08.11.09 WEINE 5 Einem Freund senden

Martini: ganzer Wein zur ganzen Gans

Wer macht denn sowas?Wer macht denn sowas?

Leserin Brigitte Sachs aus Verschleißheim stellt dem Captain folgende Frage: Lieber Captain, mein Mann Gunter und ich feiern jedes Jahr zu Martini den Brauch eine ganze Gans zu braten. Selbstverständlich garnieren wir das fette ungarische Zuchtvieh mit Rotkraut und Maronen. Mitunter, wenn Onkel Herwig einen Asbach Uralt mitbringt, auch mit einem Kartoffelknödel. Bislang haben wir immer Bier und Kölnischwasser zur Gans getrunken. Doch nun, in der Krise, wollen wir uns, den ökonomischen Zwängen wacker entgegentretend, eine echt gute Flasche Wein gönnen. Was, lieber Captain, sollen wir trinken?

Nun, Brigitte: am besten einen Rotwein (haha), obwohl der Captain letztes Jahr zur Martinigans einen Chassagne Montrachet 2002 von Oliver Leflaive getrunken hat. Das hat gut gepasst, findet der Captain, das elegante Holz zur fetten Sauce. Das ist aber nicht Music for the Masses, liebe Brigitte.

Der Captain glaubt, dass Sie, liebe Brigitte, den seltsamen Trinkspäßen des Captains nicht zwingend folgen wollen. Deswegen hat der Captain zur Martinigans mehrere Empfehlungen abzugeben.

Wenn die Gans echt fett ist, die Sauce schwer und die Beilagen den Zustand pappsatt mehr als sicherstellen, dann sollten Sie, liebe Brigitte, Wodka trinken. Oder einen Wein aus Übersee, aus der so genannten Neuen Welt. Einen schweren Cabernet von Hess wie ihn auch Herr Parker mag. Oder einen Zinfandel von Ridge. Oder auch einen Malbec aus Mendoza von Cuvelier los Andes. Fett zu fett, hervorragend.

Ebenso schwer und empfehlenswert ist CH9dP (Chateneuf du Pape) von Beaucastel, oder ein Ermitage von der Rhone, etwa der La Chapelle von Jabouelet (quasi unbezahlbar) oder der Pavillion von Chapoutier (auch).

Was der Captain aber zur Gans nicht mag, selbst wenn diese weniger schwer und fett auf dem Tisch landet, liebe Brigitte, dann ist das ein Spätburgunder aus Baden, wie jeder Burgunder überhaupt. Auch wenn er lange im Holz lag. Der Captain mag auch keinen Blaufränkisch aus Österreich zur Gans. Und keinen Bordeaux. Nein, die fette Gans soll ganz jenen fetten Weinen gehören, die der Captain sonst gerne im Keller warten lässt. In diesem Falle kombinieren diese perfekt. Selbst wenn sie nicht ganz trinkreif sind.

Aber das ist Geschmacksache, liebe Brigitte, ganz alleine Geschmacksache. Hoffe, ich konnte helfen.

  • Ermitage Le Pavillion 2005 für 190,00 Euro beim Kölner Weinkeller
  • Hess Collection Mount Veeder für 24,90 Euro bei Genuss7
  • Grand Malbec von Cuvelier los Andes für 65,00 CHF bei Mövenpick

Die besten Jahrgänge stehen im Jahrgangsführer des Captain

Der Captain empfiehlt außerdem einmal einen Blick auf weitere französische Weine zu werfen.



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Kommentare 5

Kommentare

Marianne Kohn (via facebook)

teuren wein und keinen vogel

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Michael Liebert irritiert...

Lieber Captain,

seit wann bist Du unter die Tierschützer gegangen und willst der barbarischen Tradition der Martini-Gans ein Ende setzen? Einen fetten Wein zur fetten Gans... Da ist aber hinterher eine große Flasche Wodka angesagt.

Aber gut, die Geschmäcker sind verschieden, aber ich könnte mir gerade die Wein vorstellen, die Du nicht magst. Einen Spätburgunder aus Baden oder direkt aus dem Burgund, einen Barbera aus dem Piemont und zur not auch einen Blaufränkisch... Wobei ich da ja noch lieber auf einen saftigen Riesling ausweichen würde.

Den La Chapelle von Jabouelet trinken wir dann hinterher gemeinsam, wenn wir das Essen überlebt haben...

Lieben Gruß
Michael Liebert

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Der Captain

Danke Michael, ich will nochmals betonen, dass dieser mein Eindruck sehr subjektiv ist und mir ein Burgunder zur Gans noch nie geschmeckt hat. Was selbstredend nicht bedeutet, dass mich deutsche Spätburgunder nicht generell von ihrer Hochwertigkeit überzeugt hätten und ich als Ösi die Ösis gerne auf die Qualität deutscher Rotweine hinweise.

Den La Chapelle 1998 sollte man noch ein Jahr geben, denke ich. Was sagst Du?

Ahoi CC

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marLo

Auch der Ch. Montus (wenn geht 05 o. früher) oder bezahlbare (um die 40-50€) Barolos sollten zur fetten Gans munden. Burgunder hingegen mag ich eher zu leichterem Essen - obwohl: Der Pino N. v. Markowitsch z.B könnt gehn.

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