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Der Elite-Wein

Vanessa Axt mit Luxuskorken für den G.
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Unbeirrbar und mit viel Geld verfolgt der Deutsche Philipp G. Axt sein Ziel, in Südafrika einen Rotwein von Weltruf zu schaffen. 10 Jahre nach dem Start zieht er für den Captain Bilanz.
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Die gute Nachricht vorweg: 4G Wines, das Weinprojekt, das vor 10 Jahren mit einem kühnen Traum begann, wird 2019 vermutlich keine Verluste machen. Das erste Mal in seiner Geschichte. Das ist bemerkenswert für eine Unternehmung, die 2008 ein Mann beim Wandern in den österreichischen Alpen gebar, der vom Weinbau keinen blassen Schimmer hatte.

Einen Elitewein wollte er kreieren. Einen, der Begehrlichkeit bei jenen weckt, die schon alle hatten. Pétrus – gähn! Grange: schnarch! Pingus, Masseto, Screaming Eagle: pfff!

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Die gute Nachricht vorweg: 4G Wines, das Weinprojekt, das vor 10 Jahren mit einem kühnen Traum begann, wird 2019 vermutlich keine Verluste machen. Das erste Mal in seiner Geschichte. Das ist bemerkenswert für eine Unternehmung, die 2008 ein Mann beim Wandern in den österreichischen Alpen gebar, der vom Weinbau keinen blassen Schimmer hatte.

Einen Elitewein wollte er kreieren. Einen, der Begehrlichkeit bei jenen weckt, die schon alle hatten. Pétrus – gähn! Grange: schnarch! Pingus, Masseto, Screaming Eagle: pfff!

Einen Wein, den nicht jeder bekommt, weil es gar nicht so viel davon gibt. So entstand dieser Wein mit eigentümlich minimalistischem Namen: G. Etwa 5.000 Flaschen befüllt Axt pro Jahr. Das ist quasi nichts.

G. wie Gustav mit einem Punkt hintendran. Weil Philipp Gerhard Axt und die drei Partner, mit denen er das Abenteuer startete, irgendwo im Namen ein G hatten. Das geht auch origineller, denkt man sich, aber das ist ungerecht. Es soll Start-ups mit lustigeren Namen geben, die es nicht so weit brachten. Ein Zweitwein existiert auch, den Axt „Echo of G.“ taufte, damit jeder versteht. Anders als zum Beispiel im Bordelais, wo die Herkunft der Zweitweine unedler als die der Erstweine ist, wird der Zweitwein von Axt aus demselben Traubenmaterial gekeltert wie der Erstwein. Der Unterschied liegt in der Cuvéetierung. Wenn der G. fertig gemixt ist, kommt der Rest in den Echo of G. So einfach ist das. Und weil wir schon beim Thema Trauben sind: Für den G. und den Echo of G. werden an 12 unterschiedlichen Geheimstandorten im Großraum Western Cape die Rebsorten Syrah, Cabernet Sauvignon, Petit Verdot und Cabernet Franc angebaut. In Rebzeilen, die langfristig gepachtet sind. Die Vermieter mussten einer strengen Verschwiegenheitsklausel zustimmen. Als der Captain mit Philipp G. Axt die 4G-Stöcke abschritt, hatte er heilig zu versprechen, niemandem zu verraten, wo die Früchtchen stehen. Vinifiziert wird an einem ebenso geheimen Platz in den Hügeln von Stellenbosch. Vieles bei 4G ist sehr, sehr geheimnisvoll.

In diesem Video zeigt Philipp Axt seine geheimen Rebstöcke und erklärt, wie die 4G-Weine entstehen. Ehefrau Vanessa, die aussieht, als wäre sie aus einem Botticelli gesprungen, kümmert sich ums 4G-Marketing und ist auch dabei.

