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Rheingau: İlk Şarabım

Saynur Sonkaya-Neher
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ilk şarabım = mein erster Wein. Was passiert eigentlich, wenn die türkische Frau eines Winzers nach 24 Jahren Ehe auch mal Wein machen will?
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Der Captain ist in Wien angekommen und verbringt nun mehrere Wochen in der alten Heimat. Als er diesen Text in seinen (fast) täglichen Newsletter schrieb, saß er bei einem seiner liebsten Freunde und ließ sich bekochen. Der Mann heißt Mutlu und ist türkischer Herkunft.

Das passt ja wie die Faust aufs Auge zur sensiblen Weißweincuvée Saynur Riesling & Weißburgunder vom Weingut Mohr in Lorch/ Rheingau, die unter Aufsicht und nach den Vorgaben der türkischstämmigen Ehefrau von Winzer Jochen Neher vinifiziert wurde.

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Die komplette Weinbergsarbeit zu Beginn der Weinwerdung lag in den Händen von Saynur Sonkaya-Neher, die über ihren ersten eigenen Wein in blumigen Worten schreibt: Ich genieße die frische Morgenluft, die durch das Rheintal strömt. Schritt für Schritt steige ich den steilen Südhang hinauf. Von hier aus habe ich einen atemberaubenden Ausblick über unsere Weinberge hinab auf den Rhein, der ruhig und beständig in schillernden Farben durch das Tal fließt. Die Schönheit der Natur erfüllt mich mit Kraft und Freude, meine Gedanken kreisen und ich philosophiere über das Leben.

Von Saynurs weißer Cuvée wurden nur 2.000 Flaschen abgefüllt. Der Captain weiß: Immer, wenn er über einen Wein von Mohr schreibt, ist der bald ausverkauft. So geschehen bei zwei atemberaubenden Rieslingen aus uralten Reben – alles vergriffen.

Daher warte nicht zu lange, falls dich dieses zartfühlige Getränk interessiert. Es ist eine sanfte weiße Cuvée aus 60% Riesling und 40% Weißburgunder: Im Glas hellglänzendes Gelb. In der Nase Holunderblüte, Apfel, grüne Banane, kalter Rauch. Im Mund saftig, ein bisschen ölig mit ganz zarter Süße und milder Säure. Ich schmecke Apfelgehäuse mit superfeinen Bitternoten, Grapefruit, etwas Walnusskern. In diesem zartfühlig gesponnenen Wein kommen Frucht und Erde sensorisch zusammen. Ein sinnliches Vergnügen.

Saynur ist in Weinkreisen für ihre türkischen Kochkurse im Weingut Mohr bekannt. Aber das Weinmachen kam ihr in ihrer nunmehr 24 Jahre währenden Ehe noch nicht in den Sinn. Bis es soweit war. Warum erst jetzt?

Saynur kommt aus Trabzon am Schwarzen Meer und sagt: Die Dinge mussten reifen. Ich wollte nie reinsortigen Riesling machen. Aber zusammen mit Weißburgunder ergibt sich genau das, was ich mir für meine Speisen als Begleitung vorstellte.

Wenn man einen Winzer heiratet, dann ehelicht man auch ein Weingut, weiß der Captain aus vielen Begegnungen. Wie ist das so, wenn sich Romantik und Realität vermischen? Saynur: Mir war vorher nicht klar, dass dieser Beruf so viel Arbeit mit sich bringt. Mein Mann arbeitet sehr viel. Für ihn steht zuerst das Weingut, dann komme ich. Manchmal mache ich mir Sorgen um ihn. Aber wenn dann die Weine fertig sind und ich probiere, erfüllt mich großer Stolz auf ihn. Das Leben in einem Weingut hat auch viele schöne Seiten. Die Arbeit ist abwechslungsreich – vom Rebschnitt bis zum Etikettendesign.

Die Historie des Weinguts Mohr begann mit maurischen Einwanderern aus dem heutigen Spanien, die von den Christen in den Norden verdrängt wurden. Was für eine Geschichte:

Rheingau: Mohr bleibt Mohr

Was war der Auslöser für die Saynur-Cuvée? Ich laufe oft durch die Weinberge und denke nach. Ich wollte plötzlich meinen Wein haben, etwas Eigenes, das ich gestalten kann. Und mein Wein sollte anders sein. Die Weine meines Mannes sind merklich trocken. Meiner ist sanfter und weicher.

Der Captain liebt die Küche des östlichen Mittelmeeres und fragte Saynur: Zu was passt dieser Wein? Schnelle Antwort: Zu Auberginen, aber richtig zubereitet. Auberginen brauchen Fett. Leider haben die Deutschan Angst vor Fett.“

Diese Ansage löste im Captain eine Idee aus: Wie wäre es, wenn Saynur eines ihrer Auberginenrezepte verrät? Voilá, hier ist Saynurs Rezept für Auberginen mit Granatapfelbeeren:

Zutaten:

  • 4-5 Auberginen
  • 2 EL Olivenöl
  • 2-3 EL Granatapfelessenz
  • 2-3 EL Chiliflocken (Pulbiber)
  • 2-3 EL flüssiger Honig
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 EL Paprikamark
  • 150 g in Öl eingelegte sonnengetrocknete Tomaten, abgetropft und quer in Streifen geschnitten
  • 1 kleiner Bund glatte Petersilie, fein gehackt
  • 1-2 Granatäpfel – Kerne davon
  • 100 g Pistazienkerne
  • Salz
  • Evtl. 2-3 TL Sumak (Essigbaumgewürz)
  • Sonnenblumenöl zum Anbraten

Zubereitung:

  1. Auberginen in Streifen schälen und dann in kleine Würfel schneiden.
  2. Das Sonnenblumenöl in einem großen, tiefen Topf auf mittlerer bis hoher Stufe erhitzen.
  3. Erst wenn das Öl richtig heiß ist, die Auberginenstücke hinein tun (nicht alles auf einmal). Auberginen sollten nach und nach gebraten werden.
  4. Wenn Sie anfangen teilweise braun zu werden, mit einem Schöpflöffel herausnehmen und in ein Sieb reinlegen, damit sie abtropfen.
  5. Olivenöl, Granatapfelessenz, Chiliflocken, Honig, Tomaten- und Paprikamark in einer Schüssel gründlich vermengen. Dann die abgekühlte Auberginen, getrocknete Tomaten, Petersilie, Granatapfelkerne und Pistazien zufügen und würzen.
  6. Alles gründlich verrühren. Abschmecken und bei Bedarf mehr Honig zufügen.
  7. Das Gericht vor dem Servieren eine Weile ruhen lassen.
 

Datum: 8.8.2021 (Update 9.8.2021)
 

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