Rotwein aus Österreich hat im Gegensatz zu seinen weißen Weinen ein kleines Problem. Denn er wird außerhalb der Alpenrepublik praktisch kaum wahrgenommen - lässt man weinbegeisterte Zirkel mal beiseite. Was der Grüne Veltliner international an Anerkennung geschafft hat, muss der österreichische Rotwein noch schaffen. Was nichts (um das mal in aller Deutlichkeit zu sagen) mit der oft hervorragenden Qualität zu tun hat.
Der Grund ist ein anderer. Die Österreicher saufen lieber alles selber weg. Über die Grenzen schwappt nur wenig roter Spitzenwein. Im benachbarten Ausland punktet man lieber mit günstigem Spaß-Zweigelt . Und auch das nur in Maßen. Denn österreichischer Rotwein darf außerhalb Österreichs nur eines nicht: viel kosten.
Rote Ösis sind relativ günstig
Preise spiegeln immer eine Wertschätzung wieder. Wer viel ausgibt, erwartet viel. Sei es an Qualität oder Prestige. Oder beides. Da darf man froh sein, dass österreichischer Rotwein international verglichen doch eher mit bescheidenen Preisen hausieren geht. Wo die Preise von Spitzenblaufränkisch aufhören, beginnen die von Burgunder, Barolo, Bordeaux, Priorat und Konsorten. Also, Matrosen: schlagt bei Ösi-Rotwein zu und betet, dass sie international weiterhin kaum beachtet werden. Der Kontostand wird es danken.
Zur Sache mit dem Blaufränkisch. Er ist Österreichs wiederentdeckter Stolz. Die einzige Rebe von dort, die internationale Größe hat. Das war nicht immer so. Noch in den 70ern und 80ern wurde der Blaufränkisch ziemlich stiefmütterlich behandelt. Als jemand, dem man Größe nicht so recht zutraut. Und stat dessen lieber Cabernet Sauvignon und Merlot auspflanzt. Gottlob sind die 80er mit ihren bekannten Geschmacksverirrungen wie Schulterpolster und toupierte Haarsprayfrisuren passé. Man besinnt sich wieder auf innere Haltung. Und das ist gut so.
Südburgenland, Ar..., äh, Ende der Welt
Tauchen wir noch tiefer ab in Österreichs Rotweinszene. Dort ist seit einigen Jahren eine kleine abseits liegende Region Brennpunkt einer unglaublich dynamischen Winzerschaft - das Südburgenland. Wenn die österreichische Welt einen A. (der Zahlmeister hat verboten, hier an Bord mit Fäkalwörtern zu hantieren) haben sollte - das Südburgenland würde ganz sicher dort liegen. Wobei das jetzt bitte als Kompliment gemeint ist. Machen sie ruhig mal Urlaub im Südburgenland - die Ruhe dort wird sie fertig machen, wetten?
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Bei Winzer Manfred Kopfensteiner kostet Kosten wenig. (Foto: Kopfensteiner) 



Nehmen wir doch Uwe Schiefers Szapary Blaufränkisch. Für gerade mal 25 Euro bekommt man einen Rotwein von internationalem Format! Das trinkt man nicht täglich, ist aber im Vergleich zu anderen Spitzenregionen in Europa preislich eher ein Witz. Und ich spreche hier von Uwe Schiefer, der nun wirklich kein preislicher Geheimtipp ist. Womöglich bekommt man anderswo im Burgenland ähnliches noch günstiger.