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Montsant/ die alte Rebe

Fühlt Montsant auf den Zahn: Dr. med. dent. Dagwin Lauer.
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Die Leser des Captain verkosten Weine aus dem Montsant und schreiben, wie es geschmeckt hat. Ein Bericht aus Gelsenkirchen.
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Zuerst mal eine Richtigstellung von meinem Leser und Hobby-Verkoster Dagwin Lauer, Zahnarzt aus Gelsenkirchen.

Nicht dass ihr beim Foto oben denkt, der Typ hat einen an der Latte: Verkostet das Zeug aus einem kleinen Wasserglas. Zuhaus ging es nämlich mit richtigem Glas und wohltemperiert zur Sache. Nur für’s Foto raus in die Sonne auf das Street-Food-Event.

Dr. Dagwin bekam von mir den edlen Cabrida 2015 von Celler Capçanes zugeschickt. Ein Tröpchen, das seinen Preis hat.

Es sind in der Regel keine Massenweine, die aus dem Montsant kommen, sondern eher terroirgeprägte Handwerkskunst.

Eine Besonderheit der Region ist die ungewöhliche Vielzahl extrem alter Rebstöcke. Das rührt daher, dass Weinbau hier eine alte Traditon hat, aber während des sagenhaften Aufschwungs Spaniens zur Weinweltmacht mit über einer Million Hektar Rebfläche, der in den frühen 1980er-Jahren begann, irgendwie eingeschlafen ist. Wahrscheinlich, weil die Gegend wenig erschlossen und das Gelände nicht einfach zu bearbeiten ist. Maschinen kommen auf dem abschüssigen Gelände leicht ins Rutschen. Deshalb ist vielerorts Handarbeit angesagt.

Jetzt, wo zwischen New York und Hongkong plötzlich gute Preise für außergewöhnliche Montsant-Tropfen bezahlt werden, sind die knorrigen Knaben natürlich ein Segen.

Wer mehr über die Region wissen will, klickt am besten hier.

Über die bemerkenswerte Winzergenossenschaft Celler Capçanes, wo man Weinflaschen in kunstvolle Comics einzuwickeln pflegt, haben wir schon berichtet. Einer der Verantwortlichen Winzer ist übrigens Deutscher.

Montsant/ wie das Land, so der Wein

Jetzt lasse ich aber Weinfreund Dagwin zu Wort kommen.

„#Montsantweine, und ich bin als Leichtmatrose dabei – Hammer!

Mit großer Vorfreude öffnete ich das Paket des Captain, sind mir Montsantweine doch nicht unbekannt.

Und dann das: der Cabrida von Capçanes, ein genialer Wein. Sollte ich enttäuscht sein, nichts Neues kennenlernen zu dürfen oder beglückt von diesem edlen Tropfen, den ich vor langer Zeit schon einmal getrunken habe? Der dichte Stoff aus über 100-jährigen Garnacha-Stöcken ist ein echter Leckerbissen – äh Schluck. Na woll´n wir mal.

Im Glas kirschrot, schöne Schlieren an den Rändern. Die Nase ist verhalten, eher verschlossen, mit leichten ledrigen Noten und Nuancen von hellen Beerenfrüchten. Hatte ich dominanter in Erinnerung.

Am Gaumen spielt die Rebsorte Garnacha (in Katalonien Garnatxa genannt) dann ihr ganzes Können aus. Tabak und zarte Schokolade, kaum Fruchtaromen, perfekte Mineralik.

Später, beim Notieren der Verkostungseindrücke schmecke ich das Zeug immer noch auf der Zunge – welche Lääääääängeeeeee!

Er ist keine Wuchtbrumme, nicht frucht-marmeladig, das Trinkerlebnis ist mehr elegant als brachial. Sehr fein!

Beim Blick auf die Flasche gibt’s die nächste Überraschung: 15 Volumenprozent Alkohol hat der Stoff. Aber die schmecken so leicht…

Ich probierte diese Bouteille auf dem Street-Food-Markt unserer Stadt. Dazu gab es Rastafari-Chicken-Mix und Pulled-Pork-Nachos mit Guacamole. Alles hat herrlich gepasst. Ich könnte mir aber auch einen gegrillten, in Serranoschinken eingewickelten Fisch vorstellen. Oder Hartkäse.

Was ist an diesem Wein das Beste? Schwierig, alles ist perfekt austariert und schön filigran eingebunden – toll. Danke Captain für diese Erlebnis und ein Wiederschmecken nach vielen Jahren.“

 


Datum: 25.4.2018 (Update 12.5.2018)
 

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