Und das erfährt ihr in diesem Video:

  1. Was in den letzten 10 Jahren schief lief und was gelang.
  2. Wie wir durch eine spezielle Rebschnitt-Technik die Qualität unserer Weine erhöhen.
  3. Wie die Rebstöcke von 4G Wines aussehen.
  4. Wie der Weinkeller von 4G Wines aussieht.
  5. Das Geheimnis unserer Bordeaux-Barriques.
  6. Warum ich Wein und keine Salami mache.

Um die Weinbergsarbeit bei 4G kümmert sich ein mobiles Team, das von Standort zu Standort tourt. Gelesen und selektioniert wird mit Schutzhandschuhen. Die kleinste Verunreinigung soll vermieden werden. Die Pflege der Stöcke erfolgt unter Anwendung eines ausgeklügelten Schnittprogramms nach Marco Simonit und Pierpaolo Sirch. Die beiden Agronomen aus dem Friaul erfanden eine Methode, die auch als „sanfter Rebschnitt“ bekannt ist. Ziel der Übung ist die behutsame Bearbeitung der Rebanlagen, denen eine längere Lebenszeit bei lang anhaltendem Saftfluss zuteil wird. Philipp Axt erklärt das im Video genauer. Und sagt: Hier in Südafrika werden Rebstöcke selten älter als 25 Jahre, weil dann der Ertrag rapide sinkt und die Pflanzen ausgerissen werden.

Was Wein betrifft, lag Philipp Axt lange Zeit auf der Genießerseite. Schon während des BWL-Studiums in Frankreich trank er sich durch die großen Appellationen. Es waren die 1990er-Jahre und die Preise noch moderat. Dann kam die Karriere. Als Unternehmensberater kümmerte sich Axt um Großprojekte. Zum Beispiel die Planung einer U-Bahn für Doha. Das ist dort, wo 2022 die Fußball-WM stattfinden wird. Vielleicht auch nicht, weil sich vor kurzem herausstellte, dass der Zuschlag durch Korruption zustande kam. Oder genau deshalb erst recht. Irgendwann war Axt es leid, für andere große Brötchen zu backen: Man ist ein kleines Rad. Oft entscheiden jene, die am wenigsten Ahnung, aber das meiste Geld haben. Das ist frustrierend. Jetzt macht Axt Weine für genau die Sorte Menschen, die ihm früher auf die Nerven ging. Wie ironisch.

Wenn er zu Blindverkostungen eingeladen wird, ist Axt nicht mehr der kleine Projektleiter, sondern Botschafter aus dem Paradies des Weins. Und die Reichen, die ihn einst herumkommandierten, bekommen leuchtende Augen. Weine machen Leute. Der Captain erlebt das immer wieder.

Apropos Geld. Axt sagt: Wenn der G. gegen die teuersten Kultweine aus Kalifornien, Bordeaux, Spanien, Italien und Australien antritt, bekommt er meistens die besten Noten. Und ist der billigste Wein. Ach ja, eine Flasche G. kostet zwischen 350 und 500 Euro. Je nach Jahrgang und Händler.

Kommen wir zum aktuellen Jahrgang 2014 des G. mit dem rätselhaften Beinamen „67 Imizuzu“. Der Captain vergaß zu fragen, was das bedeutet. Ist wahrscheinlich unwichtig. Die Flaschen sind ein Sonderformat aus Frankreich, die Kapseln werden in Österreich gefertigt, der ungewöhnlich lange Kork kommt aus Portugal, die Etiketten entwarf ein Berliner Künstler. Sie wurden in einer Schweizer Kunstdruckerei gefertigt und geben unter Bestrahlung mit Ultraviolett-Licht eine verborgene Botschaft preis. Stimmt, die Inszenierung des G. ist ziemlich aufgezwirbelt. Schmeckt der auch so?

Es duftet nach Pflaumenmus, Pumpernickel und ein bisschen Blumenwiese. Ich rieche Veilchen, dann etwas Graubrotrinde, Preiselbeerkompott, gemahlenen schwarzen Pfeffer, Lakritze, Schokoladeguss einer Sachertorte und diesen animalischen Duft der Rhône. Im Mund ausbalanciert und geschmeidig wie ein Akrobat im Zirkus Roncalli. Von allem, was einen Spitzenwein ausmacht, ist was dabei. Kalifornien: Schmelz; Bordeaux: Konzentration; Burgund: Eleganz; Piemont: Saftigkeit; Australien: Würze. Dass dieser Wein aus Südafrika stammt, merkt man gar nicht. Im Abgang feinster Kräuterbitter und rote Beerenkonfitüre.

