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Starker Einstieg ins Douro-Tal

Starker Einstieg ins Douro-Tal_ART
Was für ein Kerl von Wein!
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Douro mon amour. Wer sich in das portugiesische Weintal eintrinken will, fängt am besten mit diesem günstigen und ungemein lehrreichen Rotwein an.
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Selten habe ich einen Douro-Rotwein im Glas gehabt, der so perfekt für den Einstieg in diese Region geeignet ist. Ehrlich.

Deshalb gibt es hier auch nicht viel Winzerprosa. Nur die wichtigsten Informationen, bevor ich zur Verkostung schreite.

Das Weingut Quinta da Basilia ist ein alteingesessener Betrieb im Herzen des berühmten Dourotals. Es liegt am Hang über dem rechten Ufer des Flusses zwischen den Örtchen Régua und Pinhão. Nach Gouvinhas ist es nicht weit.

Der Familienbetrieb verfügt über Lagen, die jeweils ganz unterschiedlich der Sonne ausgesetzt sind: Nach Ost, Süd und sogar Nord. Am besten, man schaut auf dieses Foto, dann versteht man.

Quinta da Basilia_3

Was man hier auch sieht, ist die unglaubliche Steillage der Parzellen. Der Höhenunterschied zwischen oben und unten beträgt bis zu 350 Metern.

Manche Bepflanzungen sind bis zu 100 Jahre alt. Man konzentriert sich auf alteingesessene Rebsorten: Touriga Nacional, Touriga Franca, Tinta Roriz, Tinta Barroca und Sousão.

Ich trinke gleich eine Cuvée aus den Sorten Touriga Nacional, Touriga Franca und Tinta Roriz.

Aber halt, erstmal ganz allgemein über das komplexe Thema Dourowein.

Das Douro-Tal wurde als Anbaugebiet bereits 1756 gesetzlich festgelegt – damals für den Anbau von Portweintrauben – und umfasst ein von Granitadern durchzogenes Schiefergebiet, das sich fast 100 Kilometer weit von der spanischen Grenze im Osten bis zu dem Ort Barqueiros im Westen erstreckt.

Seit rund 20 Jahren floriert die Gegend als begehrte Herkunftsregion manch ungemein komplexer, dichter Rotweine.

Die extremen Temperaturen und der Wassermangel machen die Winzerarbeit anspruchsvoll und bedürfen hoher Investitionen in Kellertechnik und Verarbeitungsprozesse.

dourotal

Umso spektakulärer ist die Landschaft. Verlässt man das Flussufer, geht es stundenlang nur bergauf. Die Hitze schlägt aufs Gemüt.

Oben angekommen, hat man einen herrlichen Blick ins Tal hinunter.

Man schaut weit über den Fluss, der sich in Schlangenlinien durch die Landschaft zieht. Links und rechts an den Hängen sind nur Weingärten zu sehen, unterbrochen durch ein wenig Wald. Das ist eines der schönsten Weinbaugebiete der Welt.

dourotal

Aber auch schwierig zu bearbeiten. Es geht nur mit Handarbeit. Rauf und runter. Schneiden und ernten.

Ein Glück, dass das Lohnniveau in Portugal eines der niedrigsten in ganz Europa ist. Sonst könnte man sich die Flaschen von hier gar nicht leisten.

Zurück zum Wein – wie gesagt eine halbwegs günstige Einsteigerflasche, die viel davon ahnen lässt, was die begehrten und teilweise recht kostspieligen Weine aus dem Dourotal können.

Ich habe für euch den Colheita Tinto von der Quinta da Basilia aufgemacht und mir eingeschenkt.

Colheita heißt übrigens Ernte auf Portugiesisch. Und Quinta ist der Bauernhof.

In der Nase eine Bastelstunde im Kindergarten, es riecht ganz leicht nach Klebstoff. Dann allmählich Portwein.

Logisch, die Flasche kommt ja mitten aus dem Portweinland.

Nach ca. 90 Sekunden dann ein ganz anderes Duftbild: Pflaume, Tabak, Leder, eine alte Fliegerjacke, Zigarrentabak, Thymian. Fazit: Der Bursche braucht ordentlich Luft.

Im Mund sehr schöne, breite Powidl-Aromen und (sehr dezent) Johannisbeere.

Bitte was heißt Powidl?

So nennt man in der österreichischen Küche das Pflaumenmus, mit dem man die Buchteln füllt.

Dann Zwetschkenmarmelade, eine noch nicht entflammte und ganz leicht süßliche Maduro-Zigarre (aus dunklen, länger fermentierten Tabakblättern), weiche Tannine, Marmorkuchen (mit Schoko-Vanille-Noten) und ein kakaohafter, respektabel langer Abgang.

Dieser Tinto reifte 12 Monate lang im Barriquefass und hat 15 Volumenprozent Alkohol im Tank.

Essen? Die Frucht und das Volumen dieses Weins verlangen nach Gegenwehr! Also ein scharf angebratenes Entrecôte oder eine Lammkeule mit kräftiger Soße.

 


 

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