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Wir schneiden unsere Reben nicht!

Julia und Daniel Molitor.
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"Struwwelpitter" heißt ein preiswerter Moselwein, der aus der Klimaforschung kommt und umwerfend schmeckt.
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Sieh einmal, hier steht er,
Pfui! der STRUWWELPETER!
An den Händen beiden
Ließ er sich nicht schneiden
Seine Nägel fast ein Jahr;
Kämmen ließ er nicht sein Haar.
Pfui! ruft da ein jeder:
Garst’ger STRUWWELPETER!

Als der Agrarwissenschaftler Dr. Daniel Molitor den ersten Jahrgang seines „Struwwelpitter“ aus Riesling und Müller-Thurgau-Trauben in die Flaschen füllte, wusste er, dass er mit seiner Diplomarbeit über die Möglichkeiten Mini-Trauben an der Mosel zu ernten auch in der praktischen Umsetzung reüssiert. Der Wein vom Jahrgang 2015 versprach etwas Besonderes zu werden. Und so kam es auch.

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Sieh einmal, hier steht er,
Pfui! der STRUWWELPETER!
An den Händen beiden
Ließ er sich nicht schneiden
Seine Nägel fast ein Jahr;
Kämmen ließ er nicht sein Haar.
Pfui! ruft da ein jeder:
Garst’ger STRUWWELPETER!

Als der Agrarwissenschaftler Dr. Daniel Molitor den ersten Jahrgang seines „Struwwelpitter“ aus Riesling und Müller-Thurgau-Trauben in die Flaschen füllte, wusste er, dass er mit seiner Diplomarbeit über die Möglichkeiten Mini-Trauben an der Mosel zu ernten auch in der praktischen Umsetzung reüssiert. Der Wein vom Jahrgang 2015 versprach etwas Besonderes zu werden. Und so kam es auch.

Struwwelpitter? Die lustige Namensfindung beruht auf einem verächtlichen Kommentar aus der Winzerschaft in Daniels Heimatort Kindel an der Mittelmosel. Da sei wohl einer nicht mit der Arbeit nachgekommen, hieß es. Denn die Rebstöcke im Hang der Molitors sahen wild und ungepflegt aus. Und waren es im gewissen Sinn auch. Doch das Chaos hatte einen tiefen Sinn.

Die Idee kommt aus dem heißen Australien, wo die Sonne Weinbeeren verbrennt. Wie ist es möglich unter solch extremen Bedingungen frische und extraktreiche Weine zu ernten? Minimalschnitt der Laubwände heißt die Antwort. Durch bewussten Wildwuchs auf der Sonnenseite der Rebstöcke kommt es zur dichten Beschattung und in der Folge sehr vielen Trieben mit kleinen Beeren, die später reifen und auch nicht so dicht aneinanderkleben, was wiederum den Pilzbefall hemmt. Weiterer Effekt: Weil die Beeren so klein sind, ist das Verhältnis zwischen Fruchtfleisch und Schale verschoben und in der Maische landen viel mehr geschmacksfördernde Phenole als üblich. Das Ergebnis ist ein atemberaubend frischer und knochentrockener Wein, der obendrein absurd wenig kostet. In der Nase enorme Frische und Mineralität, es riecht nach Grapefruit, Apfel, Kohlrabi. Im Mund Konzentrat von knochentrockenen Zitrusfrüchten und sowas von knackig. Man hört es förmlich knacken: Grapefruit, Stachelbeere, Limette, Salz, feine Bitterstoffe. Umwerfend charaktervoll und ein tolles Trinkerlebnis.

Wer ist dieser Molitor, der so heißt, wie ein weltberühmter Moselwinzer? Ein Forscher, der sich mit den Auswirkungen des Klimas in den Weinbergen beschäftigt und daraus Lehren zieht, die er gemeinsam mit seiner Frau in den eigenen Weinbergen anwendet. Sie heißt Julia, kommt ebenfalls aus einer Winzerfamilie und ist hauptberuflich im Sozialbereich tätig, wo sie unter anderem auffällige Kinder betreut. Womit sich der Kreis zum Struwwelpeter schließt. Wer mehr über die Molitors und ihre Weinlinie Stairs n‘ Roses wissen, will, klickt hier:

Klima: Schluss mit Eiswein?

 


Datum: 20.11.2019 (Update 21.11.2019)
 

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