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Ein paar Worte über Pino-Gritscho

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Pinot Grigio

Pinot Grigio

Di Lenardo, Italien

8,95 €

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Lasst mich etwas Grundsätzliches über die Rebsorte Pinot Grigio erzählen. Am Beispiel eines herrlich-apfelfruchtigen Weintipps aus der norditalienischen Weinregion Friaul.
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Warum heißt der Pinot Grigio (man nennt ihn auch Pinot Gris, Grauburgunder oder Ruländer) eigentlich so, der ist doch gar nicht grau?

Doch, ist er schon. Aber nicht in der Flasche, sondern am Rebstock. Dann, wenn die rötlich gefärbte Traube vollreif ist und ein ganz dezentes Grau zeigt.

Grauburgunder ist eine Mutation des Spätburgunder. Und weil es im Burgund weder besonders heiß noch besonders kalt wird, bleibt die Sorte generell Weinregionen mit gemäßigtem Klima vorbehalten. Neben Frankreich hauptsächlich Deutschland, Österreich, Schweiz (hier heißt die Sorte Malvoisie), Neuseeland, Australien und in Italien die nördlichen Anbaugebiete wie Südtirol, Venetien, Piemont und Friaul.

Friaul, von dort kommt auch der Wein, den wir jetzt gleich aufmachen, ein Pinot Grigio vom 150 Hektar großen Familienweingut Di Lenardo in der Nähe des Örtchens Ontagnano, das gleich neben der Festungsstadt Palmanova mit ihrer komplett erhaltenen Stadtmauer und der wahrscheinlich besten Pizzaria liegt, in der ich je gegessen habe: Ai due Delfini.

Ein paar Kilometer weiter nordöstlich beginnt das berühmte Weingebiet Collio. Bis an den Adriastrand von Grado sind es knapp 30 Minuten Autofahrt in den Süden.

Hier ist Feinschmeckerland. Viele kleine Dorfgasthöfe bereiten göttliche Spezailitäten. Man muss aber genau wissen, wo gut gekocht wird. Dafür gibt´s bereits sehr brauchbare Ratgeber in Buchform.

Zum guten Essen gehört ein ordentlicher Wein und so haben sich Küchen und Weinkeller in den letzten 20 Jahren dermaßen geil befruchtet, dass das Friaul zur Weltweinregion aufgesteigen ist.

Zurück zu unserem kleinen Pinot Grigio-Tutorial.

Pinot Grigio (oder wie er dann im jeweiligen Anbaugebiet heißt) schmeckt je nach Region anders. Elsässische Grauburgunder sind ungemein würzig, floral und vollmundig, deutsche Grauburgunder haben zwar auch einen vollen Körper, sind aber süßer und säurebetonter, die Rieslingtradition lässt grüßen. Italienischer Pinot Grigio ist meistens leicht und sommerlich-spritzig.

Den meisten Weinen dieser Sorte sind ein merklicher Zuckergehalt, moderate Säurewerte und schöne Noten von Honig, Mandeln und reifen Äpfeln eigen. Aber auch hier gilt das Universalgesetz für Wein und Weltraum: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Jetzt zu meiner Flasche von Di Lenardo.

In die Nase dringen gleich starke Aromen von einem ganz reifen gelben Apfel mit kleinen braunen Flecken, wie man sie von Bioäpfeln kennt. Dazwischen dezente Schärfe von weißem Pfeffer.

Im Mund wieder Pfeffer, etwas elegante Bitterkeit, dezente Fruchtsüße und dann von Minute zu Minute mehr gelber Apfel, bis ich in einem Riesenkorb gelber reifer Äpfel schwimme, dass es eine Freude ist.

Das Trinkvergnügen bei diesem Wein ist außergewöhnlich. Insbesonders, wenn man auf Apfelaromen steht. Er schmeckt ungemein fleischig, fruchtig und trotz leichter Süßlichkeit mineralisch. Was für ein tolles Wechselspiel auf Zunge und Gaumen. Bitte nochmal einschenken!

Das passende Essen: ganz klar Backäpfel. Oder heiße Kartoffelpuffer.

 


Datum: 12.3.2018