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Köstlicher Russen-Bordeaux

Stanislav Zingerenko mit einem anderen Produkt der französischen Landwirtschaft.
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Der Captain folgt der Empfehlung eines millionenschweren Freundes in der Schweiz und trinkt erstaunlich guten und dabei spottbilligen Bordeaux.
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Man sagt ja: Von den Reichen lernen, heißt sparen lernen. Und dann kommt der Tipp noch von einem Schweizer, die sowieso als die größten Bordeauxgenießer der Welt gelten. Ich glaube, relativ zur Einwohnerzahl ist die Schweiz der wichtigste BDX-Importeur überhaupt. Und diese Geschichte: 2010 querstieg der St. Petersburger Logistik-Unternehmer Stanislav Zingerenko in das Weingeschäft ein. Es musste natürlich gleich ein Bordeaux-Schloss mit vielen Rebstöcken drumherum sein: Château La Faviére.

Es geht die Mär, der Kauf eines Fußballklubs sei danebengegangen, da bot sich als Alternative ein Weingut an, dessen Besitzer eben verstorben war. Aber Stanislav scheint seinen Job sehr ernst zu nehmen, denn aus dem wenig bekannten Haus in eher mittelprächtiger Lage kommt ein ziemlich guter Tropfen.

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Man sagt ja: Von den Reichen lernen, heißt sparen lernen. Und dann kommt der Tipp noch von einem Schweizer, die sowieso als die größten Bordeauxgenießer der Welt gelten. Ich glaube, relativ zur Einwohnerzahl ist die Schweiz der wichtigste BDX-Importeur überhaupt. Und diese Geschichte: 2010 querstieg der St. Petersburger Logistik-Unternehmer Stanislav Zingerenko in das Weingeschäft ein. Es musste natürlich gleich ein Bordeaux-Schloss mit vielen Rebstöcken drumherum sein: Château La Faviére.

Es geht die Mär, der Kauf eines Fußballklubs sei danebengegangen, da bot sich als Alternative ein Weingut an, dessen Besitzer eben verstorben war. Aber Stanislav scheint seinen Job sehr ernst zu nehmen, denn aus dem wenig bekannten Haus in eher mittelprächtiger Lage kommt ein ziemlich guter Tropfen.

Abgesehen davon scheinen sich die Zingerenkos pudelwohl in ihrer neuen Heimat zu fühlen. Wer Lust auf ein bisschen Russen-Schick in der eher öden Bordeaux-Society hat, geht auf Instagram und gibt dort den Hashtag → #chateaulafaviere ein. Da findet man dann Beiträge wie diesen mit Stanislavs Ehefrau Natalia (rechts):

Der Captain besorgte sich also diesen Wein und probierte. Die Blend aus 60% Merlot, 30% Cabernet Franc und 10% Cabernet Sauvignon muss ausgiebig lüften (ich empfehle mindestens drei Stunden), bevor sie dich mit würzig-eleganten Beerennoten begrüßt: In der Nase Schwarze Johannisbeere, Brombeere, Heidelbeere und etwas Ribisel. Dann frisch aufgebrochenes Fränkisches Bauernbrot mit dezent angebrannter Kruste, ein Hauch Brühwürfel und frisch gezupfter Liebstöckl (aka Maggikraut). Im Mund dezent-raue Textur (sehr sexy), viel Kräuterwürze (Kerbel, Basilikum), salzige Mineralik und konsequente Trockenheit. Nach diesem Schock dringt weiche Beeren-Aromatik durch und etwas Extraktsüße durchbricht die Kargheit. Kein grand vin, aber ein erfreulich eleganter und leichtgewichtiger (13,5% Vol.) Günstig-Bordeaux, der sein kleines Geld mehr als wert ist.

 


Datum: 24.4.2020
 

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