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Demokratie macht besoffen

Sophie und Steffen Christmann.
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Hätte es den deutschen Vormärz nicht gegeben, also jene Jahre vor der Märzrevolution 1848, gäbe es heute ein exzellentes Weingut weniger auf der Welt.

Die beiden Cousins Johann Martin und Louis Häusser saßen nämlich damals oft in den Stuben des Weinguts Buhl in Deidesheim in der Pfalz beisammen. Sie diskutierten die politischen Ideen der Demokratie, die damals modern waren.

Dabei sprachen sie ordentlich den örtlichen Weinen zu, die ihnen offenkundig bestens gefielen. So gut, dass die beiden bald ihren eigenen Weinberg erwarben. Der Grundstein für das heutige Weingut A. Christmann war gelegt.

Der Name entstand erst ein paar Generationen später. Die Enkelin von Louis Häusser heiratete Eduard Christmann und ihr gemeinsamer Sohn Arnold gab dem Weingut schließlich seinen Namen.

Inzwischen hat es rund 20 Hektar Weinberge, teilweise in den besten Lagen zwischen Deidesheim und Gimmeldingen. 1996 übernahm mit Steffen Christmann die siebte Generation den Betrieb.

Mit ihm als Chef zählte er schon bald zu den besten der Pfalz. Seit 2004 arbeitet Christmann biodynamisch. Das heißt, er lässt im Weinberg nicht Chemie gegen Pilze und Schädlinge spritzen, sondern zum Beispiel verschiedene Tees. Außerdem orientieren sich die Arbeiten an den Phasen des Mondes.

Hokuspokus? Nein! Denn das schmeckt man. Die Weine sind jetzt intensiver und differenzierte im Geschmack.

Heute steht Tochter Sophie – das älteste von vier Kindern – nach ihrem Weinbaustudium in Geisenheim in den Startlöchern und macht sich bereit, das Weingut zu übernehmen.

So präsentiert sich auch der Riesling. Wir haben ganz bewusst nicht zu den teuren Flaschen des Weinguts gegriffen sondern nach unten, wo die Gutsweine stehen. So nennt man in manchen Betrieben die Basisweine, die keine exakte Herkunftsbezeichnung (Lage) haben und meistens nicht sehr viel kosten.

Apfel- und Zitrusnoten umschmeicheln die Nase, alles sehr harmonisch, sehr klar. Das macht Lust auf den ersten Schluck. Und der ist… was? Einfach schön!

Herrlich präzise am Gaumen. Etwas knackiger, gelber Apfel und vor allem rassige Zitronenfrucht geben dem Wein Frische und Trinkfluss. Kaum ist der erste Schluck weg (also während man noch den recht langen Abgang genießt), freut man sich schon auf den zweiten. Bei gerade mal 11,5% Volumenprozent Alkohol ist der auch mit guten Gewissen möglich.

Fazit: Wer es schafft, so einen herrlichen Gutswein in die Flasche zu bringen, der macht einfach sehr, sehr vieles richtig.

Der Wein eignet sich hervorragend als Aperitif. Wer ihn zum Essen servieren möchte, sollte das auf jeden Fall zu einem leichten Gericht tun, etwa einem gebratenen oder gegrillten Süßwasserfisch mit Sommergemüse.

 


Datum: 29.8.2018
 

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