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Bolgheri: wir trinken Arnione

Leser Kai Generlich lebt in Berlin und ist in der Energiebranche tätig. Er befasst sich den ganzen Tag mit der Stromversorgung von Elektro-Autos. Hier mein total subjektiver Bericht zum Supertoskaner Arnione: Dieser Wein überforderte mich beim ersten Schluck. Er war zu heftig. Natürlich merkte ich, dass dies ein besonders guter Wein sein muss. Sehr intensiv und nachhaltig, im Geschmack konzentriert und reif. Da war nichts Billiges, Oberflächliches. Allerdings - kaum im Mund spürte ich erst einmal viel Würze. Wirklich extrem. Chili total. Nein, besser: Chili-Schokolade. Danach sehr viel Gerbstoffe, fast schon medizinisch anmutend, dass es meine Backen zusammenzog. Ich war verwirrt. Habe ich wirklich so wenig Ahnung von Wein, dass ich nicht schnalle, wenn mir der Captain einen besonderen Tropfen schickt? Unruhig stellte ich den Wein ab und kam zur Ruhe. War ich die Angelegenheit zu ungeduldig angegangen? Auto, Garage, Aufzug, Wohnung, Wein. Das war wohl etwas zu forsch. Eine Stunde später und ich nach ausgiebiger, heißer Dusche deutlich entspannter, ist alles ganz anders und mir wird klar: Guter Wein braucht Luft! Und einen Trinker, der in der richtigen Stimmung ist. Das war ich zu Beginn nicht. Jetzt schon: Waldbeeren, feinstoffige Würze und eine dunkelfruchtige Tiefe, die mich ungemein sanft beruhigte und diese kleine Verkostung mit mir selbst zum Erlebnis machte. Hier geht's → zum Wein.