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ProWein: Duttas letztes Länderhopping

SAMSUNG Der junge Winzer Yannick Amirault in der Frankreich-Halle.
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Gestern war der letzte Tag der ProWein. Und Indermaat Dutta tippt sich die Finger wund. Eines muss man dem Maat lassen: er hat einen breitgefächerten Weingeschmack. Von der Türkei nach Österreich, vom Priorat in die Schweiz.

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Erster Halt bei Dveri Pax aus Slowenien. Ich machs kurz. Extrem lang ist der 2011er Furmint, der an die 18 Monate auf der Feinhefe verbracht hat.

Aus der Nordwesttürkei kommt der weiße Yapincak vom Weingut Pasaeli, sehr blumig in der Nase, am Gaumen cidreartig. Erstaunlich, was man aus einer Tafeltraube rausholen kann. Die Rotweine erinnern mich an eine Kombination aus Cahors und modernen Portugiesen.

Eine Klasse besser als der türkische Weißwein ist der Goruli Mtsvane von Mukhrani aus Georgien. Blind geht der locker als ordentlicher Entre-Deux-Mer durch!

Türkischen Wein lass nicht sein

Auch hier wieder nur Maat und Winzer. Alle Weinfreaks reden von Exoten, doch dann saufen sie lieber zum tausendsten Mal die VDP-Weine. Verstehe das, wer will..

Maat Dutta blickt auf die Uhr: erst halb zehn. Eigentlich früh, doch der Terminplan ist rappelvoll. Keine Zeit zu verlieren. Nächster Halt: Friaul. Rauchig, rostig und rein zeigt sich der 2010er Ribolla Gialla von Vigna Traverso. Supergut auch der fleischige Schioppettino 2008.

Dampfzug der Biohalle

Der indische Dampfzug macht nun Halt bei den Eidgenossen. Der Johannisberg du Valais, La Guérite, 2010 ist der perfekte Spargelwein. Erdig, nussig, mit toller Länge! Von unglaublicher Eleganz ist der Château Carbonnieux 2010, Bordeaux. Nettes Gespräch, kein zugeknöpftes Gebaren.

In der Biohalle sind dann die fantastischen Weine der Domaine de la Croix aus dem Maconnais, Burgund, an der Reihe. Der 2011er St.Verán ist jetzt noch viel zu jung, hat aber ein riesiges Potenzial! Es gibt keinen erkennbaren Grund, Frankreich zu verlassen. Klassische Rote aus Bourgueil stehen nun auf der Agenda. Sehr zu empfehlen sind die Weine der Familie Breton. Fantastisch und lagerfähig ist der Le Grand Clos vom jungen Winzer Yannick Amirault. Erdig, balanciert, top!

Moulin- à- Vent 2009 von Colonat aus dem Beaujolais ist dagegen süffiger und unkomplizierter zu trinken. Schade, dass sich kein Mensch für diese Weine interessiert. Im Gegensatz zu den nicht so ganz überzeugenden Weinen von Terroir al Limit aus dem Priorat. Zumindest nicht, was Preis-Leistung betrifft. Da hilft nur ein Reparaturchampagner von Fourny. Eingeschenkt von einem veritablen Tom Cruise Double, weckt die ungefilterte Cuvée Roger (4 Jahre auf der Hefe, 3 Gramm Dosage) wieder die Lebensgeister.

Ehrfurcht und Ehrlichkeit

Sehr offen und überraschend offensiv englischsprachig zeigen sich die Franzosen. Minischlücke im Glas sind mittlerweile häufig anzutreffen bei so manchem arrivierten Weingut aus deutschen Landen.

Jetzt braucht Maat Dutta Pinot Noir. Aus dem Burgund. Unfassbar sinnlich zeigt sich der 2010er 1er Cru Les Bertins von Chantal Lescure. Moschus, Erde, Kampher. Gebieterisch sinnlich. Matrosen, Ehrfurcht! Sehr ehrlich auch der Winzer, der selbst sagt, dass der 2003 aus dem "Gigondas"-Vintage nicht sein Favorit ist. Hat man selten...

Noch einmal in die tropische Österreichhalle, zu Claus Preisinger aus Gols. Ein Wahnsinnswein wartet. Der Weißburgunder s+b "Edelgraben", von einer sehr hohen Parzelle mit Schieferboden, Amphore. Captain,der Wein rockt! Unfiltriert, leicht oxidativ. Spektakulär. Glaubt bitte Maat Dutta.

Schnell noch das Sortiment von der Domaine Chanson durchverkosten und als Rausschmeißer nehme ich mir keinen geringeren als den Bollinger 2002 Grande Année zur Brust.  


 

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