere, knetige Lehmböden mit Kalkeinschlüssen, die viel Wasser speichern. Dirks Spitzenweine tragen jeweils ihre geologische Herkunft im Namen, wie zum Beispiel der oben erwähnte Gutedel Chätsch, ein spektakuläre Stange Wein. Brenneisen: Der Charakter des Bodens muss in die Flasche! Diesen Gutedel bezeichnet Dirk als seinen Vorstoß zur Spitze der Weinmacherkunst und sagt selbst nicht ohne Stolz: Der kann in Blindproben mit den Besten der Besten mithalten. Er ruhte für 12 Monate im gebrauchten 500-Liter-Tonneau und im Barrique (was Dirk nicht schreiben darf) und wurde unfiltriert abgefüllt. Der Captain notierte: In der Nase floral, dann würzige Noten und gelbe Früchte, etwas Rauch und große Frische. Im Mund rassige Säure und herrlich zupackend, körperreich, mineralisch-trocken mit salzigen Noten. Ich schmecke viel gelben Apfel, Birne, Mandarine und spüre Saftigkeit, Tiefe und großen Trinkfluss. Mit 11,5% Vol. ein leichter, zugänglicher und nobler Wein, der fast unmerklich aber mit würzig-eleganter Konsequenz vom Eichenholz geküsst wurde.

Der zweite Spitzenwein im Brenneisen-Paket des Captain stammt gar nicht von Dirk, sondern von Ehefrau Ronja, einer Kinderchirurgin und Oberärztin in Lörrach. Die beiden kennen sich schon seit Jugendzeiten. Sie wuchs im Bauernhof nebenan auf. Doch es dauerte, bis beide sich näher kamen. Erst vor zwei Jahren war Hochzeit. Herr Doktor heißt dieser Wein, ein ehrwürdiger Pinot Noir, der seine französische Rebsortenbezeichnung ganz bewusst trägt. Wie originell, denkt man sich: Frau Doktor macht Herrn Doktor. Aber weit gefehlt! Doktorgarten heißt die Herkunftslage. Auch diese Bezeichnung darf Dirk nicht verwenden, das Weinrecht verbietet es. Die Trauben des Pinot Noir Herr Doktor wurde von Ronjas Füßen gestampft (damit die Stiele nicht knicken und bittere Gerbstoffe freigeben), mit den Rappen vier Wochen lang vergoren und zum Reifen ins neue Barrique (verbotenes Wort!) gelegt. Die ganze Weinbergs- und Kellerarbeit für diesen Wein ist Frauensache. Ronja: Ein schöner Ausgleich zu meiner ärztlichen Tätigkeit. Hier sieht man die Eheleute Ronja und Dirk im Weinberg:

Und wie schmeckt der Doktor dem Captain? Durchsichtiges Dunkelrot mit orangen Reflexen. In der Nase dichte Noten von reifen Himbeeren und Kirschen. Dann ganz zart Vanille, kalte Holzkohle und frisches Fleisch. Im Mund saftig, sanft und glockenklar. Herrliche Säure-Frucht-Gerbstoff-Balance. Nichts trumpft auf, alles schaukelt im perfekten Gleichgewicht durch den Mundraum hin und her. Ich schmecke Kirsche, Blutorange, einen Hauch Kakaopulver und spüre Druck. Viel Druck, der diesem ansonsten leichten Wein (13% Vol.) einen bemerkenswerten Auftritt verschafft. Am Gaumen zarte Extraktsüße, was den Gesamteindruck von Tiefe und Erhabenheit deutlich verstärkt. Ein großartiger und dabei stiller Wein, der im Laden zwar 34 Euro kostet, aber immer noch zu billig ist.

Nächster Wein, es handelt sich um den spektakulären Grauen Burgunder Molassefels, der zwei Jahre lang im Barrique vergor (wieder das verbotene Wort!) und ein charaktervoller Tropfen ist, den man nicht so schnell vergisst. Dirk sagt: Ich mag die Kraft dieser Rebsorte und ihre Finesse, außerdem die Struktur, die sich von den anderen abhebt.

Und was sagt der Captain? Im Glas messingfarben, sieht aus wie Kräuterlimonade. In der Nase ätherisch, sehr kräutrig, etwas Lacklösemittel, Banane, Pampelmuse, Schmelz. Im Mund umwerfend mineralisch und kräutrig. Man möchte fast kauen, so fest ist dieser Wein. Ich schmecke Honig, gebratene Banane, Birnenfleisch, Liebstöckl, Basilikum, feinen Säurebiss und Salzigkeit. Was für ein aufregender Wein! Das gilt umso mehr, da es sich um Grauburgunder handelt, einer Rebsorte, die selten mit Aufgeregtheit in Verbindung gebracht wird. Im Abgang ein Tropfen Kräuterschnaps und Karamell.

