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Neuseeland: Ich bin wieder da!

Die Winemaker von Saint Clair.
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Cooles Neuseland. Ich habe einen Sauvignon Blanc im Glas, der zwischen warmer Exotik und kühler Mineralik hin und herzappt. Und das schmeckt herrlich!

Sauvignon Blanc ist der Megastar aus Neuseeland.

Blitzschnell hatte es das Land in die Köpfe (und Kehlen) der Weinfreunde geschafft und die Regale der Händler gefüllt, obwohl es am Rande der Weinwelt liegt und auch nicht übergroße Mengen auffahren kann. Das war in den lifestylebewussten 80er-Jahren.

Es war die Zeit der Supermodels, Designerappartements und Gordon Gekkos Wall Street.

Vor allem mit der Rebsorte Sauvignon Blanc machten die Winzer Furore. Und zwar mit ihrer ganz eigenen Interpretation dieser Traube – exotischer, kühler, spektakulärer als in vielen anderen Regionen der Welt.

Mit diesem recht einprägsamen Stil räumte das Land einige Jahre lang so ziemlich alle Wein-Preise ab, die es in good old Europe und nicht nur dort zu gewinnen gab.

Natürlich wird ein erfolgreicher Weinstil von mehr oder weniger guten Weinmachern weiterentwickelt. So schaffte man es im Zuge des rauschenden Erfolgs, diese Neuseeland-Aromatik dermaßen brutal zu überzeichnen, dass sie irgendwann gar nicht mehr schmeckte. Zuviel der Exotik!

Oft dachte man sogar an Raumspray, als man diese Weine trank.

Neuseeland ist fast zehn Mal so groß wie Brandenburg und hat etwa 4.5 Millionen Einwohner, also nicht ganz doppelt so viele.

Grob gesagt besteht das Land aus zwei sehr großen Inseln und etwa 700 ganz kleinen. Vom Westen her brandet die Tasmanische See und von der anderen Seite der Südpazifik an die Gestade der beiden länglichen Inseln.

Das viele Wasser rundherum ist bestimmend für ein nach Süden hin immer kühler werdendes, fast schon mediterranes Klima.

Weinbau gibt es nur auf den beiden Großinseln, die sich über eine Gesamtlänge von etwa 1.600 km erstrecken, was in etwa der Distanz zwischen München und Messina (Sizilien) entspricht. Soviel zu den Dimensionen.

Marlborough an der Nordkante der südlichen Insel ist das Epizentrum des neuseeländischen Weinbaus, wo alles begann und wo heute knapp zwei Drittel aller neuseeländischen Rebflächen liegen. Hier wurden in den 1970er-Jahren die ersten Sauvignon Blancs gepflanzt.

Inzwischen haben sich die neuseeländischen Winzer (sichtlich erschrocken von ihrem eigenen Absturz auf der Beliebtheitsskala) auf eine weniger aufgeregte und elegantere Stilistik rückbesonnen. Und auch hier wieder eine Duftmarke gesetzt, die überall auf der Welt kopiert wird.

Doch Originale sind immer besser als Kopien. Und der Sauvignon Blanc 43 Degrees aus der Weinlage Pioneer Block 3 des Weinguts Saint Clair Estate ist ein höchst erfreuliches Beispiel für Neuseeland-Sauvignon, der ohne aromatischen Holzhammer auskommt.

Der Wein spielt fein zwischen pflanzlichen Aromen wie Makrut-Limettenblätter (kennt man aus Thai-Gerichten) und säuerlich-exotischen Noten wie Passionsfrucht mit einem Dreh in Richtung süßer Tropenfrucht. Er lässt aber zwischendurch auch kühlen Stein aufblitzen.

Der Geschmack ist nachhaltig intensiv und klar neuseeländisch – ohne dass man an Raumbedufter erinnert wird oder die grüne Säure aggressiv in der Kehle kratzt. Mit 13 Volumenprozent Alkohol ist er zudem angenehm kraftvoll.

Judy and Neil Ibbotson, die Besitzer des Saint Clair Estate zählen zu den Pionieren in Marlborough und arbeiteten schon für verschiedene Weinproduzenten. Seit 1978 haben sie an verschiedenen Ecken der berühmten Weinregion Reblächen aufgekauft, die sie entweder neu bepflanzten oder aufpäppelten.

Ihren ersten eigenen Jahrgang ernteten sie 1994. Heute ist die Winzerfamilie bestens unter den Top-Namen Neuseelands etabliert. Tochter Sarina schickt sich an, den Betrieb zu übernehmen.

Mein Fazit? Ein sehr empfehlenswerter Wein für jene, die sich von plakativem Sauvignon Blanc abgetrunken haben aber dennoch einen Touch Exotik in dieser Rebsorte schätzen.

Und was soll man dazu essen?

Ich kann mir diesen Tropfen gut zu Ceviche mit viel Koriander oder Currys mit Limettenblättern und Thaibasilikum vorstellen. Oder auch zu jeglicher auf frischen Kräutern und Salat basierenden Vorspeise.

 


Datum: 14.4.2018
 

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