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Schön durch Reife

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Das Lagern von Weinen ist aus der Mode gekommen. Alte Weine gibt es nur selten zu kaufen. Ein Plädoyer für den Weinkeller. Und ein paar Fundstücke aus dem Netz.
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Ende November werden europaweit fast alle Jungweine unters Volk gebracht, vor allem der weinähnliche Beaujolais-Nouveau.

Mit wenigen (dann aber mitunter extrem interessanten) Ausnahmen sind diese Flaschen zu vergessen. In einem Keller haben solche Weine jedenfalls nichts verloren, denn der macht sie auch nicht besser.

Womit wir beim Thema wären, die in Vergessenheit geratene Lagerung von Weinen. Eine Tradition, die früher gang und gäbe war.

Aber lasst mich kurz auf mein Insta inweisen, damit ihr keine meiner grandiosen Mittrink-Aktionen versäumt:

Was für ein Paar! Leser Kolja Int-Veen und seine Schöne @peanut_milk_and_little_nut nahmen an meiner Verkostungsaktion #familiensagalanguedoc mit @vinsdulanguedoc teil und tranken eine rote Cuvée von #MasdeMartin. Kolja: „Rotwein gehört für mich tendenziell immer in die kältere Jahreszeit – obwohl ich ihn gerne das ganze Jahr über trinke. Daher kommen mir direkt solche Dinge in den Kopf wie Wolldecke, Kamin, Duft von Holz was langsam verbrennt. Ich würde diesen Tropfen mit jedem Weinliebhaber teilen – mit meiner Frau jedoch am liebsten! :-)“ Und an wen erinnert Kolja dieser Wein? „Meine Mama, da ist wieder Geborgenheit.“ #familiensagalanguedoc #captaincork #matrosentrinken #spuckengiltnicht #languedoc

Ein Beitrag geteilt von CaptainCork (@captaincork_winemag) am

Als Wein Mitte der Neunziger-Jahre zum Lifestylegetränk mutierte, fielen alle bislang bekannten Regeln für seine Aufbewahrung.

Moderne Kellertechnik macht Wein zum berechenbaren Genussmittel. Junge, eigentlich zur Lagerung geeignete Weine werden seither mit Chemie und Physik schnell trinkbar gemacht; der Jahrgangsunterschied auf ein Minimum reduziert.

Ein Galestro von Antinori schmeckt immer gleich. Der teure Rotwein Tignanello aus gleichem Hause eigentlich auch. Richtig große Schwankungen – wie noch vor zwanzig Jahren üblich – sind nicht mehr auszumachen. Das gibt den Konsumenten zwar eine gewisse Sicherheit, macht einen aufmerksamen Umgang mit dem Getränk jedoch obsolet.

Noch in den 1980er-Jahren hörten viele Winzer mitten in der Weinlese auf, weil sie nicht garantieren konnten, dass sie einen Wein keltern würden, der ihren Ansprüchen genügt.

Das ist Vergangenheit, heute wird in jedem Jahr, selbst in einem wirklich schlechten, brauchbarer Wein auf die Flasche gebracht. Die Nachfrage ist da. Und wird bleiben.

Das macht das Einlagern unnötig, die Reserve für schlechte Jahre. Früher kauften Gastronomen und Privatleute viel Wein aus einem guten Jahrgang, um ihn für schlechte Jahre parat zu haben. Weinenthusiasten bauten sich Keller, die zu Tempeln gerieten. Das ist vorbei, denn heute ist alles jederzeit verfügbar. Auch alter Wein. Man muss nur den Preis dafür zahlen.

Die meisten Winzer und Händler tun wenig, um die Konsumenten auf die richtige Reife ihrer Weine aufmerksam zu machen. Die Verantwortung liegt zur Gänze beim Endverbraucher. Das hat einen guten Grund, alle Beteiligten sind froh, wenn der Wein aus dem Haus ist. Denn dann kann man auch die Rechnung stellen.

Nur wenige deutsche Traditionswinzer wie etwa → Bürklin-Wolf lagern noch ältere Jahrgänge und bringen sie auf Anfrage später in den Verkauf.

Auch haben sich einige Händler auf ältere Weine spezialisiert. Das ist aber immer noch ein Geschäft mit wenigen Enthusiasten. Und das ist schade, denn so manche (auch trockene) Spätlese oder Auslese zeigt erst nach zehn und mehr Jahren, welche Kraft und Aromatik sie in der Jugend verborgen hielt.

Dennoch findet man auch heute gut Gelagertes, mitunter wohl Vergessenes, auch in populären Webshops. Hier eine kleine Auswahl:

 


Datum: 3.1.2019
 

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