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Sizilien: die fabelhafte Signora Occhipinti

Mein Name sei Frappato.
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Der Captain trinkt einen herrlich-frischen Rotwein aus der südlichsten Spitze Siziliens und wundert sich über dessen Leichtigkeit und Eleganz.
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Bald ist Ende November und in der Schublade des Captain liegt ein Flugticket nach Catania. Daraus wird wohl nichts. Danke CORONA! Der Captain wollte eine schöne Zeit auf Sizilien haben, die Wärme genießen, Weingüter besuchen und sich durchprobieren. Unter anderem auch bei Occhipinti.


Ein faszinierender Tropfen aus der eher unscheinbaren Weinregion Vittoria, die im Schatten des unendlich hippen Ätna liegt. Es ist der Wein einer Frau, die es in ihrer bisherigen (kurzen) Karriere in der Weinwelt zu Weltruhm brachte: Arianna Occhipinti, die hier im Bild auf einem Tresterkuchen sitzt.

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Was ist ein Tresterkuchen? Antwort: ein Zylinder aus die zusammengequetschten Weintrauben aus der Weinpresse. Bei Weintrauben fallen aus 100 Liter Maische etwa 25 Kilo Trester an. Der (feuchte) Trester setzt sich aus etwa drei Vierteln Schalen und einem Viertel Kernen zusammen. im Weinbau wird der Trester auch zu Schnaps verarbeitet. Die bekanntesten Tresterbrände sind der italienische Grappa, der französische Marc und der griechische Tsipouro bzw. Rakí oder auf Kreta Tsikoudia. Traubentrester sind für Mensch und Tier ungiftig. Bei einigen Hunden kann es jedoch bei Aufnahme von Trester zur Weintraubenvergiftung kommen.

Hunde im Weinberg: Lebensgefahr!

Arianna arbeitete schon mit 16 im Keller ihres Onkels Giusto Occhipinti, dem Besitzer von Vittorias berühmtestem Weingut COS. Sie liebte die Schufterei im Betrieb so sehr, dass sie nach Mailand Önologie studieren ging und sich im Alter von 21 in das Abenteuer der Selbstständigkeit stürzte. Die junge Signora begann mit nur einem Hektar verwilderter Reben, die sie aufpäppelte und (für Sizilien eher ungewöhnlich) biodynamisch bearbeitet. Zitat: Die Frische und Mineralität in meinen Weinen kommen aus dem Untergrund. Wein von jungen oder chemisch behandelten Reben, die sich nur aus dem Oberboden ernähren, wirkt gekocht, wie das in vielen warmen Regionen üblich ist.

Das lässt der Captain einfach mal so stehen. In Ariannas Weinbergen (inzwischen 25 Hektar) gibt es keine Bewässerung. Trotz Hitze und ständig wehendem Wind. Zwischen jeder zweiten Rebzeile wachsen Bohnen und andere Nutzpflanzen. Ariannas Flaggschiffwein-Kollektion heißt SP68. Was für ein merkwürdiger und unromantischer Name für ein Genussmittel! Auch hier stemmt sich Frau Occhipinti gegen das Gewohnte.

Das Kürzel SP steht für strada provinciale. SP68 heißt die Straße, an der Ariannas Weingut liegt. Occhipintis Weine werden in kleinen Betontanks vinifiziert und reifen auch dort. Nix Eiche oder so. Bevorzugte Rebsorten: Frappato (Bild ganz oben, wenig Tannine und Alkohol) und Nero d’Avola (Fruchtigkeit und Kraft), die in der Region den Klassiker Cerasuolo di Vittoria ergeben. Eine DOCG-Bezeichnung, auf die Arianna bewusst verzichtet, weil ihre Weine anders schmecken, wie die regionalen Cuvées aus beiden Rebsorten sonst.

Der hinreißende → SP86 Nero d’Avola e Frappato, der mich mit seiner Leichtigkeit, Frische und eleganten Klarheit völlig für sich einnahm, steht für ein anderes Sizilien. Im Glas dunkelrot. In der Nase viel Rote Beete, Kirschpraline, Blutorange, getrocknete Kräuter. Im Mund herrlich fleischig, saftig und frisch. Ich schmecke Kirschsaft, Pflaumenkompott mit Orangenzeste, Rohmarzipan, After Eight. Kerzengerader Wein ohne jeden Firlefanz. Man braucht nur wenige Worte, um ihn auf den Punkt zu bringen: Frucht, Frische, Eleganz.

Was (neben ihrer Handwerkskunst) Arianna dabei half, diesen Wein so hinzubekommen, erzählt sie im Video unten. Nur so viel: Böden und kühle Winde aus dem Bergland im Norden und dem Mittelmeer im Süden trugen das ihre dazu bei.

 

Datum: 21.11.2020
 

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