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Hilfe, ein neues Weinlied!

Kann ich bitte ein größeres Glas haben?
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Der Captain meldet etwas ganz Seltenes: ein neues Weinlied. Das kommt nicht alle Tage vor, auch nicht alle Monate. Vielleicht einmal im Jahr. Darauf trinkt der Captain einen saftigen Lemberger vom Weingut Sonnenhof.
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Trinken gehört irgendwie nicht mehr zum Repertoire der modernen songwriter. Tja, das waren noch Zeiten, als Red Red Wine, Griechischer Wein, Old Red Wine, Elderberry Wine oder I Heard it Through the Grape Wine aus den Kasettenrecordern schnarrte. Nun denn, hier ist die neueste Erscheinung des Genres: „Hole in the Bottle“ heißt das Liebeskummer-Liedchen, erdacht und gesungen von einer gewissen Kelsea Ballerini, Country-Pop-Sängerin (Jahrgang 1993) aus dem Knox County in Tennessee. Muss man sich vielleicht nicht dringend merken.

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Der all time favourite des Captain unter den Weinliedern ist der berührende Song → Lilac Wine mit Nina Simone. Es geht auch um eine große Liebe, die gescheitert ist. Vor dem Hören bitte unbedingt Taschentücher zurechtlegen!

Und hier ist die Hitparade der Weinlieder. Übrigens: #13 (von Andrea Bocelli) verursacht Schluckauf.

Herzhaft geht es jetzt auch mit Wein weiter, der ebenfalls nach Taschentüchern verlangt. Jedoch nicht, weil er zum Heulen ist, sondern weil man sich den Mund abwischen muss, so saftig-fleischig ist er, der Wachtkopf Lemberger *S* trocken vom Weingut Sonnenhof des Winzers Martin Fischer in Vaihingen, der dem Captain schrieb, weil er (völlig zurecht) witterte, dass Württemberg auf diesem Schiff zu kurz kommt. Das liegt aber nicht nur am Captain, sondern auch an den etwas trägen Winzern Schwabens, die mit der Weinkommunikation nicht in die Puschen kommen. Von nix kommt nix, liebe Winzer*Innen.

Die Rebsorte Lemberger (= Blaufränkisch = Kékfrankos) ist in Deutschland wieder im Kommen, seine Fläche hat sich seit Mitte der 1990er-Jahre auf ca. 1.900 Hektar verdoppelt und steht fast ausnahmslos in Württemberg. In Österreich und Ungarn ist die Sorte ohnehin ein Star. Sie gehört zum Besten, was die Rotweinkultur zu bieten hat. Sei es der betörende Duft nach Brombeeren und Blaubeeren, sei es der kräftige Geschmack von dunklen Kirschen, sei es die mitunter steinige Mineralik oder seien es die Anklänge von getrockneten Kräutern und frischer Minze – guter Lemberger ist großes Rotweinkino.

Und wie schmeckt Fischers Lemberger? Die dunkle, hohe Schlegelflasche mit ihrem prachtvollen Wappenrelief macht was her. Im Glas tiefdunkles Rubin. In der Nase Sauerkirsche, ein bisschen Kuhstall, aufgebrochenes After Eight. Im Mund saftig, fleischig und einigermaßen säurestark, dass ich kurz zucke. Aufreizend wie ein kleiner Elektroschlag aus der Spielzeugbatterie, woran Kinder halt so lecken. Dann konzentrierter Kirschsaft, butterweiche Tannine, Kakaopulver, Bratenjus und Sojasoße. Im Abgang leicht vegetabil nach Rauke. Dieser im Holzfass gereifte und würzige Rotwein passt ganz wunderbar zu saftigem Burger und hochwertigem Bio-Ketchup.

Für Insider vielleicht interessant: Der geniale Weinmacher Walter Bibo aus dem Rheingau hat als Kellermeister in Vaihingen angeheuert. Im Video oben sieht man übrigens, wie Kelsea ein gigantisch großes Weinglas leert, gefüllt mit Cabernet Sauvignon (product placement) von → Beringer. Die Gründer des Weinguts waren immerhin Deutsche, die aus Mainz nach Kalifornien auswanderten und dort als Winzer Karriere machten.

Mainz bleibt Mainz in Kalifornien

 

Datum: 25.9.2020
 

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