X
Newsletter
X
X
Login
Passwort vergessen?


Konto erstellen

Wein der Woche: „M“ von Michael Mondavi

5330012
Kommentare
Ähnliche Weine
Ähnliche Artikel

Im zweiten Teil des Interviews erzählt Michael Mondavi, warum er Parker-Punkte nicht ideal findet und man Wein nicht digitalisieren kann. Und der Captain bespricht textlich sehr ernsthaft Michael Mondavis Kreation "M".

Anzeige

Knapp 8.000 Flaschen soll es geben. Der Captain nimmt an, es werden wohl ein paar Flaschen mehr sein. Knapp 8.000 Flaschen, das reicht nicht für die Menge Interessenten, die auf diesen Wein warten. Trotz Krise, trotz Weinüberschüssen, trotz Millionen Hektolitern hochwertiger Ware, die derzeit weltweit in den Kellern verkommt, weil keiner sie kaufen will.

„M“ heißt der Wein, sehr schlicht nach Michael benannt, dem ältesten Sohn von Robert Mondavi. Der „M“ ist Michaels Antwort auf die Verirrungen der Weinwelt. So sieht er es jedenfalls. Und „M“ ist auch eine Antwort auf die Qualitätsverluste, die Mondavis Cabernet Reserve und Mondavis Opus One hinnehmen mussten, seitdem die Firma dem Getränkemulti Constellation gehört. Mit diesen Mondavi-Weinen hat Micheal Mondavi nichts mehr zu tun. Das muss er klarstellen. Dass er es besser kann. Deswegen gibt es „M“.

Der „M“ wächst auf einem der besten Weingärten Kaliforniens, dem „Animo Vineyard“. Er liegt hoch, warme Tage, kalte Nächte, die Reben ankern in Vulkangestein. Beste Voraussetzungen für ein Prestigegewächs.

Fast alle Weinmacher hätten diesen Wein in stark getoastete Fässer gelegt und einen mächtigen Brocken geklont, wie er vor allem in den neuen Weinmärkten Russland und China sehr beliebt ist. Fett und schwer. Michael Mondavi hat das nicht getan, sein „M“ ist auf Eleganz ausgerichtet.

So ist dieser Cabernet aus dem Jahr 2005 vor allem ein spannendes Produkt, denn er hält von Anfang an nicht, was man von ihm erwartet. In der Nase zuerst zurückhaltend, dann eher floral als animal, zarte Kräutertöne, eine leichte, sehr sehr elegante Fassnote, etwas Bitterschokolade aber auch Veilchen und Holunder. Ein Riechwein, das mag der Captain.

Im Mund dann gleichfalls nur ein Hauch Holz, dieser aber im hellen Bereich sehr präsent. Manchmal wirkt der „M“ noch etwas grün, er ist nach vier Jahren immer noch zu früh ermordet worden. Dann eine präsente Frucht, viel Aroma, wieder Schokolade, etwas Kirsche doch Himbeere und Blaubeere überwiegen. Zarte Vanilletöne und etwas Tabak vom Fass (spezielles, eigens von Mondavi in Frankreich ausgesuchtes Eichenholz). Auch eine Spur Rumtopf, denn der hohe Alkoholgehalt (14,5 %) fordert im Trinkverlauf seine Macht zurück. Mondavi ist bemüht, den Alkohol so gering wie möglich zu halten und gut einzubinden. Im Hals dann eine anständige Länge.

Fazit: Der „M“ ist sein Geld wert. Das ist eventuell die wichtigste Erkenntnis. Verglichen mit Opus One und Cabernet Reserve aus dem gleichen Jahr (parallel getrunken) geht er eindeutig als bester Wein hervor. Doch was sagt uns das?

Es sagt uns, dass Mondavi gleich mal Klassenbester geworden ist. Mit seinem „M“. Natürlich müsste man jetzt den 2005er Monte Bello von Ridge im Glas haben. Dann käme vielleicht noch ein Konkurrent ins Spiel. Aber Mondavi hat das Gesetz der kalifornischen Cabernets gebrochen. Er hat einen (für kalifornische Verhältnisse) schlanken und eleganten Wein mit erheblichem Lagerpotential gekeltert, ein Wein abseits der aktuellen Moden.

Und so empfiehlt der Captain sich ein paar „M“ zur Seite zu legen. Er weiß, der Preis (jenseits der 200,00 Euro) ist ein Irrsinn. Und dennoch – dieser Wein ist auch Anlagekapital. Aufgrund der geringen Menge ist jede Flasche schon heute Spekulationsobjekt. Das funktioniert aufgrund der geringen Menge immer noch. Der Captain jedoch trinkt alle Flaschen selber. Folgen Sie dem Captain.

„M“ 2005 ist leider überall schon aufgekauft. Den 2006er gibt es aber für 249,00 Euro bei Wein&Co (Deutschland und Österreich).

Noch mehr hervorragende Weine auf einen Blick gibt es bei den Weinen der Woche.

 


Datum: 12.1.2010 (Update 2.8.2011)
 

Aktuelle Weinempfehlungen