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Terroir? Nein danke!

Terroir_Nein danke_ART
Andreas Laible zupft.
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Unser Weintester Boris Maskow hält nichts vom Terroir-Gerede und pfeift auf Winzerromantik. Er will einfach nur gut trinken und stellt uns eine ganz eigenständige Riesling-Spätlese aus Baden auf den Tisch.
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Das vielbeschworene Wort Terroir sieht phonetisch geschrieben ganz schön grässlich aus: [tɛˈro̯aːɐ̯]

Genauso grässlich finde ich das ganze Weingewäsch um Familie, Tradition, steile Weinbergslagen und den VDP-Traubenadler. Jaja, blabla, da winke ich meist nur noch ab. Rebenblut und Boden eben. Terroir-Terror. Um das nicht noch und nöcher runterzuspulen, hier der Vorspann in aller Kürze:

Die Laibles sind seit dem 17. Jahrhundert schon Winzer und kennen ihre Steillagen, den kargen, aber vielfältigen Boden vor Ort in Durbach, die Vielzahl der Klone und Selektionen bereitet ihnen keinerlei Mühe, sondern aufrichtige Freude.

Damit genug der schönen Weinfolklore und wer sich das mal angucken mag, der kann ja hinfahren, zum Winzer. Bis auf eine kleine Gruppe völlig verrückter Weingecken macht das aber sowieso niemand. Muss auch nicht sein, der Wein kommt ja dank Internet auch ohne mühsames Weinbergswandern ins Haus.

Nur, wer kann vorher wissen, was ihm das bunte Internet da so anzubieten hat?

Eben. Deshalb gibts ja oben erwähnte Weingecken, die durch Weinberge und Verkostungsreihen gehen, um am Ende nur die besten Weine durchzulassen, omnia ad maiorem vini gloriam. Wie diesen hier: Durbacher Plauelrain Riesling trocken Achat.

Eine trockene Spätlese? Da muss man eigentlich Angst bekommen. Sind da vielleicht nur noch Spinnweben drin? Iwo.

Nicht beim Laible, nicht beim Achat. Da ist so viel spontaner Spass drin, wie in der berühmten Horde Kinder ohne Aufsicht. Vor allem wirkt da nichts aufgesetzt, bonbonig, gemacht oder gekünstelt. Zitrusfrucht ist hier Zitrusfrucht, die Säure schmeckt hier so speichellösend, dass das Glas nach dem Trinken voller ist, als vorher. Entschuldigung,.

Sanddorn, Sauerkirsche und vermittelnde, reife Pfirsichnoten, die mit Luft einen Touch von Feige bekommen, runden den Wein gekonnt ab.

Die Rheingau-Schiefermineralik gibt es beim Laible nicht, auch nicht die Backen zusammenzerrende Säure der Mosel und das gemütlich Pfälzische sowieso nicht. Dieser Riesling ist wie ein überraschender Achateinschluss in einer Idar-Obersteiner Edelsteinmine.

Der Plauelrain Achat von Laible ist ein Wein von ganz eigenem Gepräge und Herkunft, die jedes Terroirgefasel obsolet wirken lässt.

 


Datum: 19.5.2017
 

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