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Radici Taurasi, der Klassiker

Piero Mastroberardino.
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Der Captain trinkt einen Preis-Leistungs-Star aus Süditalien, einen önologischen Evergreen, der immer wieder begeistert, weil er Charakter, Tiefe und großen Trinkfluss hat.
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Der Captain ist zurück in Berlin und arbeitet seine Trinkerlebnisse in Kampanien auf. Die Provinz liegt am unteren Schaft des italienischen Stiefels und Neapel ist ihre schmutzige Perle. Bei so einer Sauftour darf ein weltberühmter Klassiker nicht fehlen.

Ja, dieser Wein ist alles andere als ein Geheimtipp, aber dennoch ein atemberaubender Preis-Leistungs-Bringer, besonders, wenn er edel gereift ist. Wenn du ein bisschen im Internet suchst, findest du (unter anderem) eine 11 Jahre alte Flasche dieses Prachtkerls für ziemlich kleines Geld. Ich finde, da muss man zugreifen.

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Es handelt sich um den roten Radici Taurasi von Mastroberardino, das Weingut ist einer der wenigen Großbetriebe Kampaniens. Taurasi ist eine Gemeinde in der Provinz Avellino und gleichzeitig gesetzlich definierte Weinbauregion (DOCG). Die Mastroberardinos (im Bild oben Piero aus der 11. Generation) haben für die Wiedervereinigung Italiens gekämpft (Risorgimento) und finanzieren ein weinarchäologisches Projekt bei Pompeii, mit dem Ziel, den Geschmack antiker Weine zu rekonstruieren, indem sie uralte Rebsorten auf althergebrachte Weise vinifizieren. Der Radici (Wurzeln) aus der Rebsorte Aglianico brachte 1968 der Familie Mastroberardino den großen Durchbruch. Er ist Benchmark für alle Weine aus der Rebsorte Aglianico, die auch in Argentinien und Kalifornien wächst und für hohes Alterungspotenzial steht. Und so schmeckt dieser großartige Wein: Im Glas sattes Rubinrot. In der Nase Kakaopulver, Dörrpflaume, Pferdesattel, ein blutiges Steak, kalte Fliederbeerensuppe, etwas Blaubeerjoghurt. Im Mund konzentrierte Kirschfrucht, Rote Johannisbeere mit herrlich straffer Säure wie bei Riesling, die sich mit den Jahren sicher zurückzieht, Bratensaft, Orangenschale, sehr würzige Tannine an der Schwelle zum weich werden. Großartiger Wein zu allen Speisen mit scharf angebratenem Fleisch oder Thunfisch mit Balsamico-Soße. Er reifte 2 Jahre lang teils in Barriques, teils in großen Holzfässern und wurde dann für weitere 2 Jahre in der Flasche weggelegt.

Die spätreifenden Aglianico-Trauben ergeben kraftvolle Weine mit würzigen Tanninen und rassiger Säure. Nichts für Weichweintrinker! Es ist ein männlicher Rotwein, der sensorisch (also im Mund) wie eine Bronzestatue schimmert – glänzend und tiefgründig. Wer eine langsam gereifte Flasche dieses Weins öffnet, versteht, warum es Menschen gibt, die Taurasi-Weine als „Barolo des Südens“ bezeichnen.

 

Datum: 8.9.2020
 

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