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Dem Prinz sein Jausenwein

Seine königliche Hoheit, der Winzer.
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Der Captain trinkt eine erfrischende Scheurebe von königlichem Geblüt und macht BUNTE Konkurrenz, indem er über das Leben des Hochadels plaudert.
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Der Captain führt manchmal ein beneidenswertes Leben. Neulich war er bei einem Kaviar-Gelage zu Gast, wo → edel gereifter Wachau-Riesling gereicht wurde, dessen feiner Rauch ganz vorzüglich zu den cremigen Fischeiern passte. Heute gibt es zünftigen Jausenwein vom deutschen Hochadel, der aus dem Weingut des Heinrich Donatus Prinz von Hessen, Urenkel von König Viktor Emanuel III. von Italien, Ururenkel von Kaiser Friedrich III., Urururenkel von Königin Victoria und Großneffe von Königin Elisabeth II kommt.

Ach ja, der Name des Weinguts ist der Titel seines Betreibers, den man korrektweise mit „königliche Hoheit“ anspricht: Prinz von Hessen.

Anders als der Hausherr gehört das Weingut nicht unbedingt zum Hochadel unter den Weingütern, aber das kann ja noch werden. Seit einiger Zeit weht jedenfalls etwas frischer Wind im Glas.

Die Hessens tragen nicht nur einen schönen Namen (und kleben prachtvolle Etiketten auf ihre Flaschen), sie sind auch ziemlich reich und besitzen (unter anderem) zwei 5-Sterne-Hotels: das Schlosshotel Kronberg im Taunus und den Hessischen Hof in Frankfurt. Zum Besitz der Familienstiftung gehört noch ziemlich viel Landwirtschaft und ein Pferdegestüt. Mit dem Wein fing die Sippe recht spät an. 1957 ging es mit 7 Hektar Rebland im Rheingau los. Inzwischen sind es dort 47 Hektar und ein zweites Weingut in Kalifornien.

Der Captain trinkt gerne antizyklisch, und zwar in mehrerlei Hinsicht. Wenn Kälte herrscht: stoffigen Weißwein. Wenn Hitze glüht: gekühlten Rotwein. Und wenn der Hochadel einschenkt: Wein von niederem Rang. Als solche könnte man die Rebsorte Scheurebe einordnen, sie ist ein Bauernwein, der bei guter Behandlung durchaus Glanz und Gloria zu entwickeln vermag. Vor allem im süßen Bereich. Manche bezeichnen die Scheurebe als kleine Schwester des Sauvignon Blanc.

Kurioses Detail am Rande: Der Sohn des Mannes, der 1916 die Scheurebe aus Riesling und versehentlich Bukettraube züchtete (während er glaubte, dass er Silvaner nimmt), arbeitete irgendwann um die 1980er-Jahre als Betriebsleiter bei Prinz von Hessen.

Also, der Captain trinkt jetzt die leistbare Scheurebe seiner Hoheit Donatus Prinz von Hessen und staunt über die prachtvolle Ausstattung der Flaschen aus diesem adeligen Haus. Ist übrigens nicht meine Hand:

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PRINZEN TAUFE. #prinzvonhessen #wein #riesling #family #feetporn #feet #art #artproject

Ein Beitrag geteilt von Alessa Pärn (@ms_flamingo) am

Im Glas durchscheinendes Hellgelb. In der Nase herrlich würzig nach frischen Kräutern. Ich rieche Stachelbeere total, Weiße Johannisbeere, Bachkiesel, ein Hauch Aprikose. Im Mund volle Kanne Grapefruit, wieder Stachelbeere, grüner Apfel, etwas Litschi, viel Saft. Ich spüre etwas Restsüße, die von feiner Säure gestützt wird. Das ist wirklich ein rassiger Jausenwein.

 


Datum: 19.5.2020
 

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