„Im Juni in Bordeaux“. So verabschieden sich die großen Händler, die Winzer, die Weinjournalisten im Mai. Im Juni in Bordeaux, da trifft man sich wieder, da findet die Vinexpo statt, die größte Weinmesse Europas. 2400 Aussteller aus 52 Ländern, alles vertreten, was Geld für einen Messestand hat. Ist ja sehr interessant. Doch für wen?
Weinmesse für die Masse
Erstaunlicherweise ist diese Messe, wie auch andere gleichrangige Veranstaltungen (Vinitatly, Prowein), kein Magnet für den Weintourismus, der immer noch sehr individuell und direkt in den Anbaugebieten stattfindet. Das hat einen Grund: Alle Weinmessen sehen keine Besuchertage vor, wohl aus Angst vor den anstürmenden Horden der schluckenden Kampfkoster.
Die Winzer und Weinmacher wollen unter sich bleiben und die Sommeliers wollen die Deutungshoheit nicht hergeben. Die Winzerei soll wohl eine Geheimwissenschaft bleiben, glaubt Captain Cork.
Die Weine der Welt an einem Platz verkosten
Zugegeben, so eine Messe ist ja auch meist langweilig. Und nicht alle Messen sind schön. Doch findet man hier als Weinliebhaber die ultimative Verkostungsmöglichkeit. Noch dazu fast immer gratis (bis auf den Eintritt). Überblick, Eindruck und Wissen, alles lässt sich hier präzisieren. Wenn die Messeveranstalter sich zur Einrichtung von Besuchertagen überreden ließen, würde dies das Interesse an Wein verstärken.
Direktor dagegen
Doch der Direktor der Vinexpo, Robert Beynat, hat gegen eine weitere Popularisierung seiner Messe schwere Bedenken. Einen zuzüglichen Andrang auf könne die Schau schwer verkraften. Auch müsste die Veranstaltung dann zwei Tage länger geöffnet bleiben, was viele Winzer nicht in Kauf nehmen wollen, sagt er.
Schade, denn nirgendwo kann man mehr über den Planeten Wein erfahren, wie auf diesen irrwitzig überbuchten Veranstaltungen, die nach wie vor nicht für jene bestimmt sind, die die Rechnung zahlen: Die Weintrinker, die Konsumenten.







Wir müssen draussen bleiben. Müssen wir? 