Dirk ist Burgunderfan, die Chardonnays der kühlen Appellation Corton-Charlemagne treiben ihn zur Verzückung. Ihnen eifert er mit seinem nussigen Chardonnay Molassefels nach, der zwei Jahre lang im 500-Liter-Tonneau reifte. In der Nase Blüten, dann Feuerstein, kalter Rauch, gebratene Ananas, feste Banane, heller Honig. Im Mund aufregend frisch, nussig und irre sexy. Ich schmecke viel Apfel, Grapefruit, Karamell, dann Pfifferlinge mit Speck und frischen Kräutern. Was für eine sinnliche Mischung! Rassige Säure, dichter Schmelz, Druck und wunderbare Länge. Ein Wein, der von innen leuchtet.

Aus derselben Lage wie Brenneisens Edel-Gutedel kommt sein Pinot Noir Chätsch, ein stoffiger und dabei leichtfüßiger Rotwein. Beide Brenneisen-Lagen, also Chätsch und Molassefels, sind nach Südwesten ausgerichtet, der Sonne entgegen. Der Klimawandel ist für Brenneisen natürlich auch Thema, aber: Mit unseren Rebsorten sind wir noch auf der sicheren Seite. Die Lese jedoch findet immer früher statt, durch entsprechende Schnittmethoden wirkt man der Hitze entgegen. Und wie schmeckt dieser Pinot? Im Glas durchscheinendes, sattes Rot. In der Nase elegante, warme Noten von Kirsche, Marzipanpraline, Assam-Tee, Pumpernickel. Im Mund staubtrocken, enorm saftig und dicht, mittlerer Körper. Kirschsaft, Tee, Kräuterwürze, meisterhafte Frucht-Säure-Gerbstoff-Balance und schöne Länge. Und obendrein leicht: 13,5% Vol. Kein Wein, der auftrumpft, sondern vornehm wie ein Kaminfeuer strahlt. Was für ein schöner, zartfühliger Pinot!

Die Nummer 6 im Brenneisen-Paket des Captain ist ein herrlicher Alltags-Pinot: Dirks Blauer Burgunder, der seinen schlichten Namen genauso selbstbewusst trägt wie die teuren Top-Getränke des Hauses. In der Nase würzige Fruchtnoten von dunkler Kirsche, Birnenschale, Salbei. Im Mund saftig nach fleischigen Beeren, Gartenkräutern, Kardamon. Ein würziger Alltags-Pinot, der für sein kleines Geld sehr viel liefert.

Alle Weine von Dirk Brenneisen sind sogenannte Landweine und gehören somit der untersten Wein-Kategorie an, welche die deutsche Weinbürokratie vorgesehen hat. Das ist nicht gut fürs Marketing, schafft aber Freiraum fürs Weinmachen. Die deutsche Landwein-Bewegung, die sich den staatlichen Regeln widersetzt, ist in Baden am stärksten. Auch in Württemberg wächst die Zahl ihrer Anhänger. Dirk Brenneisen, der sich von Anfang an sträubte, seinen Weinstil dem Geschmack von Bürokraten anzupassen: Man muss die normalen Wege verlassen, um besondere Weinstile zu erzielen.

Dirks Weine kommen an, auch in China. Einkäufer aus dem fernen Osten waren schon im Weingut, besuchten Dirk Brenneisen und ließen sich in die Kunst seiner Weinbereitung erklären. Im Gegenzug reiste Dirk nach Shanghai, um seine Weine zu präsentieren. Kurz vor der Pandemie sollte es losgehen. Dann kam der Lockdown: kein Export. Dirk und Tausende andere Winzer kämpfen mit dieser Krise. Da kann der Captain nicht viel machen, außer besondere Weine hervorheben und die Werbetrommel rühren. Das macht er mit großer Freunde, denn dieser Winzer und seine Arbeit haben mehr Aufmerksamkeit verdient. Klick hier, um dir das spektakuläre Dirk-Brenneisen-Paket für 117 Euro inkl. Zustellung in Deutschland zu sichern:

Eine interessante Geschichte gibt es noch zu erzählen, über Dirks Ehefrau und Kinderchirurgin Dr. Ronja Herr, die – wenn dafür Zeit ist – ebenfalls im Weinberg steht und Reben bearbeitet. Über Gemeinsamkeiten mit ihrem Hauptberuf im Krankenhaus sagt sie: Man arbeitet nach Gefühl und muss intuitiv handeln, obwohl es klare Regeln gibt. Ich schneide so wenig wie möglich und so viel wie nötig. Was ist der Unterschied zwischen Kinder- und Erwachsenenchirurgie? Knochen, die sich im Wachstum befinden, haben ein größeres Korrekturpotenzial. Man kann der Natur mehr Raum lassen.

 


Datum: 27.8.2020
 

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