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Alles über Fiano di Avellino

Feiner Fiano.
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Reden wir über Fiano d´Avellino (oder Fiano di Avellino) aus dem Süden Italiens. Zwischen Müll, Mafia, Vulkan und bezaubernd schöner Küste wächst ein Juwel des autochthonen Weins.
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Neapel sehen und sterben. Altes Sprichtwort. Nun, vor dem Sterben sollte man doch die vielleicht spannendste aller weißen Rebsorten Italiens gekostet haben: den Fiano. Was für eine Einleitung! Und weiter geht´s. Kampanien, der Golf von Neapel. Amalfi, Positano, die vielleicht schönste Kulturlandschaft der Erde. Seit Ewigkeiten.

Man betrete eine der Fähren, die nach Ischia oder zur kleinen Schwesterninsel Procida fahren. Genieße das Küstenpanorama, die Felsen und die salzige Luft. Jede Insel trägt ihre vinophilen Schätze; Weine, die längst in Vergessenheit gerieten und die man nur noch in Kellern zwischen verwinkelnden Gässchen findet. Nein, dieser Text stammt aus keinem Prospekt.

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In Kampanien wachsen Weine, die genauso charakteristisch wie homogen zu Küche und Landschaft der Region passen. Sie sind die Boten des Lokalen; Boten, deren Image sich leider hinter wenig erfreulichen Mafiageschichten verstecken muss. Botschafter der lebendigen Tradition dieser Gegend, ganz egal, ob man sich dem großen Weißwein Fiano d´Avellino, oder dem monumentalen Rotwein der Region – dem Taurasi – nähert. Kampanien hat Potential. Der Fiano hat das größte.

Der Fiano kann einiges an Zucker aufbauen und er besitzt ein großes Lagerpotential. Er wächst in ganz Süditalien, die vulkanischen Böden in Kampanien sind idealer Untergrund für große Weine. Leider fehlen die großen Winzer. Das hat viele Gründe. Zum Beispiel der fehlende unternehmerische Mut der mittelitalienischen Winzer. Zum Beispiel die Prägung durch Großgrundbesitz. Zum Beispiel die Mafia. Tradition kann auch Falle sein.

Der Fiano hat zudem zwei Nachteile: Er reift spät. Und er benötigt sehr viel Betreuung. Zudem ist er als Massenträger verrufen. Will man gute Qualität, muss man den Ertrag rigoros reduzieren. Nur dann erhält man absolute Spitzenqualitäten. Selten. Aber möglich. Wenn alles stimmt, dann ist der Fiano ein sehr voluminöser und sehr dichter Weißwein, der mit seinen nussigen Honiganklängen an üppige Burgunder erinnert.

Ein ganz besonderer Fiano d´Avellino kommt von Colli di Lapio. Er wurde vom italienischen Weinführer Gambero Rosso 2010 zum besten Weißwein Italiens gewählt. Das muss nicht viel bedeuten, wenn man weiß, wie Gambero Rosso testet. In diesem Fall aber stimmt die Wertung.

Der Wein wurde im großen Holz ausgebaut, hat satte 13,5 % Alkohol. Er erscheint im Glas strohgelb und hell, gleicht also eher einem leichten Weißwein mitteleuropäischer Herkunft. In der Nase viel Duft, viel Aroma, reife Orangen, reife exotische Früchte. Dann Kräuter und eine verblühende Blumenwiese. Im Hintergrund vielleicht sogar ein Hauch von Muskat. Dann ausgesprochen nussig und – wie es der Sorte entspricht – auch mit einem Anklang von Honig. Allerdings kein Wachauer Botrytis-Honigton, wie man ihn von vielen expandierten Smaragden kennt (der Seitenhieb musste jetzt rein), sondern einfach nur ein dezenter Geruch, der sicher nicht auf Überreife zurückzuführen ist. Alles in allem ein sehr eng verwobener Wein, jedem Freund burgundischer Sorten wird dieser Saft große Freude bereiten. Gerade dann, wenn sein üppiges, kraftvolles Finale den Gaumen endlos lang bearbeitet.

 


Datum: 4.9.2020 (Update 8.9.2020)
 

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