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Montsant/ wie das Land, so der Wein

Jura-Professor Limmer aus Würzburg.
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Der Captain lässt seine Leser verkosten. Diesmal Weine aus dem Montsant, Ausdrucksvolle, terroirgeprägte Tropfen. Ein Vorreiter-Weingut der Region ist Celler de Capçanes.
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Einer der Glücklichen, die vom Captain im Rahmen der Verkostungsaktion #Montsantweine eine Flasche zugeschickt bekamen, ist Juraprofessor Peter Limmer aus Würzburg.

„Ihr habt mir wirklich eine Überraschung zu meinem Geburtstag gemacht. Ich hatte meine Familie zu einem herrlichen Rehrücken aus dem Steigerwald eingeladen. Während des Kochens klingelte es plötzlich und ein UPS-Zusteller stand mit einem kleinen Paket an der Tür. Überrascht von wem das Paket wohl sei, öffnete ich neugierig und war völlig erstaunt, dass ich von CaptainCork als Tester ausgewählt wurde. Das hatte ich ganz vergessen.“

Übrigens, wer sich allgemein über die Weinregion Montsant informieren will, klickt am besten hier.

Peter Limmer hatte Glück, denn er bekam eine ganz besonderen Leckerbissen nach Hause geliefert. Und zwar den eleganten Cabrida aus 100% Garnatxa, wie man in Katalonien die Rebsorte Grenache/ Garnacha nennt. Hersteller ist ein Leitbetrieb des Montsant und zwar die Genossenschaft Celler de Capçanes.

Die Weinstöcken stehen inmitten der kargen, wilden und dünn besiedelten Landschaft auf Terrassen in ca. 500 Metern Seehöhe und sind teilweise bis zu 100 Jahre alt. Sie werfen nur noch einen sehr geringen Ertrag ab. Dafür sind die Weine aus ihren Trauben in ihrer Tiefe und Komplexität eine Besonderheit.

Celler de Capçanes ist wahrscheinlich das wichtigste Weingut des Montsant und ein großes noch dazu. Man verfügt über Parzellen, die insgesamt eine Fläche von 180 Hektar abdecken. Der Boden ist von Lehm und Granit geprägt. Selbstverständlich werden die Trauben des Cabrida nur mit der Hand gelesen.

Der Cabrida reift 12 Monate in neuen französischen Barriques mit leichtem und mittlerem Röstgrad. Danach wandert er zum Nachreifen für weitere drei Monate in Stahltanks, bevor er abgefüllt wird.

Einer der drei Weinmacher ist ein Deutscher, der sich um die Region verdient gemacht hat: Jürgen Wagner. Er verantwortet auch das weltweite Marketing der Weine von Celler de Capçanes.

Der Captain hatte schon einmal einen Wein aus diesem Betrieb im Glas, es war ein vergleichsweise einfacher Tropfen, aber sehr gut gemacht:

Jahrelang war die 1933 gegründete Kooperative nur Lieferant von Fassweinen mäßiger Qualität.

Ab Beginn der 1990er-Jahre ließ die jüdische Gemeinde von Barcelona hier koschere Weine herstellen. Das ist ein unglaublich aufwendiger Prozess. Bei Celler de Capçanes erkannte man die Chance. Die gelungenen Tropfen der Rabbis sprachen sich weltweit herum und somit auch der profane Rest des Sortiments. Das Weingut war plötzlich hip.

Wahrscheinlich deshalb wickeln die Leute von Celler de Capçanes ihre Weine in hauchdünnes Papier ein, das mit kunstvollen Comics bedruckt ist.

Zurück zu Peter Limmer und seinem Wein.

„Zunächst tranken wir zum Reh einen herrlichen Desiderio von Avignonesi. Als diese Flasche alle war, beschlossen wir spontan den Montsant Cabrida zu öffnen.

Dunkelrote Farbe, kräftig in der Nase, Schlieren im Glas. Im Geschmack kräftiges Eichenaroma. Deshalb unbedingt zwei Stunden vorher entkorken. Danach wird er weicher. Noten von Brombeere, etwas Lakritze, eine Spur Vanille. Irgendwie gibt mir dieser Wein das Gefühl der Landschaft, aus der kommt und ich spüre Kräuter und Wildheit.

Alles in allem ein hervorragender Wein zum Reh und anderen Fleischgerichten. Leider hatten wir nur eine Flasche. Das muss ich ändern.“

 


Datum: 20.4.2018 (Update 12.5.2018)
 

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