X
Newsletter
X
X
Login
Passwort vergessen?


Konto erstellen

Ihr Billigesser, ich finde euch zum Kotzen!

Ihr Billigesser, ich finde euch zum Kotzen_ART
Noch ein Schluck 3 Euro-Wein?
Kommentare
Ähnliche Weine
Weitere Artikel
Deutsche und ihr Verhältnis zum Essen. Gibt es ein seltsameres Thema? Das fragt sich unser Weintester Patrick Hemminger.
Anzeige

Liebe Landsleute, Ihr macht mich ratlos. Neulich hörte ich zu, wie sich zwei Teutonen an der Bushaltestelle über einen Abend im Restaurant unterhielten. „Wir haben da zu zweit gegessen, kleine Vorspeisen, meine Frau einen Salat, zwei Hauptspeisen mit Fleisch, zwei Gläser Wein. Am Ende standen nur 24 Euro auf der Rechnung. Das ist doch fair.“ „Ja, echt fair“, stimmte der andere ein.

Da stand ich ratlos daneben. Was meint ihr denn mit fair? Was ist an 24 Euro fair? Fair für wen? Die Tiere, die für euer Essen ihr Leben ließen? Die Küchenhilfe, die für ein paar Euro in der Stunde eure dreckigen Teller schrubbt? Was glaubt ihr denn, wie der Wein hergestellt wird, der in dem Preis mit drin war?

Warum ist es euch egal, was ihr in euch hineinstopft, solange es nur günstig ist?

Warum geht ihr überhaupt essen, wenn das wichtigste daran der Preis ist?

Zugegeben – es ist erst ein paar Jahre her, da dachte ich ähnlich. Ich kann also verstehen, wenn man so tickt.

Dann aber begann ich mich als Journalist für Essen und Trinken zu interessieren. Ich recherchierte, wie Lebensmittel hergestellt werden, was das für einen Aufwand bedeutet, was gute und schlechte Nahrung unterscheidet, die Tricks und Mogeleien der großen Lebensmittelkonzerne. All diese Informationen sind im Prinzip leicht zugänglich.

Deshalb kapier ich nicht: Wie kann es sein, dass man nicht irgendwann aufwacht?

Wir wissen inzwischen doch alle, wie es Tieren ergangen ist, deren Fleisch günstig beim Discounter liegt. Wir wissen, dass ein Schwein in der Massentierhaltung in seinem ganzen Leben kein Tageslicht sieht, ohne Betäubung das Ringelschwänzchen abgeschnitten bekommt, in sechs Monaten auf 125 Kilo hochgemästet wird und im Stall kaum mehr als einen Quadratmeter Platz hat.

Wir wissen, dass in Spanien die Gewächshäuser für unsere Erdbeeren, die wir im Januar ganz dringend brauchen, weite Landstriche verschandeln und das Grundwasser wegsaugen. Wir wissen, dass in Südamerika Menschen krank werden, weil Soja auf Millionen Hektar angebaut wird. Wir wissen alles. Und freuen uns über jedes Schnäppchen, das auf unserem Teller landet.

Ich finde diese Respektlosigkeit den Tieren, der ganzen Welt und dem eigenen Körper gegenüber einfach nur zum Kotzen.

Und weil mich das nervt, lege ich Euch heute einen Biowein ans Herz, der niemanden ruiniert aber gleichzeitig dem Winzer ein Auskommen ermöglicht. Das ist fair, wie ich finde.

Der Tropfen heißt Osoti und kommt aus der spanischen Region Rioja. Die ist bekannt für ihre Weine aus der Tempranillo-Traube.

Diesem Wein hat Winzer Francisco Ruiz aber noch 20% Garnacha beigemischt. Das sorgt für fruchtige Würze und schöne Gaumenfülle.

 


 

Ähnliche Weine

 

Ähnliche Artikel

Gewinnspiel

Gewinnspiel

Zum Newsletter anmelden und eines von 100 CaptainCork-Büchern gewinnen.