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Sekt- was ist der Unterschied zwischen trocken und brut?

Sektmacherin im Rheingau: Sabrina Schach.
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Ein trockener Moselsekt zeigt uns, was "trocken" heißen kann - wunderbare, feine Süßlichkeit. So schmeckt der perfekte Digestif.
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Die Weinwelt ist manchmal zum Verzweifeln. Es gibt Regeln. Aber mindestens genauso viele Ausnahmen. Und es gibt allgemeingültige Wahrheiten, die im Handumdrehen widerlegt werden.

Und dann gibt es noch eine babylonische Begriffsverwirrung.

Zum Beispiel die Bezeichnung „trocken“.

Die bedeutet bei normalem Wein (Stillwein) einen Restzuckergehalt (Fruchtzucker, der nach dem Ende der Gärung übrig bleibt) von maximal 4 Gramm pro Liter. Diese Menge darf auf 9 Gramm pro Liter steigen, falls die Gesamtsäure höchstens 2 Gramm pro Liter niedriger ist als der Gehalt an Restzucker. Damit kann kein normaler Weintrinker etwas anfangen aber so ist es halt. Trockener Wein schmeckt selten süßlich. Die Betonung liegt auf SELTEN. Denn es gibt unzählige Ausnahmen im roten wie im weißen Bereich. Aber kommen wir zum Thema Sekt.

Der große Dekantier-Schwindel

Trockener Sekt ist in der Regel süßer als trockener Wein. Trockener Sekt darf auch ein Vielfaches an Zucker enthalten als Stillwein – zwischen 17 und 35 Gramm pro Liter! Dieser Zucker kommt in der Regel nicht aus den verwendeten Stillweinen sondern wird in Gestalt der sogenannten Dosage zugeführt.

Das hat folgende Ursachen: Die Blasen (Perlage) machen, dass der Sekt trockener schmeckt als er ist. Und die niedrige Trinktemperatur auch.

Deshalb gilt für Schaumweine in der EU folgender Weinsprech:

  • Brut Nature (Brut Zéro, Brut de Brut, Brut Sauvage, Brut Intégral, Ultra Brut, Pas Dosé, Dosage Zero, Bruto Natural, Naturherb): unter 3 Gramm Zucker pro Liter. Hier wird dem fertigen Schaumwein keine Dosage zugefügt.
  • Extra Brut (Extra Herb): unter 6 Gramm pro Liter.
  • Brut (Bruto, Herb): unter 15 Gramm pro Liter – der Standard für trockenen Schaumwein.
  • Extra Dry (Très Sec, Extra Secco, Extra Seco, Extra Trocken): 12 bis 20 Gramm pro Liter – überschneidet sich mit dem Brut und kann daher auch herber als dieser sein.
  • Sec (Secco, Seco, Dry, Trocken): zwischen 17 bis 35 Gramm pro Liter.
  • Demi-Sec (Semisecco, Abbocato, Semi Seco, Medium Dry, Halbtrocken): zwischen 33 bis 50 Gramm pro Liter.
  • Doux (Dolce, Dulce, Sweet, Süß): mehr als 50 Gramm pro Liter.

Puh, darauf müssen wir einen trinken. Und zwar den Riesling-Sekt Trocken vom Mosel-Weingut Mathy-Schanz.

In der Nase fleischige Aprikose, reifer Pfirsich, etwas Brioche von der Hefe beim Vergären. Sehr ausdrucksstark, der vorhandene Zucker steigert offenbar die Frucht, die sich in der Nase deutlich bemerkbar macht.

Soll man Weinflaschen stehend oder liegend lagern?

Im Mund fein-süßlich, sehr cremige Perlage und weiches Pfirsichsahnejoghurt. Der schmeckt sehr aromatisch und hat eine ordentliche Säure. Und gleichzeitig viel Süßlichkeit, die sich wunderbar anschmiegt. Köstlich, so soll es sein!

Tja, ein volles Rohr Süßlichkeit. An so etwas trauen sich die deutschen Weintrinker gar nicht mehr ran, weil man es ihnen jahrzehntelang als rückständig ausgeredet hat. Nur die hippe, junge Gourmetszene freundet sich wieder damit an. Für die ist so ein feiner, süßlicher Sekt nicht sofort das Omagetränk schlechthin.

Aber diesen Sekt würde ich eher NACH dem Essen trinken, nicht davor. Der ist mehr Digestif als Aperitif.

Und was soll man dazu essen? Blätterteig-Gebäck, aber nicht zu süß. Zum Beispiel Schweineohren. Oder ein Zitronensorbet.

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Datum: 11.8.2018 (Update 18.11.2018)
 

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