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Provence: Salz im Rosé

Domaine de Sulauze: bitte einsteigen!
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Der Captain trinkt rasant-mineralischen Roséwein aus Südfrankreich und doziert über den biodynamischen Weinbau.
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Der Captain beginnt seinen Artikel mit einem Propaganda-Bild aus dem Sommer-Ministerium. Was hat das mit Wein zu tun? Ganz einfach: Das Bild entstand auf Grund und Boden der Domaine de Sulauze von Karina und Guillaume Lefèvre, die im Anbaugebiet Provence über 30 Hektar Rebstöcke, 2 Hektar Hopfen, 2 Hektar Weizen und 5 Hektar Olivenbäume gebieten.

Ja, die Lefèvres machen nicht nur Wein, sondern brauen auch Bier, backen Brot und pressen Öl.

Ansage des Bauern-Paares: Wir verwenden weder Unkrautvernichter, noch Insektizide, noch chemische Behandlungen. Die Ernte wird von Hand durchgeführt. Wir folgen dem Mondkalender für jede Operation: sowohl in den Weinbergen als auch im Weinkeller. Und vor kurzem haben wir begonnen, einen Teil unserer Reben mit tierischer Zugkraft zu bearbeiten.

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Das Stichwort ist Biodynamie mit allem, was dazugehört. Unter anderem auch Hornmist. Falls du noch nicht weißt, was das ist, belehrt dich jetzt dein Captain:

Das Präparat ist Bestandteil der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise nach Rudolf Steiner und kommt jedes Frühjahr zum Einsatz. Es besteht aus Kuhdung, der in ein hohles Horn gefüllt, in der Erde vergraben wird und über Herbst und Winter dort reift. In dieser Zeit nimmt das Präparat für die spätere Anwendung wichtige Information aus dem Kosmos und der Erde auf und speichert sie. Im Frühjahr werden die Hörner wieder ausgegraben, der zersetzte Kuhmist herausgelöst und dynamisiert. Dazu wird die Paste eine Stunde lang mit Wasser verrührt und überträgt so die gesammelten Informationen an die Brühe. Die wird zwischen den Weinreben versprüht und gibt Impulse an die Pflanzen weiter. Im Fall des Hornmistpräparates sind das belebende Informationen, die in Pflanze und Boden die Vitalkräfte fördern, einen besseren Austrieb ermöglichen und das Immunsystem stärken.

Klingt crazy, funktioniert aber und keiner weiß warum. Rebstöcke, die so behandelt werden, sind generell widerstandsfähiger gegen Schädlingsbefall, extreme Trockenheit und Hitze und passen sich besser den Folgen des Klimawandels an.

Der spontanvergorene Pomponette Rosé von Domaine de Sulauze aus den Rebsorten Cinsault, Grenache, Mourvèdre, Syrah, Vermentino ist das flüssige Ergebnis biodynamischer Landwirtschaf und geeignet, Ungläubige zu bekehren, die an den Ideen der Biodynamie zweifeln. Durch staubtrockene und salzig-schöne Eleganz, die so gar nicht anbiedernd wirkt wie 99% aller Roséweine, die der Captain für eine Verirrung der Geschmackssinne hält.

Dieser Wein ist anders und deshalb Gegenstand seiner wärmsten Empfehlung. Im Glas zartes Provence-Rosa, das jeder schön findet. In der Nase schmelzig nach Roter Johannisbeere, Himbeer-Baiser, Hagebuttentee und ein bisschen Eisenabrieb, wie man es in der Nähe von Bahngleisen riecht. Im Mund salzig und kühl-mineralische Rotfruchtigkeit mit Spuren von weißem Pfeffer und viel nobler Substanz bei geringer Fruchtigkeit. So eleganten Roséwein hat man selten im Glas. Seine Charakterstärke sieht man diesem Wein zunächst nicht an, weil er optisch ganz harmlos daherkommt.

 

Datum: 4.5.2021
 

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