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Drautz-Able: großer Sauvignon Blanc

Markus Drautz bei der Lese.
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Köstliches Württemberg, das liest man viel zu selten. Der Captain trinkt einen Weißwein, der sprachlos macht, weil er so gut schmeckt.
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Neulich war der Captain mit Jungwinzer Fabian Alber aus Stuttgart in der Kantstraße asiatisch essen. Von diesem Riesentalent wird man noch einiges lesen, so viel sei bereits verraten. Alber sagte zum Captain: „Unsere Weinregion ist stark unterschätzt.“

Ja, das kann der Captain bestätigen. Weine aus Württemberg finden nicht oft in sein Glas. Dem kann abgeholfen werden, dachte sich der Captain zurück daheim und griff sich eine Flasche Weißwein, die ihm die fabelhafte → Jenny Weiß von der Winzervereinigung MOD zugeschickt hatte, zog den Korken raus und staunte nicht schlecht.

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Was da auf seine Zunge rann, war großes Sauvignon-Blanc-Kino. Wann war das letzte Mal, dass ich richtig guten SB aus Deutschland trank? Gar nicht so lange her. Hier ist der → Bericht. Das war Pfalz, heute aber steht Württemberg auf dem Plan.

In Deutschland hatte Sauvignon Blanc vor nicht allzu langer Zeit noch keine Bedeutung. Inzwischen wuchs seine Gesamtfläche auf etwas mehr als 1.000 Hektar an. Nun, es gibt da Stimmen, die sagen: „Sollten sich deutsche Winzer nicht auf jene Rebsorten beschränken, die hier seit Jahrhunderten angebaut werden und perfekt zu Klima und Boden passen? Weine, bei denen sich das Wissen über die Herstellung von Generation zu Generation verfeinert hat: Riesling, Müller-Thurgau, Silvaner…“

Ich lass die Frage offen stehen und gebe sie an dich weiter. Hast du eine Meinung dazu? Der Captain freut sich über Rückmeldungen an → info@captaincork.com. Und er verkostet jetzt den aufregenden Sauvignon Blanc Hades von Markus Drautz, der im Heilbronner Weingut Drautz-Able das Sagen hat. Vater Richard war einer der ersten Winzer in Deutschland, die ab Mitte der 1980er-Jahre mit Barriques zu hantieren begann. Im Glas unscheinbar: sattes Gelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase kündigt sich jedoch Großes an. Ein dichter Schwall betörender Noten dringt heraus, ich rieche vollreife Tropenfrüchte: Ananas, Mango, Pampelmuse und Papaya mit typischen Rauchnoten. Dann Honigwabe, Karamellbonbon, Crème brûlée. Was für eine Opulenz! Im Mund differenzierter als die Nase erwarten ließ. Der Wein gleitet leicht ölig auf die Zunge, wo er mich mit straffer Säure ein bisschen erschreckt. Es ist wie damals (Kindheit) beim Lecken an der Spielzeugbatterie. Ich spüre Limette, Honigmelone, Orange und die feine Bitterkeit von Mesokarp oder Zwischenfrucht – so nennt man bei Zitrusfrüchten die weiße Substanz zwischen Fruchtfleisch und Schale. Dann grüne Noten von Stachelbeere und Zitronengras, an den Rändern elegant dosierte Bittermandelnoten. Großartiger Wein voller Saft und Kraft, um den sich eine dünne Fettschicht spannt. Ideal für eingefleischte Rotweinfans.

 


Datum: 12.9.2020
 

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