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Manifiesto 1: Saftiges Rioja

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Der Captain probiert 6 individuelle spanische Weine aus der Manifiesto-Serie. Heute ist das stolze Rioja dran.
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Irgendjemand hatte die Idee zu einer neuen Weinserie und trommelte ein paar Winzerkollegen zusammen, die nicht die immergleichen Massenweine keltern wollten.

Rausgekommen sind 6 sehr unterschiedlich schmeckende und interessante Weine aus 6 verschiedenen Regionen. Entwickelt und gemacht von Winzern, die ihren eigenen Kopf haben und nicht jedem gefallen wollen.

Es ist wirklich spannend, diese Weine nebeneinader zu stellen und zu vergleichen.

Die Nummer 1 kommt aus dem berühmten, alten Rioja und ihr Winzer heißt Juan Jesús Valdelana (Foto).

Was für ein klingender Name!

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Der ausgebildete Önologe ist Besitzer der Bodega Valdelana im Rioja Alavesa zwischen der Sierra Cantabria und dem Ebro-Fluss. In den nur 9 Hektar umfassenden Weinbergen wachsen bis zu 30 Jahre alte Reben.

Die Geschichte des Weinguts reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück.

Ja, Geschichte schreibt man bei den Valdelanas in Großbuchstaben. Die Familie betreibt nämlich auch ein liebevoll eingerichtetes Weinmuseum.

Kommen wir zur Region.

Rioja – der Begriff stand lange für den spanischen Rotwein schlechthin. Dann kam die Moderne und der Aufstieg der anderen Anbeugebiete.

Für die Rioja-Winzer war das ein Grund, die Chance zu nutzen. Sie ruhten sich nicht auf ihren Lorbeeren aus, sondern machten sich zum Motor des spanischen Weinwunders.

Mit 1,1 Millionen Hektar ist Spanien in der Fläche heute die größte Weinnation der Welt. Beim Ertrag liegen allerdings Frankreich (2) und Italien (1) vorne.

Alle drei Länder zusammen produzieren übrigens fast die Hälfte des weltweit verbrauchten Weins.

So viel ist schon über das Rioja geschrieben worden. Wo soll ich anfangen?

Die Wein-Region Rioja liegt am Ebro-Fluss, ist 40 Kilometer breit, 120 Kilometer lang und ist eine einzige natürliche Aufforderung, Wein anzupflanzen.

Im Norden erstreckt sich das Kantabrische Gebirge. Im Süden die Sierra de la Demanda. Nebenan das Mittelmeer. Perfekt.

Warum? Das ist schnell erklärt.

Nordwestlich wehen kühle Winde vom Meer herein und bringen im Sommer Regen.

Das Kantabrische Gebirge aber verhindert, dass zu viel Feuchtigkeit reinkommt. Die ist nämlich nicht gut für Wein.

Heiße Sommer, kühle Winde und ein bisschen Feuchtigkeit. Was will man mehr?

Genau, guten Boden. Den gibt es auch. Roter Lehm, weißer Kalk, gelbes Schwemmland.

Genug Geografie-Unterricht. Ich will kosten.

Vor mir steht der Manifiesto Nr. 1. Eine Cuvée aus den Rebsorten Tempranillo und Graciano.

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Das macht Sinn. Die spanische Nationaltraube Tempranillo ist tanninreich und weist wenig Säure auf. Weshalb er gerne mit Sorten voller Säurebiss verschnitten wird.

Und Bingo! Graciano ist so eine Rebsorte. Sie ist säurestark. Und außerdem sehr selten geworden.

Ich rieche in der Nase zunächst schiefrige Würze und Coolness. Ein Hauch Bienenwachs und dickes Pflaumenkompott.

Im Mund anfangs verschlossen. Fast abweisend. Der braucht Zeit. Und Luft. Ab in die Karaffe  und nach 15 Minuten weiterprobiert.

Ja, jetzt ist auch die Nase voller Ausdruck. Es steigt eine merkliche, fast süße Aromatik aus dem Glas. Jugendliche Barriquenoten mit Tönen von Karamell und nassem Tabak. Und Salzstein.

Im Mund irre fruchtig, saftig und dank der gekonnt dosierten Säure herrlich erfrischend. Das ist Rioja modern.

Ich schmecke gekühltes Kirschkompott mit Zimtstange, gemahlenen Madagaskarpfeffer, butterweiche Tannine und eine Prise gehackten Liebstöckl. Im Abgang nochmal Kirsche pur und schöne Bitternoten, die nach gereiftem Manchego schreien.

Das ist ein echt guter Esswein, der zu deftigen und pikanten Speisen, wie Chili con Carne passt. Aber auch solo wunderbar runtergeht. Selbst eine süßliche Maduro-Zigarre kann den nicht niederringen. Ich habe es höchstpersönlich ausprobiert.

Ach ja, hier sind die anderen Weine der Manifiesto-Edition:

 


Datum: 17.3.2017
 

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