12.01.10 WEINE 17 Einem Freund senden

Wein der Woche: "M" von Michael Mondavi

Knapp 8.000 Flaschen soll es geben. Der Captain nimmt an, es werden wohl ein paar Flaschen mehr sein. Knapp 8.000 Flaschen, das reicht nicht für die Menge Interessenten, die auf diesen Wein warten. Trotz Krise, trotz Weinüberschüssen, trotz Millionen Hektolitern hochwertiger Ware, die derzeit weltweit in den Kellern verkommt, weil keiner sie kaufen will.

"M" heißt der Wein, sehr schlicht nach Michael benannt, dem ältesten Sohn von Robert Mondavi. Der "M" ist Michaels Antwort auf die Verirrungen der Weinwelt. So sieht er es jedenfalls. Und "M" ist auch eine Antwort auf die Qualitätsverluste, die Mondavis Cabernet Reserve und Mondavis Opus One hinnehmen mussten, seitdem die Firma dem Getränkemulti Constellation gehört. Mit diesen Mondavi-Weinen hat Micheal Mondavi nichts mehr zu tun. Das muss er klarstellen. Dass er es besser kann. Deswegen gibt es "M".

Der "M" wächst auf einem der besten Weingärten Kaliforniens, dem "Animo Vineyard". Er liegt hoch, warme Tage, kalte Nächte, die Reben ankern in Vulkangestein. Beste Voraussetzungen für ein Prestigegewächs.

Fast alle Weinmacher hätten diesen Wein in stark getoastete Fässer gelegt und einen mächtigen Brocken geklont, wie er vor allem in den neuen Weinmärkten Russland und China sehr beliebt ist. Fett und schwer. Michael Mondavi hat das nicht getan, sein "M" ist auf Eleganz ausgerichtet.

So ist dieser Cabernet aus dem Jahr 2005 vor allem ein spannendes Produkt, denn er hält von Anfang an nicht, was man von ihm erwartet. In der Nase zuerst zurückhaltend, dann eher floral als animal, zarte Kräutertöne, eine leichte, sehr sehr elegante Fassnote, etwas Bitterschokolade aber auch Veilchen und Holunder. Ein Riechwein, das mag der Captain.

Im Mund dann gleichfalls nur ein Hauch Holz, dieser aber im hellen Bereich sehr präsent. Manchmal wirkt der "M" noch etwas grün, er ist nach vier Jahren immer noch zu früh ermordet worden. Dann eine präsente Frucht, viel Aroma, wieder Schokolade, etwas Kirsche doch Himbeere und Blaubeere überwiegen. Zarte Vanilletöne und etwas Tabak vom Fass (spezielles, eigens von Mondavi in Frankreich ausgesuchtes Eichenholz). Auch eine Spur Rumtopf, denn der hohe Alkoholgehalt (14,5 %) fordert im Trinkverlauf seine Macht zurück. Mondavi ist bemüht, den Alkohol so gering wie möglich zu halten und gut einzubinden. Im Hals dann eine anständige Länge.

Fazit: Der "M" ist sein Geld wert. Das ist eventuell die wichtigste Erkenntnis. Verglichen mit Opus One und Cabernet Reserve aus dem gleichen Jahr (parallel getrunken) geht er eindeutig als bester Wein hervor. Doch was sagt uns das?

Es sagt uns, dass Mondavi gleich mal Klassenbester geworden ist. Mit seinem "M". Natürlich müsste man jetzt den 2005er Monte Bello von Ridge im Glas haben. Dann käme vielleicht noch ein Konkurrent ins Spiel. Aber Mondavi hat das Gesetz der kalifornischen Cabernets gebrochen. Er hat einen (für kalifornische Verhältnisse) schlanken und eleganten Wein mit erheblichem Lagerpotential gekeltert, ein Wein abseits der aktuellen Moden.

Und so empfiehlt der Captain sich ein paar "M" zur Seite zu legen. Er weiß, der Preis (jenseits der 200,00 Euro) ist ein Irrsinn. Und dennoch - dieser Wein ist auch Anlagekapital. Aufgrund der geringen Menge ist jede Flasche schon heute Spekulationsobjekt. Das funktioniert aufgrund der geringen Menge immer noch. Der Captain jedoch trinkt alle Flaschen selber. Folgen Sie dem Captain.

"M" für 249,00 Euro bei Wein&Co (Deutschland und Österreich) und für 260,00 Euro bei Sansibar



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Kommentare 17

Kommentare

mendez

Der Tipp ist gut. Tatsächlich nur aus Spekulationsgründen, die Flaschenanzahl ist sehr gering. Das reicht.

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Maulus Punker

not bed se inglisch of se keptn

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mendez

Fürchterlich nachgerade, mangelnde Schulbildung

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Maulus Punker

Geh bitte, ich kenn kaum wen der im deutschen Sprachraum ordentlich Englisch kann. Insbesondere keine Englischlehrer.

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mendez

Gratulation zum Bildugsniveau in Österreich.

