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Welches Wasser passt zu meinem Wein?

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Das falsche Wasser mindert den Weingenuss. Also Obacht! Welches das richtige ist, hängt nämlich von der Stilistik des Weines ab.
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Neulich bekam ich Post von einem umwerfend gut aussehenden Herrn namens Andrea Vestri. Dem Schreiben war ein Foto beigefügt.

Glänzende Augen, leuchtender Teint, entwaffnendes Lächeln. Die ganze Erscheinung strotzt vor Lebensfreude und Genussfähigkeit. Wollte man mir mit diesem Bild irgendwelche überteuerten Freizeitklamotten andrehen?

Andrea Vestri_2

Nein, der gebürtige Florentiner Vestri führt zusammen mit seinem Freund und Partner Jean-Jacques Marcel aus dem Burgund die European Wine Education in München. Die EWE ist eine Sommelierschule.

Das erfreuliche an diesem Schreiben (abgesehen vom Foto) war, dass es sich nicht um die übliche Selbstbeweihräucherung handelte, die in gehobenen Weinkreisen weit verbreitet ist. Dieses Hohepriestertum geht mir nämlich mächtig auf den Senkel.

Preisgekrönte Experten schreiben mir dies und das und immer steckt irgendeine Marketingstrategie dahinter. Das ist völlig ok aber ich frage mich manchmal, warum sich keiner die Mühe gibt, mir interessantere Dinge zu erzählen. Etwas, das sich lohnt, weiterverbreitet zu werden.

Herr Vestri machte das anders und schlau. Um seine Kompetenz als Fachmann zu vermitteln, lieferte er mir ein gutes Thema, das ich schon immer anpacken wollte: Welches Wasser passt zu meinem Wein?

Ich bin ja ständig bei irgendwelchen Weinproben und fast immer wird mir als Zwischengang Wasser gereicht. Geht gar nicht anders, wenn man sich alle paar Minuten auf einen neuen Wein konzentrieren soll. Und es ist völlig einsichtig, dass ein kratzbürstiger junger Bordeaux einer anderen Vorspülung bedarf wie die ölige Auslese von der Mosel.

Wie verkostet man Wein wie ein Profi?

Ganz abgesehen davon, dass schon wegen des Alkohols reichlich Wasser zum Wein getrunken werden soll, war mir das irgendwie schon immer klar. Auch dass Wasser als basischer Ausgleich und Säurepuffer gilt. Aber Vestri hält sich nicht mit Allgemeinplätzen auf, sondern erklärt genau, auf was bei der Wahl des Wassers zu achten ist:

  • Ein mineralisiertes Wasser mit mittlerem Kohlensäuregehalt harmoniert sehr gut mit trockenen Weißweinen, da deren Säure noch mehr an Frische gewinnt.
  • Tanninbetonte Rotweine vertragen am besten ein stilles Wasser. Denn die Kohlensäure würde den leicht bitteren Geschmackseindruck der Tannine nur noch weiter intensivieren.
  • Mineralwasser mit viel Kohlensäure ist ein idealer Begleiter zu sehr lieblichen Weinen. Es ist ein idealer Puffer für die Süße und unterstreicht die Säure auf angenehme Weise.
  • Die Weinaromen entfalten sich intensiver, wenn die Temperatur des Wassers um etwa 2°C unter der des Weines liegt. Es sollte nicht zu kalt sein, da sonst das Geschmacksempfinden beeinträchtigt wird.

Wasser wirkt ausgleichend auf den Geschmackssinn, indem es die Geschmacksnerven neutralisiert und den Gaumen auf den darauffolgenden Geschmackseindruck vorbereitet. Es ist die ideale Basis, um die vielschichtigen Aromen und Geschmacksnuancen des Weines besser wahrzunehmen und zu genießen.

Passt also auf, was bei euch ins Wasserglas kommt.

 


Datum: 9.7.2018
 

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