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Riskanter Ripasso? Der hier geht richtig ab!

Ripasso_ART
Guter Ripasso schmeckt herrlich zu Pasta mit ganz dunklem Fleisch. Foto: Pinterest
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Ripasso ist ein Rotwein, der genau in der Mitte zwischen Valpolicella und teurem Amarone liegt. Klingt gut. Die Auswahl ist jedoch riesig und riskant. Wir haben jetzt einen gefunden, der herrlich dicht und vollmundig schmeckt.
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Ripasso ist Italienisch heißt soviel wie „erneuter Durchgang“. Man könnte auch Recycling dazu sagen.

Tja, das klingt aber nicht sehr vielversprechend. Insbesondere, wenn es sich hierbei um einen Wein dreht.

Waaas, auf Abfall vergoren???

Es kommt leider noch haarsträubender. Der Ripasso wird nämlich auf der Basis des Amarone-Trester hergestellt. Also dem Zeug, das man als Dünger auf Felder kippt oder zum Grappamachen verwendet. Dazu werden die Trauben des Ripasso (meist die typischen Valpolicella-Sorten Rondinella, Corvina Veronese und Molinara) ein zweites Mal auf dem Trester des Amarone vergoren.

Dadurch schmeckt der Ripasso dem Amarone sehr ähnlich, ist aber seine leichtere und deutlich weniger kostspielige Version. Das Verfahren wurde im berühmten Amarone-Weingut Masi in den frühen 1980er-Jahren erfunden.

Ripasso – aber welcher?

Ok, wer jetzt aussteigen will, kann das gerne tun. Alle die weiterlesen, werden zum Schluss mit einer wirklich guten Ripasso-Empfehlung für knapp 10 Euronen belohnt. Denn es gibt durchaus hervorragenden Ripasso. Man muss halt genau wissen, welcher aus der Masse des immer breiter werdenden Angebots heraussticht.

Die Mannschaft trank den Valpolicella DOC Superiore Ripasso Villa Annaberta, der mit einem wunderschönen, altmodischen Etikett daherkommt.

villa annaberta

Zur Aufklärung: DOC ist eine italienische Herkunftsbezeichnung, die etwa 30% aller Italienweine tragen dürfen. DOC ist also im eingeschränkten Maß eine Qualitätsbezeichnung. Superiore ist ebenso eine Qualitätsstufe und besagt unter anderem, dass dieser Wein mindestens ein Jahr lang im Holzfass gelagert wurde. Auch gut aber noch lange keine Garantie für Supidupi.

Pflaumen, leichte Süßlichkeit – ttypisch Ripasso.

Zurück zum konkreten Wein. Flasche auf, in die Gläser damit und Nasen rein, Leute!

Da wabern dunkle Beerenfrüchte, Pflaumen und eine leichte Süßlichkeit, die der besonderen Konzentration dieses Weins zu vedanken ist.

Im Mund herrliche und dichte Sauerkirsch-Töne (Chianti lässt grüßen!) und dunkle Schokolade. Ein bisschen Studentenfutter. Diese Aromatik von eingetrockneten Früchten mit Nuss kommt aus dem Amarone-Trester, der Wein lag immerhin 20 Tage lang auf Amarone-Schalen. Hier ist alles dunkelfruchtig-rund, herrlich vollmundig und angemessen kräftig (14,5 Volumenprozent Alkohol), wie man es von einem guten Ripasso erwarten darf.

Bitte richtig temperieren!

Ganz wichtig ist es, diesen Wein vor dem Genuss auf die richtige Temperatur zu bringen. Das wären etwa 16 Grad. Heißt: rein in den Kühlschrank und 30 Minuten vor dem Trinken wieder rausholen und aufmachen.

Unsere Empfehlung an die Küche: Geschmortes, zum Beispiel Ossobuco. Oder Spaghetti Bolognese. Aber auch nicht zu süße Cantucci (Mandelgebäck) und weicher Ziegenkäse.

 


Datum: 30.11.2014 (Update 20.7.2015)
 

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