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Verführerwein von Molitor

Ja, wir sagen V-E-R-F-Ü-H-R-E-R-W-E-I-N
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Selten war sich die Verkoster-Mannschaft des Captain so einig, wie nach dem Probieren dieses Weins.

Ja, manchmal trinken wir im Team. Es macht mehr Spaß und ergibt interessante Gespräche.

Wie soll ich meinen Bericht beginnen? Auf keinen Fall mit den üblichen Weinaromen. Nein, da muss jetzt ausnahmsweise etwas anderes stehen.

Ok, was hält ihr davon: Eine Frau geht vorbei und ich habe nach 100 Metern noch immer ihr Aroma im Kopf.

Die ganze Verkostungsrunde (vier Männer, zwei Frauen) stimmt zu. Der Satz passt so. Kein Sexismusalarm. Es geht um den Pinot Blanc (also Weißburgunder) Haus Klosterberg von Moselrieslingmeister Markus Molitor – siehe Foto unten, mit Schieferboden in den Händen, damit jeder kapiert, was geologisch hier abgeht.

Molitor ist ein deutscher Winzerstar, den sich irgendwann jeder merkt, weil der Name gut klingt und in gefühlt 1.000 Restaurants auf den Weinkarten steht. Und natürlich weil Molitor verdammt gute Weine macht.

Markus Molitor

Ok, genug philosophiert. Was hat der Wein zu bieten? Der Preis hält sich ja brav im Rahmen, keine 10 Euro. Dann legen wir mal los. Flasche auf, Glas eingeschenkt, Riecher hineingesteckt.

Aaaaah! Die Nase schwelgt in karamellig-sahnigem Milieu. Wahrscheinlich, weil ein Teil der Ernte im Holzfass ausgebaut wurde, der Rest im Stahltank. Weil blanke Stahltanks nur was für Technologieliebhaber sind, zeigen wir besser Molitors Fässer:

Markus Molitor

Im Mund intensive Frucht, die lange bleibt. Aber weich, nicht so zackfrisch wie beim Riesling. Ausladende Weichheit und Saftigkeit kennzeichnen diesen Wein. Es ist zwecklos, jetzt noch die ganze Obstpalette abzräumen, auf der Suche nach der korrekten Geschmacksnote. Von Heu und Wiesenblumen ganz zu schweigen. Die sind auch da. Das brave Aufzählen mag bei vielen anderern Weinen passen und wichtig sein. Hier jedoch ist Kühnheit angesagt. Weil das so ein eleganter Wein ist, der im Kopf und auf der Zunge bleibt. Wir zitieren uns noch einmal selbst, ist jetzt auch schon egal: Eine Frau geht vorbei und ich habe nach 100 Metern noch immer ihr Aroma im Kopf.

Sorry, dieser Wein ist nichts für zu Mittag. Das ist ein Abendwein. Für einen Abend, der ein besonderer Abend werden soll. Zum Essen fallen uns spontan Jokobsmuscheln, ein sanft gewürztes Huhn oder Kaninchen ein. Oder mildes Bio-Schweinefilet.

Ach ja, Molitor-Trauben wachsen auf Steilhängen. Das klingt romantisch, sieht auch so aus, ist aber ein hartes Brot und fordert viel teure Handarbeit, denn Erntemaschinen stürzen ab und sind dann kaputt. Ende der Geschichte.

Markus Molitor

 


Datum: 18.5.2016
 

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