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Cooles Kalifornien: hard to find

Winemaker-Legende Jim Clenenden.
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Der Captain war auf einer hochkarätigen Kalifornien-Verkostung und trank Weine zum Niederknien, unter anderem einen göttlichen Chardonnay aus Santa Barbara. Leider sind solche Weine in Deutschland sehr selten.
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Im vergangenen Jahr verhängte Donald Trump Strafzölle auf viele europäische Produkte, darunter auch Weine aus bestimmten Ländern, die zu den großen Förderern der Airbus-Flugzeugwerke gehören, mit denen Boeing (großer US-Arbeitgeber) in erbitterter Konkurrenz steht. Auch der deutsche Weinbau ist betroffen. Jetzt kommt raus: Diese Maßnahme trifft die US-Weinbranche härter als ihre europäischen Kollegen. Warum das? Als Folge der einhergehenden Preiserhöhungen steigen US-Weinfreunde gar nicht auf einheimische Produkte um, sondern greifen eher zu Weine aus anderen Exportländern oder fahren ihren Weinkonsum runter, was wiederum den Importeuren und Händlern schadet. Dumm gelaufen. Ein Branchenvertreter sagt: Die Logik, dass Fans von weißen Burgunderweinen jetzt eher zu kalifornischen Chardonnays greifen, ist ein Irrtum. So funktioniert das nicht.

Einer, der sich nicht um Absatzprobleme sorgen muss, ist Kultwinzer Jim Cleneneden vom Weingut Au Bon Climat. Der Name des Betriebs verrät bereits, was Sache ist. Jims Chardonnays und Pinot Noirs aus der heißen Anbauregion Santa Barbara sind französisch gedacht und gemacht. Wie geht das bei der irren Hitze, die hier locker 40 Grad Celsius zur Tagesmitte erreicht? It’s the climate, stupid!

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Vom eiskalten Pazifik dringt feuchte Luft ins heiße Land und bildet Nebeltröpchen, die wie ein Sonnenschirm wirken und die Morgenkühle am Boden erhalten. Das lässt die Trauben langsamer reifen. So entstehen differenzierte Aromen in komplexen Weinen, die nichts mit den typisch-buttrigen Kalifornien-Bomben gemein haben.

Ein schönes Beispiel ist der Chardonnay Sanford & Benedict Vineyard, es ist ein sensationeller Tropfen. Dieser Wein ist ein absoluter Klassiker und muss schon aus Fortbildungsgründen getrunken werden. Er repräsentiert das „andere Kalifornien“ – schlank, elegant, europäisch und das ist selten. Er wuchs auf Böden aus Kiesel, Lehm und Kalkstein in der Einzellage Sanford und Benedict, ein legendärer Weinberg, auf dem kalifornische Weingeschichte geschrieben wurde. Goldgelb im Glas. In der Nase dezent, schmelzig und leicht nussig. Ich rieche Karamellbonbon und Aprikosenkompott, was eher auf einen dicken Wein verweist. Weit gefehlt! Denn im Mund herrscht großartige Spannung zwischen Säure und Fruchtkörper und meisterhafte Balance. Auf der Zunge zart-ölige Textur. Ich schmecke viel silbrige Säure von Zitrone, Limette, Grapefruit und Tatort-Spuren von Barrique mit Lavendel, hellem Honig und Karamell, alles raffiniert vereint und feindosiert, dass es eine Freude ist. Der Nachgang begleitet mich noch für Minuten und kann auch nicht von Wasser weggespült werden. Großartiger Wein, der leider alles andere als billig ist.

In den USA kostet dieser aufregende Wein 50 USD, in Deutschland habe ich online nur einen Anbieter gefunden, der den Wein vorhält. Der aber verlangt 100 Euro, also den doppelten Preis! Was tun? Ganz einfach. Der Captain fragte seine Newsletter-Abonnenten (12.000 an der Zahl), ob jemand einen Tipp hat und bekam einen brauchbaren Hinweis. Leser René → fand einen Händler in Frankreich, der dieser Wein für 45 Euro anbietet (Jahrgang 2017) und für 13 Euro pro 6er-Karton nach Deutschland und Österreich verschickt.

Seit den 1960er-Jahren wird in Santa Barbara kommerzieller Weinbau betrieben, Jim Clenenden gründete seinen Betrieb 1982.

 

Datum: 19.7.2020 (Update 7.8.2020)
 

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