Eckhard Supp ist einer der bestinformierten Weinautoren Deutschlands, ein Hegelianer und ein Urgestein des modernen Reisejournalismus. Bei ihm schlägt der Capain schon mal nach, wenn es ans Eingemachte geht und wenn profundes Detailwissen erforderlich ist. Supp hat einen eigenen Blog und schreibt dort, was ihn beim Thema Wein und Weinwirtschaft gerade den Kamm schwellen lässt. Und das ist nicht wenig, denn wer sich auskennt, dem schwillt oft der Kamm, angesichts des Unsinns, der verbreitet wird.
Die Diskussion zum Thema Roséwein und den möglichen Verschnitt aus Rot und Weißweinen muss Supp unglaublich genervt haben. Denn er hat als Reaktion einen ellenlangen Artikel verfasst, der auf jede Kleinigkeit dieses Themas eingeht. Supp führt Befürworter wie Gegner vor und geht mit beiden ins Gericht.
So entlarvt er die Bemühungen der engagierten französischen Rosébauern als pures Interesse an Markthegemonie und Dominanz. Für geneigte Beobachter wie den Captain ist es seit jeher völlig unverständlich, wie man einen derartigen Dreck, wie Rosé aus der Provence auch nur trinken kann. Dass die Franzosen sich in diesem Streit als Hüter der traditionellen Methode darstellen, ist ein Hohn, wenn man weiß, unter welchen industriellen Bedingungen sie ihre Plörre in Flaschen füllen. Und seit jeher dürfen die französischen Weinmacher schon Weine vermischen, wie es das biegsame und national orientierte Gesetz zulässt. Mag sein, so liest es sich bei Supp, dass so mancher zusammengemischte Wein besser schmecken würde, als ein Rosé aus der Provence. Aber der hat ja Coté-Feeling.
St. Tropez, ein Abfallprodukt aus Mostabzug
Auch erklärt Supp genau die beiden Methoden der Rosé-Herstellung: die alte der Direktpressung und die neue durch Mostabzug.
Am Ende steht, dass die Franzosen gewonnen haben. Die Union verbietet auch weiterhin, dass man Rotweine und Weißweine zu einem Roséwein mischt. Der Captain begrüßt das. Doch der Provence-Rosé wird dadurch auch nicht besser. Die Sonne macht ihn trinkbar. Vor Ort. Sonst nirgendwo.







Sieht immer hübsch aus, schmeckt aber manchmal gar nicht: Rosé 






Ich habe oft guten, ja sehr guten Rosé aus der Provence getrunken - natgürlich auch schlechten. Insofern ein sinnlos-präpotenter Artikel.
Herzelichst
Ihr Lappe