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Komm zu Mama, kleiner Ripasso!

Hat dich dein großer Bruder schon wieder fertiggemacht?
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Ripasso, das ist der kleine Bruder des Amarone. Dunkel, intensiv, trocken aber nicht so teuer. Der Captain erklärt diesen Wein.

Ripasso, das ist das Sandwichkind in der Valpolicella-Familie. Der große Bruder des schlanken und erdigen Valpolicella und der kleine Bruder des mächtigen und dunkelwürzigen Amarone.

Ripasso vom Zeitwort ripassare hergeleitet, bedeutet wieder vorbeikommen, was auch beschreibt, wie es zu diesem Stil kommt.

Wieder vorbei kommt dabei die Gärung, indem die ausgepressten Beerenhäute der angetrockneten und dadurch konzentrierten Amarone-Trauben (siehe Foto) mit „normalem“ Valpolicella-Wein in Kontakt kommen.

So wird dieser Grundwein mit den würzigen Aromen des Amarone versetzt, der wieder zu gären beginnt und in Summe einen trockenen Wein mit intensiver Würze und Saftigkeit ergibt.

Ripasso-Weine sind im Valpolicella Classico-Gebiet nördlich von Verona beheimatet. In den hügeligen Ausläufern der von Norden kommenden Alpen.

Die Landschaft bezaubert mit ihren bewaldeten Hängen und den Weingärten zwischen Waldstücken.

Der Boden ist vor allem Schotter und kalkhältiger Ton, die von den Gletschern einer fernen Eiszeit herangeschoben wurden. Die bekanntesten Orte der Gegend, wo sich auch ein Teil der Weingärten für den Le Crosare Ripasso von den Cantine Lenotti befinden, heißen Fumane und Negrar.

Das Weingut selbst liegt in Bardolino direkt am Gardasee und der Le Crosare ist ein empfehlenswerter Ripasso.

Die Lenottis begannen vor gut 100 Jahren mit Bardolino-Weinen. Heute wird alles produziert was zwischen Gardasee und Verona Tradition hat. Dazu gehören auch Valpolicella, Valpolicella Ripasso und Amarone, der zusammen mit Brunello und Barolo zu den drei wichtigsten Weinen Italiens gerechnet wird.

Die ganze Familie ist in den Weinbau involviert. Vater Giancarlo ist als Önologe verantwortlich für die gesamte Produktion des Hauses. Rund 90 Prozent der Erzeugnisse von Lenotti werden in so gut wie alle Länder der Welt exportiert, wo man Wein trinkt.

Genug der einführenden Worte, ihr wollt schließlich wissen, wie der Tropfen schmeckt. Deshalb bin ich vorbereitet und habe den Wein bereits vor einer Stunde karaffiert. Er ist ja noch recht jung.

Nachdem der Le Crosare ausreichend Luft getankt hat, lasse ich den dunklen Saft über meine Zunge rinnen.

Dort erobern sogleich würzige Noten meine Geschmackspapillen, dass es nur so knistert.

Die Aromen des Le Crosare erinnern mich an ein gutes Apfelkompott mit Gewürznelken und Zimt. Brombeeren, Heidelbeeren und Maulbeeren spielen ihre besten Seiten aus. Das Gefühl im Mund erinnert an die Schoko-Haselnusscreme, die in Torten geschmiert wird.

Dieser Ripasso ist gebaut wie ein Schwimmer, kräftig und sehnig. Nicht wie ein Diskuswerfer mit seiner üppigen Muskelmasse.

Die Rebsorten in diesem Wein sind zum Großteil die traditionellen Amarone-Rebsorten Corvina und Rondinella, deren hübsche Namen nur zufällig mit Raben (Rabe = corvo) und kleinen Schwalben (Schwalbe = rondine) zu tun haben. Dazu kommt ein Schuss Molinara. Der Alkohol beträgt 14,5 %, was kräftig klingt, aber sehr zivil schmeckt.

Ripasso ist ein Wein für trübe Tage, die er mit seiner leichtfüßigen Art erhellt. Auch die Preise erhellen das Gemüt, da für einen einigermaßen guten Wein weit weniger hinzublättern ist als für einen Amarone.

 


Datum: 14.4.2018
 

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