Warum ging Axt ausgerechnet hierher, um seinen Wunderwein zu kreieren? Bei der Antwort kommt der Analytiker durch: Weil hier noch kein großer Namen strahlt und es relativ einfach war, vom Stand weg den teuersten Wein zu machen. Ich will die Marke 4G Wines weltberühmt machen.

Als es los ging, kalkulierte Axt mit rund 750.000 Euro Kosten, bis sich das Projekt von selber trägt. Pustekuchen. Es wurden drei Millionen. 60 Investoren legten jeweils zwischen 10.000 und 250.000 Euro hin. Lohn der Geduld in jedem verlustbringenden Jahr: Eine Kiste G. als Dividende für jeden Aktionär.

Der G. steht im Burj al Arab, Baur au Lac, Louis C. Jacob, Adlon, Sansibar, Hangar 7 (Salzburg), el paradiso (St. Moritz) und Eleven Madison Park (NYC) auf der Weinkarte und wird bestellt. In Südafrika tastet sich gerade die neue Elite an ihn ran. Er geht hauptsächlich in der Wirtschaftsmetropole Johannesburg über den Tresen. Im schicken Nobu schon mal 6 Flaschen an einem Abend. Work hard, play hard? An die Arbeitsweise im Land müsse man sich gewöhnen, sagt Axt und erzählt, wie es läuft: Wer hier nach deutschen Prinzipien denkt und handelt, landet in der Klapsmühle. Die Bürokratie ist unerträglich, auf nichts ist Verlass. Aber man kriegt das irgendwie geregelt. Hier ist so viel Potenzial, das nur langsam auf die Straße kommt. Axt ist trotzdem Optimist geblieben: Ich will dabei sein, wenn es in diesem Land aufwärts geht.

Der G. ist teuerster Wein Südafrikas. Für ein altes, stolzes Weinland mit 370 Jahre währender Tradition ist das ziemlich verwunderlich.

Um die Weinszene in Südafrika zu verstehen, muss man zurück in die jüngere Geschichte gehen. 1986 verhängten die wichtigsten Handelspartner Südafrikas Sanktionen gegen das Land, um Druck gegen die Apartheid aufzubauen. Der Export brach ein und versetzte die eben aufgeblühte Weinszene in Schockstarre. Viele Winzer gaben auf. Hoffnungsvoll angeschobene Weinprojekte endeten jäh. Im Februar 1990 kam Nelson Mandela frei, im Juni 1991 wurden die Apartheidsgesetze aufgehoben und in der Folge die Sanktionen beendet. Sofort strömte wieder Geld ins Land. Auch in die Weinwirtschaft. Aber leider nur in jenen Teil, der bis heute nicht zum Ruhm der Weine Südafrikas beiträgt, nämlich in die Produktion alkoholstarker Massentropfen für die Supermärkte Nordeuropas.

Eben Sadie, der baumlange Kultwinzer im wilden Swartland, dessen Rotwein Columella zu den wenigen wirklich großen Weinen des Landes gehört, sagte dem Captain auf einer Winzerparty unter dem sternenbehangenen Himmel am Kap: Bis heute hat sich der Südafrikanische Wein nicht davon erholt. Sadie gilt nicht nur als einer der berühmtesten Winzer im Land, er ist auch Hobby-Historiker, der sich intensiv mit der Geschichte seiner Heimat beschäftigt.

