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Komm zu Papa, kleiner Ripasso!

Winzer Giancarlo Lenotti prüft die Ware.
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Ripasso, das ist der kleine Bruder des Amarone. Dunkel, intensiv, trocken aber lange nicht so teuer. Der Captain erklärt diesen Wein.
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Ripasso, das ist das Sandwichkind in der Valpolicella-Familie. Der große Bruder des schlanken und erdigen Valpolicella und der kleine Bruder des mächtigen und dunkelwürzigen Amarone. Ripasso vom Zeitwort ripassare hergeleitet, bedeutet wieder vorbeikommen, was trefflich beschreibt, wie es zu diesem Stil kommt.

Wieder vorbei kommt dabei die Gärung, indem die ausgepressten Beerenhäute der angetrockneten und dadurch konzentrierten Amarone-Trauben (Corvina, Rondinella, Corvinone und weitere zu kleinen Anteilen) mit „normalem“ Valpolicella-Wein in Kontakt kommen. So wird dieser Grundwein mit dem würzigen Trester des Amarone aufgepimpt, beginnt wieder zu gären und ergibt einen trockenen Wein mit intensiver Würze und Saftigkeit. Das Verfahren erfand in den 1960er-Jahren die Riesenkellerei Masi.

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Ripasso, das ist das Sandwichkind in der Valpolicella-Familie. Der große Bruder des schlanken und erdigen Valpolicella und der kleine Bruder des mächtigen und dunkelwürzigen Amarone. Ripasso vom Zeitwort ripassare hergeleitet, bedeutet wieder vorbeikommen, was trefflich beschreibt, wie es zu diesem Stil kommt.

Wieder vorbei kommt dabei die Gärung, indem die ausgepressten Beerenhäute der angetrockneten und dadurch konzentrierten Amarone-Trauben (Corvina, Rondinella, Corvinone und weitere zu kleinen Anteilen) mit „normalem“ Valpolicella-Wein in Kontakt kommen. So wird dieser Grundwein mit dem würzigen Trester des Amarone aufgepimpt, beginnt wieder zu gären und ergibt einen trockenen Wein mit intensiver Würze und Saftigkeit. Das Verfahren erfand in den 1960er-Jahren die Riesenkellerei Masi.

Ripasso-Weine sind im Valpolicella Gebiet nördlich von Verona beheimatet. In den hügeligen Ausläufern der von Norden kommenden Alpen. Die Landschaft bezaubert mit bewaldeten Hängen und Weingärten zwischen Waldstücken. Der Boden ist vor allem Schotter und kalkhältiger Ton, von den Gletschern einer fernen Eiszeit herangeschoben. Die bekanntesten Orte der Gegend, wo sich auch ein Teil der Weingärten für den Le Crosare Ripasso der Cantine Lenotti befinden, heißen Fumane und Negrar. Das Weingut selbst liegt in Bardolino direkt am Gardasee und Le Crosare heißt ein sehr ordentlicher Ripasso des Hauses, der knapp über 10 Euro kostet.

Die Lenottis begannen vor gut 100 Jahren mit Bardolino-Weinen. Heute wird alles produziert was zwischen Gardasee und Verona Tradition hat. Dazu gehören auch Valpolicella, Valpolicella Ripasso und Amarone. Die ganze Familie ist in den Weinbau involviert. Vater Giancarlo ist als Önologe verantwortlich für die gesamte Produktion des Hauses. Rund 90 Prozent der Erzeugnisse von Lenotti werden in so gut wie alle Länder der Welt exportiert, in denen man Wein trinkt.

Genug der einführenden Worte, ihr wollt schließlich wissen, wie der Tropfen schmeckt. Deshalb bin ich vorbereitet und habe den Wein bereits vor einer Stunde karaffiert. Er ist ja noch recht jung. Nachdem der Le Crosare ausreichend Luft getankt hat, lasse ich den dunklen Saft über meine Zunge rinnen. Dort erobern sogleich würzige Noten meine Geschmackspapillen, dass es nur so knistert. Die Aromen erinnern mich an gutes Apfelkompott mit Gewürznelken und Zimt. Brombeeren, Heidelbeeren und Maulbeeren spielen ihre besten Seiten aus. Das Gefühl im Mund erinnert an Schoko-Haselnusscreme, die in Torten geschmiert wird. Dieser Ripasso ist gebaut wie ein Schwimmer, kräftig und sehnig. Nicht wie ein Diskuswerfer mit üppiger Muskelmasse. Rebsorten in diesem Wein sind zum Großteil die traditionellen Amarone-Trauben Corvina und Rondinella, deren hübsche Namen nur zufällig mit Raben (Rabe = corvo) und kleinen Schwalben (Schwalbe = rondine) zu tun haben. Dazu kommt ein Schuss Molinara. Der Alkohol beträgt 14,5%, was kräftig klingt, aber sehr zivil schmeckt.

Ripasso ist ein Wein für trübe Tage, die er mit seiner leichtfüßigen Art erhellt. Auch die Preise erhellen das Gemüt, da für einen einigermaßen guten Wein weit weniger hinzublättern ist als für einen Amarone.

 


Datum: 6.1.2020
 

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