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Maulus Punker

Ich gestatte mir ein pan-deutsches "Hä?"

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Maulus Punker

Mangelnde Schulbildung, das stimmt sogar, nur nicht individuell sondern generell! Und das leidige Synchronisieren der fremdsprachigen Fernseh- und Kinoinhalte. Mir, dem der Kapitän persönlich bekannt ist, war das Englisch desselben dennoch eine positive Überraschung, hätte mir das weitaus schlimmer vorgestellt. Sogar der Herr Mondavi hat ihn verstanden und über seine Witze ge- statt ihn ausgelacht, also seien Sie mal nicht päpstlicher als der Papst. Alternativ fordere ich Sie gerne auch zu einem Englisch-Duell heraus, zB über Youtube.

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mendez

Ihre Wortmeldung trieft vor Hinterlist und Verachtung, eine böse Natur, wie sie nur der Österreicher gegen Seinesgleichen aufbringt.

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Maulus Punker

Unfassbar. Sie müssen schon selbst ein Herz randvoll mit Scheiße haben, um mir sowas zu unterstellen. Machen Sie Liebe mit Ihrem Kniegelenk.

Ich bleibe dabei: Das war recht wacker, Herr Kapitän!

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mendez

Ich bleibe dabei, dass dieses fehlerhafte und grauenvolle Englisch als Kult durchgehen kann aber nicht als ernstzunehmendes Angebot.

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Jill_Mercedes ...irritiert

verehrter mendez,
im vergleich zu jedem deutschen politiker, den ich bisher englisch sprechen hörte, mit ausnahme von joschka fischer und helmut schmidt, ist die hier angeqwandte sprache als nahezu tadellos zu bezeichnen_ selbstredend unter berücksichtigung eines naturgemäß prominenten akzentes...
ich habe schon so manches mal meine lieben schwierigkeiten gehabt, des captains verlottetes deutsch zu verstehen, wenn er verbal wie so ein überdrehtes bürschchen daherkommt, doch dieses mal problemlos aber auch jedes einzelne wörtchen verstehen können.
wie schon erwähnt wurde, hatte auch der in der materie sachkundige gast offensichtlich auch nicht die geringste mühe damit.
seid guten fünfundzwanzig jahren verbringe ich zwischen zwei bis sieben monaten im jahr in den staten, habe lange in n.y. gelebt, in englisch geschrieben und gedreht und finde ihre mehr als harsche kritik diesmal beim besten willen nicht nachzuvollziehbar.
zugegeben, von wein verstehe ich nicht viel und schätzte ihre engagierten, bereichernden kommentare bisher sehr, doch diesmal betragen sie sich, aus meiner sicht, enttäuschend schlecht.

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Statuskrah

Das Betragen hier an Bord scheint sich im neuen Jahr grundsätzlich verschlechtert zu haben, leider.

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mendez

Wenn der Captain etwas "wacker" macht, Herr Punker, dann unterstellen sie ihm etwas zu versuchen, das er nicht kann. Genau das sage ich. Der Captain kann kein korrektes Englisch, versucht es aber. Ich finde das etwas peinlich.

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Maulus Punker

Bleiben Sie, wo Sie wollen.

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mendez

Ich sehe keinen Sinn darin, die Beiträge des Captain mit Lobhudelei zu begleiten, beuge mich jedoch der österreichischen Garde, die den Captain bewacht wie Khaddafis bewaffnete Weiber.

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Maulus Punker

Sie vermischen hier die Dinge. Ich selber finde auch nichts übler als die die würdelosen Salti und eingeprungenen Rittberger, die hier von den Jüngern des Kapitäns verübt werden und strafe diese auch regelmäßig ab. Hier geht es aber um das Englisch eines Anfang der 60er Jahre im deutschen Sprachraum Geborenen, somit eines geburtsmäßig Schwerstbenachteiligten. Ich hätte mir das, wie gesagt, weit schlimmer vorgestellt und finde es nicht nur mutig vulgo (ein anderer hätte sich vielleicht nicht getraut Herrn Mondavi in dessen Muttersprache zu interviewen) sondern auch unterm Strich gelungen, maW, das Interview hat geklappt. Diese Mischung aus Eiern und Meistern der Herausforderung nenne ich "wacker". Sie können natürlich auch die Annahme zugrundelegen, dass der Kapitän ein der Westertucke ähnelnd aufgeblasenes Ego hat. Dann wär es wahrlich nicht mehr wacker. Aber da sind wir wieder bei ihrem exkrementgefüllten Herzen. Und, die Aufforderung zum Duell steht. Stellen Sie sich! Wir einigen uns auf einen Text und jeder liest ihn die Webcam. Wär doch gelacht, wenn ich Sie da nicht als Schwafler und Nichtskönner entlarven könnte.

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mendez

Geburtsmäßig ist der Captain also schwerbenachteiligt? Muss man euch Österreicher vor euch selber beschützen? Schön langsam denke ich, man muss.

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