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Beim Zeus, was für ein Wein!

Vergesst Sylt!

Vilana

Vilana

Idaia, Griechenland

7,49 €

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Vilana heißt eine urtümliche Rebsorte aus Kreta, die trotz der irren Hitze erfrischende Weißweine ergibt. Griechenland-Bescheidwisser Ralph Urban hat so einen Tropfen für euch verkostet.
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Heute nehme ich Euch mit auf die Südinsel der Griechen: Kreta.

Das Eiland fasziniert mich mit uralten Fundstätten, endlosen Olivenhainen, Duft von Thymian in den Bergen, sauberem blauem Meer und schönen Stränden. Ja und natürlich auch mit ausgezeichnetem Wein.

Der antike Name der Insel ist Idaia. So hieß die Mutter der neun Kureten. Schwer bewaffnete Dämonen, Töchter des kretischen Königs Zeus (nicht der gleichnamige Gott).

Die neun Kureten waren auf Kreta die Begleiter der minoischen Geburtsgöttin Diktynna und der Bergmutter Rhea, auch Geburtshelfer des kretischen Zeus. Dieser kretische Zeus benannte die Insel nach dem Namen seiner Gattin Idaia.

Auf Kreta wurden früheste Zeugnisse des systematischen Weinanbaus sowie des Weinhandels gefunden. Bereits die Ureinwohner der Insel, die Minoer, stellten Wein her. Diese erste Hochkultur Europas hatte viele Ähnlichkeiten mit den alten Ägyptern, denen die Minoer durch regen Handel verbunden waren.

Man kann nicht von der Hand weisen, dass genau diese Insel tatsächlich so etwas wie der Geburtsort unseres Kontinents ist, landete hier doch der Sage nach Gottvater Zeus mit seiner Tochter Europa.

In den alten Hochkulturen spielte der Weinanbau schon von Anfang an eine große Rolle. Damit Ihr versteht, was ich meine: Wein wird ungefähr seit 5 bis 6 Jahrtausenden kultiviert.

Viele der ältesten Weinpressen, die man kennt, sind auf Kreta entdeckt worden. Es gilt als nachgewiesen, dass schon die Minoer Wein exportierten. Der Gesetzeskodex von Gortyn ist der erste gesetzliche Text in Europa. Er umfasst die ältesten Regeln für den Weinanbau, die man bisher finden konnte.

Gortyn war auch die erste Inselhauptstadt der Römer. Aber die Wurzeln der Stadt reichen bis in die minoische Zeit. Der Ort befindet sich im zentralen Süden Kretas, in der Nähe von Agios Deka auf der Messara-Ebene.

Nördlich davon, im Bezirk Malevizi, beginnt ein schon seit der Antike existierendes Weinanbaugebiet, das nach dem Ort Dafnes benannt wurde. In zentraler Position dieses Anbaugebietes liegt Venerato, und zwar auf einem der niedrigsten Ausläufer des 2.456 Meter hohen Berges Psiloritis im Ida-Gebirge.

Psiloritis ist der höchste Berg der Insel. Auf der Ostseite des Dorfes gibt es viele Weinberge und Olivenhaine. In dieser Umgebung existiert eine der besten Weinkellereien Zentralkretas, die sinnvollerweise den Namen Idaia trägt.

Das Symbol des Weinguts Idaia ist ebenso antik und stammt vom berühmten Phaistos-Teller. Es stellt eine achtblättrige Margerite dar. Die alten Minoer glaubten, dass es den Sirius-Stern symbolisiert. Dieses Emblem fand sich später auch auf vielen anderen antiken Resten in Griechenland wieder.

Hier in diesem so historischen Gebiet einen Wein zu verkosten, muss jeden Weinkenner in Hochstimmung versetzen, vorausgesetzt der Wein im Glas hält diesem Erwartungsdruck stand.

Die Eigentümer des Weinguts Idaia, der Önologe Vasilis Laderos und seine Ehefrau, die Agronomin Calliope Volitaki, haben das bei mir geschafft.

Was die beiden aus den kalk- und tonhaltigen Böden und den alten kretischen Rebsorten herausholen, sollte nicht nur auf diesem heiligen Boden Kretas Weinliebhaber zum Jubeln bringen. Besonders der Wein Idaia Gi Vilana hat es mir angetan. Vilana ist eine kretische Rebsorte.

Oft schon hatte ich Vilana-Weine im Glas. Da waren durchaus schöne Tropfen von guten kretischen Winzern dabei. Aber der von Idaia hat es in sich.

Eigentlich ist er kein sortenreiner Vilana. Der Wein enthält 15% Sauvignon Blanc.

Im Glas blassgelbe Farbe mit grünlichem Funkeln. Meine Nase wittert Zitrone und Orange, Birne und Jasmin. Der Wein wirkt mit seinem wunderbaren Säurespiel am Gaumen lebendig und erfrischend. Ich überlege gerade, wie warm, nein wie heiß es auf Kreta ist, und wundere mich über diese schöne Säure und den Alkoholgehalt von 12,9 Volumenprozent. Ich fühle mich an einen guten Pinot Gris mit erfrischendem Zitrusaroma erinnert, entdecke aber auch erdige und würzige Noten.

Ein Wein für Entdecker autochthoner Köstlichkeiten, sehr ölig, viel Druck und eine gute Länge. Ein echtes Schnäppchen nicht nur für den Sommer. Trinkt ihn zwischen 10 und 12 Grad.

Wenn Ihr Euch fragt, welche Speisen dazu passen, dann empfehle ich gegrillten Salzwasserfisch wie Dorade, milden Weichkäse und frische Salate

 


Datum: 13.11.2017