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Schwarzer Tag mit Uli Metzger

Der Uli mag es ironisch.
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Weinkenner Rainer Balcerowiak hat sich von einer fleischreichen Woche an Bord inspirieren lassen und stellt den Matrosen eine kräftige Rotweincuvée aus der Pfalz auf den Tisch.
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Ich kenne einen Mosel-Winzer, der heißt Erwin Sauerwein. Irgendwann konnte er die sich daraus abgeleiteten Witze nicht mehr ertragen.

Er fürchtete gar Geschäftsschädigung und seit einiger Zeit heißt sein an der luxemburgischen Grenze gelegenes Weingut jetzt deshalb Sonenbuerg.

Aber über den wollte ich heute gar nichts schreiben. Sondern über den Pfälzer Winzer Uli Metzger, der ebenfalls mit einem Nachnamen gesegnet ist, der nicht unbedingt die Produktion sonderlich filigraner Weine impliziert.

Doch anders als der Kollege Sauerwein hat er die Herausforderung angenommen und spielt mit den Klischees.

Das Etikett seiner schlicht „Schwarzer“ genannten Rotwein-Cuvée ziert ein ziemlich schlachtreif aussehender stilisierter Bulle, der bereits mit den Kennzeichnungen für eine fachgerechte Zerlegung versehen ist.

Bis vor einem Jahr hieß der Wein denn auch noch „Schwarzer Bulle“, was Metzger nach einer Auseinandersetzung mit dem großen Getränkeproduzenten Red Bull, der Verwechslungsgefahr witterte, leider einstellen musste. Zu den semantischen Synergieeffekten der ganzen Geschichte gehört auch, dass zwei Metzger-Weine in der Bullerei, der Hamburger Depandance des Starkochs Tim Mälzer, auf der Karte stehen.

Aber verlassen wir die Welt der Werbestrategen und PR-Profis und widmen uns dem Wein.

Ähnlichkeiten mit der oben erwähnten Koffeinbrause hat der „Schwarze“ nun wirklich nicht. Schon seit einiger Zeit kultiviert Metzger auf seinen recht schweren, kalkig-lehmigen Böden rund um Grünstadt-Asselheim an der pfälzischen Weinstraße auch die klassischen Sorten des Bordelais: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot.

Daraus entsteht bei ihm eine recht wuchtige, aber keineswegs überladene Bordeaux-Cuvée im Pfälzer Stil.

Die Weine werde komplett durchgegoren, der Restzuckergehalt liegt unter einem Gramm pro Liter. Der Ausbau erfolgt hauptsächlich in gebrauchten Holzfässern verschiedener Größen, nur ein kleiner Teil lagert bis zur Abfüllung in neuen Barriques. Auch auf Filtration wird verzichtet, was dem Wein einige Ecken und Kanten verpasst, die ihm aber sehr gut stehen.

Der Schwarze ist – wie sollte es bei dem Etikett auch anders sein – recht kräftig, verzichtet aber auf jegliche Kraftmeierei, wovon auch die nicht übertriebenen 13,5 Prozent Alkohol zeugen.

Reife schwarze Beeren machen sich am Gaumen breit, veredelt mit Spuren von Thymian und Rosmarin. Die Tannine sind bereits relativ weich, aber keineswegs weichgespült, was auch für die dezente, aber leicht prickelnde Säure gilt. Unterlegt ist das Ganze auch noch mit deutlichen Noten von schwarzem Pfeffer und Piment.

Bei der Frage nach einer Verzehrempfehlung zögert Metzger keine Sekunde: „Saftige Staeks, da passt er besonders gut“. Hätte man sich eigentlich fast denken können.

 


Datum: 13.2.2018
 

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