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Pfalz: gegen den Chardo-Kitsch!

Chardonnay_ART
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Großartiger Chardonnay aus der Pfalz - sensibel ausgebaut, ein bisschen Holzfass-Aroma ist auch dabei. Und das für... GANZ kleines Geld. Matrosen, da MUSS man zuschlagen!
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Deutscher Chardonnay – unter Weinkennern gibt die burgundische Traube Anlass zu vielen Diskussionen. Zum Beispiel diese hier: deutsche Winzer können mit Chardonnay nichts anfangen. STOP!

Sinnlose Diskussion, bitte einfach trinken!

Dass jene, die so etwas behaupten, automatisch im Verdacht stehen, von der steirischen Chardonnay-Lobby gepempert zu werden, ist in der eitlen Weinszene praktisch programmiert. Natürlich gibt es in der Südsteiermark geradzu fantastische Chardos, die dort übrigens Morillon heißen. Trotzdem STOP jetzt! Die Diskussion führt zu nichts.

Ich zitiere einfach mal das Schiff selbst. Also ein paar Zeilen, die Kollege Golenia vor über zwei Jahren geschrieben hat:

Leider sind gute Chardonnays aus Deutschland die absolute Ausnahme, viele erweisen sich als banale Tröpfchen ohne Feingefühl, Seele, Stolz – des Namens Chardonnay kaum würdig. Aber ist der Name so gut? Kann die Traube denn was? Chardonnay ist eine sehr neutrale Sorte, sie verlangt sozusagen nach Holz. Und deswegen sind einige der teuersten Weißweine dieser Welt auch in Holz ausgebaute Chardonnays. Vor allem Meursaults und Montrachets aus der Anbauregion Burgund können das, was andere Chardonnays nicht können: Kraft und Eleganz perfekt verbinden. Wenn Chardonnay nicht im Holz liegt, ist er meistens langweilig. Außer der Winzer weiß, was er macht, wie er der Sorte ein Profil entlockt.

So. Ende des Themas. Hier am Schiff herrscht sowieso der Ehrgeiz, deutsche Chardonnays zu finden, die höheren Anforderungen gerecht werden. Und das gelingt immer öfter. Wie man schmecken kann.

Aha: Ausbau im Edelstahltank.

Ich habe neulich eine Flasche Chardonnay Asselheimer St. Stephan vom Winzer Michael Schroth aus der Pfalz aufgemacht. Und kam aus dem Staunen nicht raus. Denn auf der sehr ordentlichen Website des Winzers steht über diesen Wein: im Edelstahltank kalt vergoren. Auch im Shop: Edelstahltank. Warum ich in´s Staunen gekommen bin? Lest einfach selber im Verkostungsbericht nach:

In der Nase Zitrusfrucht, ein bisschen frische Ananas, zarte Briochenoten,nein eindeutig kein Holz.

Im Mund aber dafür umso mehr! Hier schmeckt man, wie der Wein eindeutig vom Holz geküsst wurde. Die cremige Note von Werthers Echte-Karamellbonbons verrät ein leichtes Toasting. So nennt man das, wenn die Innenwände von Barriques angeflammt werden. Hmmm…

Ich schätze, dieser Wein lag zu einem kleinen Teil in Barriques. Was für eine herrliche Struktur! Das ist kein Chardo-Kitsch mit herausgeprügelter Frucht. Nein, hier wurde sensibel gearbeitet. Auch die Säure ist ganz dezent, das ist aber sowieso sortentypisch. Andächtig runtergeschluckt – der Wein bleibt lange am Gaumen haften.

Das soll also Ausbau im Edelstahltank gewesen sein? Mal beim Winzer nachchecken. Hallo, Herr Schroth – ist da nicht etwas Holzfass dabei? Dochdoch, 20% des Weins wurde in neuen Barriques ausgebaut. Ach so. Na denn: weiter gutes Gelingen! Und tschüss…

Feiner Wein für wenig Geld.

Was für in feiner Wein für so wenig Geld. Ich kann euch nur bitten: kauft euch ein paar Flaschen. Ihr werdet es nicht bereuen.

Was soll man dazu essen? Ich finde, gelbes Garnelencurry passt perfekt, gerne auch mit etwas Kokos, wegen der leicht laktischen Noten des Weins. Oder ein Wienerschnitzel mit lauwarmem Gurken-Kartoffelsalat.

 


Datum: 31.7.2015 (Update 3.8.2015)
 

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