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Horror: Die Brücke und der Vulkan

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Sieht relativ harmlos aus, könnte lange andauernd für den europäischen Weinbau eine Katastrophe bedeuten
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Der Captain blickt zurück auf eine Woche mit hohen Zugriffszahlen. Grund war die Moselbrücke und Mr. X. Da müssen abschließend ein paar Worte fallen. Und ein Wort zum Vulkan. Fürchtet Euch! In zwanzig Wochen.

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Was für eine Woche für den deutschen Weinbau. Auch wenn es wenigen auffällt: Durch die Moselbrücke und den Proteste gegen das Bauvorhaben ist der deutsche Weinbau überraschend im Fokus der Medien. Neben der Aufarbeitung der Proteste sind ein paar von Deutschlands besten Rieslinglagen auf einmal einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden. Und auch der Umstand, dass es sich dabei um schützenswertes Kulturgut handelt. So weit, so gut.

Schlecht allerdings, dass sich bei weitem nicht alle Blogger und vor allem nicht die örtliche Bevölkerung gegen das Bauvorhaben stemmen. Warum?

Im Falle der Blogger hängt das offenbar mit dem Engagement von Michael Willkomm zusammen, ein Abfüll-Industrieller an der Mosel, der sich vehement gegen die Brücke stellt. Gerüchteweise soll Willkomm einen Teil der Protestbewegung finanzieren (der Captain berichtete).

Doch viele prominente Gegner (etwa Stuart Pigott, wie auch Hugh Johnson) bestreiten, je einen Cent, etwa für die Anreise, von Willkomm erhalten zu haben. Ihr Engagement ist rein persönlicher Natur. Prominente Weinblogger aus dem Norden Deutschlands werfen der Bewegung vor, in gewisser Art gesteuert zu werden und auch die örtliche Zustimmung zur Brücke zu negieren.

Der Captain ist der Meinung, dass es vollkommen egal ist, in welcher Art und Weise und mit welchen finanziellen Mitteln Willkomm die Brückengegner unterstützt. Hauptsache dieses Monstrum kann verhindert werden. Dem Captain ist auch egal, dass die Anrainer dem Projekt gleichgültig bis befürwortend gegenüberstehen.

Offenbar ist es den prominenten und qualitätsbewussten Moselwinzern in all den Jahren nicht gelungen, die dort lebenden Menschen hinter sich und der Kultur der Region zu versammeln. Das ist in Frankreich, in Italien und in Österreich eben anders. Das muss man zur Kenntnis nehmen.

Schlimmer als die Brücke: Der Vulkan

Der Captain hat einen guten Freund bei der Meteorologie in Potsdam. Seit Jahren konferiert er mit ihm über alle möglichen Aspekte der Klimaerwärmung. Der Freund in Potsdam, selbst ein begnadeter Weinsammler und Weintrinker, will leider nie zitiert werden. Er sagt: „Verwende es, aber halt mich raus“. Gut.

Heute nachmittag erhielt der Captain einen Anruf aus Postdam. Der Tenor: Achtung, Winzer! Wenn das mit dem Vulkan so weitergeht, kommen zwei, drei magere Weinjahre auf uns zu. Des Captains Freund rechnet schon in diesem Jahr mit einem regnerischen Herbst, eventuell mit einem etwas kühleren Sommer. „Die Zeit schlanker Weine bricht an, wenn der Ausbruch länger als ein halbes Jahr anhält“, so sein Zitat.

Nein, es muss nicht schlimm kommen, derzeit gibt es keine signifikanten Hinweise, dass das Klima schon eine Beeinflussung unterläge. Zwei, drei Wochen Aschenregen können dieses Jahr kaum penetrieren. Doch ein halbes Jahr Aschenregen, begleitend ein höherer Schwefeldioxidwert, und das Aufzuckern könnte wieder in Mode kommen. Tatsache ist: Die Reduktion der Sonneneinstrahlung wird sich erst ab einer Dauer von etwa zwanzig Wochen und länger signifikant im Wein bemerkbar machen. Wie stark? Das ist die Frage.

Also endet der Captain heute mit einem Zitat aus der Tante Jolesch von Friedrich Torberg: „Seid besorgt. Brief folgt.“ In zwanzig Wochen.

 


Datum: 17.4.2010 (Update 13.5.2010)
 

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