Mit der Geschichte des G. sind zwei große Namen verwoben: Denis Dubourdieu und Giorgio Dalla Cia. Letzterer wurde 4G-Kellermeister der ersten Stunde als er sich gerade zur Ruhe setzen wollte. Doch die challenge reizte ihn. Der umtriebige Friulaner entstammt einer Schnapsbrenner-Familie und war nach Stellenbosch gekommen, um dem Weingut Meerlust zu neuem Glanz zu verhelfen. Mit seinem Know-how, das er sich in Frankreich angeeignet hatte: Kaltmazeration, subtiles Holzmanagement etc. Für Meerlust ersann er die Bordeaux-Blend Rubicon. Das war Ende der 1970er-Jahre, als die Weinkuktur Südafrikas sich anschickte zur Weltspitze aufzuschließen. Leider kam es anders. Philipp G. Axt: Man bekommt vereinzelt noch alte und perfekt gereifte Weine aus jener Zeit zu trinken, die einen ahnen lassen, welch gewaltige Chancen das Land damals hatte.

Am 2. Februar 2009 standen Axt und Dalla Cia im Weinberg und Giorgio sagte: Jetzt geht es los! Der Aufschrei war groß, als der erste offizielle Jahrgang 2010 auf den Markt kam. Southafrica was not amused. Die Wichtigtuer aus Deutschland kamen nicht gut weg. Aber die Szene beruhigte sich, als die ersten Verkostungsergebnisse die Runde machten. Dalla Cia erkrankte und Weinberater Dubourdieu übernahm. Der Weinprofessor aus dem Bordelais gilt als Erneuerer der weißen Bordeauxweine und beriet (unter anderem) Château Cheval Blanc in Saint-Émilion. Dubourdieu lebt heute leider nicht mehr. Aber seine kühle Stilistik prägt die 4G-Weine bis heute.

Und wie schmeckt der Zweitwein Echo of G. aus dem Hause 4G Wines, der für 110 bis 132 Euro angeboten wird? Die ganze Kiste kostet 700. Der Captain ist kein Großverdiener, sein Herz gehört dem Mittelstand. Weiter unten können seine Leser eine 6er-Kiste für nicht mal 500 Euro bestellen. Oder die Einzelflasche für 99 Euro. Das hat der Captain bei Philipp G. Axt klar gemacht.

Ja, auch der Echo of G. ist nicht gerade ein Schnäppchen. Aber deutlich günstiger als sein großer Bruder G. Und geschmacklich nicht weit von ihm entfernt:

In der Nase konzentrierte rote Beeren, vor allem Schwarze Johannisbeere, aber auch Brombeere, Holunderbeere, Ribisel und Heidelbeere. Dann After Eight, Kakaopulver, frische Gartenkräuter, kalter Kamin und Bleistift. Im Mund rotfruchtig, mineralisch und herrlich weich, dabei streng strukturiert wie ein Zen-Garten. Ich schmecke angeröstete rote Paprika, Schwarzkirsche, Cassis und alle weiteren Beeren, die ich bereits in der Nase hatte. Im Abgang kräutrig und mit silbriger Säure. Stilistisch liegt dieser Wein irgendwo zwischen Bordelais und Rhône – das ist interessant und war vor 200 Jahren gang und gäbe. Damals kippte man nämlich gerne ein bisschen Hermitage in Bordeaux-Blends hinein, um sie aufzupimpen. Château Palmer macht das in ausgewählten Jahrgängen heute wieder.

So, und jetzt zum Leser-Angebot:

Philipp G. Axt haut für die Freunde des Captain seinen Zweitwein Echo of G. für rund 30% günstiger raus!

  1. Eine gemischte Echo-Kiste mit drei Flaschen 2012, zwei Flaschen 2011 und einer Flasche 2010 zum Sonderpreis von 499 Euro statt 720 Euro.
  2. Alternativ gibt es die Einzelflasche Echo of G. 2012 für 99 Euro.

Alles inklusive Mehrwertsteuer und Versand innerhalb Deutschlands. Lieferung außerhalb DE auf Anfrage.

Bestellt (und nachgefragt) wird via E-Mail hier → captaincork@4g-wines.com

 


Datum: 9.7.2019 (Update 13.7.2019)
 

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